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Annapurna Circuit Wanderung: So haben wir uns als Anfänger auf das Himalaya vorbereitet

Letzte Aktualisierung: 21.08.2023

5.416 Meter, so hoch ist der höchste Punkt des Annapurna Circuits im Himalayagebirge Nepals, eine Höhe in der es einen so richtig weghauen kann. Höhenkrankheit heißt das erschreckende Stichwort. Starke Kopfschmerzen, Übelkeit, Schlafstörungen, im schlimmsten Fall sogar ein tödliches Höhenhirnödem sind möglich. Und trotzdem haben wir als absolute Flachlandbewohner es geschafft. In 3 Wochen Wanderung, 250 km Strecke und auch auf Höhe sind wir vollkommen beschwerdefrei geblieben. Auch was die Fitness angeht hatten wir keine Probleme. Heute verrate ich euch, wie wir das geschafft haben.

Ausgangslage – zwei Flachlandbewohner mit normaler Fitness

Ich hoffe mein lieber Wanderpartner Frank verzeiht es mir, wenn ich das hier jetzt so schreibe, aber wir sind beide nicht die absoluten Fitnessfreaks oder total erfahrenen Wanderer. Frank ist sportlich und schlank, geht regelmäßig ins Fitnessstudio und auch joggen und so ist er mit Ü40 durchaus fit wie ein Turnschuh. Doch ein absoluter Fitnessfreak ist er nicht und auch wenn er wanderinteressiert ist und immer mal wieder Touren gemacht hat, etwas wie das Himalayagebirge, stand weder von der Strecke noch von der Höhe her vorher je auf seinem Programm. Und ich? Ich halte mich für gesund und halbwegs sportlich. Gehe nach Lust und Laune von Zeit zu Zeit joggen und nehme auch mal das Rad anstatt der Bahn. Vielleicht triffst du mich auch mal bei einer Yogastunde. Doch alles ohne festen Rhythmus und teils mit riesigen Pausen dazwischen. Mit Anfang 30, als jemand der weder raucht, noch oft Alkohol trinkt und sich auch halbwegs gesund ernährt, bin ich somit durchschnittlich fit, würde ich meinen. Was meine Wandererfahrung angeht, war die bis zum Sommer 2018 gleich Null. Längere Spaziergänge ja, aber nichts was Wanderschuhe benötigt hätte.

Annapurna Circuit Vorbereitung als Anfaenger-17

Wieso wir als Anfänger den Annapurna Circuit Trek laufen wollten

Also wie kommen wir zwei nun ausgerechnet darauf den Annapurna Circuit zu absolvieren, die komplette ungekürzte Strecke und dann auch noch ohne Guide und ohne Porter? Wieso dachten wir, wir müssten das mit 15 Kilo Gepäck je Person drei Wochen lang nur zu zweit durchziehen? Warum haben wir uns nicht einen gemütlicheren Urlaub ausgesucht oder sind nicht erst einmal in den Alpen gestartet, um zu sehen, ob uns das alles überhaupt liegt?

Annapurna Circuit Vorbereitung als Anfänger

Ganz einfach: nur weil man etwas noch nie gemacht hat, heißt das ja nicht, dass man es nicht kann!

Die Wanderung ist ein großer Traum von Frank gewesen und ich als reisesüchtige und gute Freundin habe sofort zugesagt mitzumachen. Ich dachte mir: das werden wir schaffen. Wir bereiten uns einfach gut vor und werden vor Ort vernünftig sein. Wir werden auch gegenseitig aufeinander Acht geben, dann packen wir das schon. Vielleicht war ich anfangs etwas naiv oder übermotiviert, weil mich Frank gerade erwischte, als ich durch Südamerika reiste und voll mit guter Energie und Reiselust war. Schon möglich. Im Laufe der Vorbereitung wuchs mein Respekt jedenfalls ordentlich. Besonders einprägsam war ein Youtube Video vom Reiseblogger BackpackingSimon, der einige heftige Aufnahmen der Strecke zeigte, bei denen sich mir der Magen umdrehte. Schmalste Wege, steile Klippen, Geröll mit Erdrutschgefahr – nicht gerade das, was meiner Höhenangst Vertrauen schenkt. Und trotzdem haben wir uns nicht abhalten lassen. Denn zu dem Zeitpunkt hatten wir uns schon versprochen dieses Abenteuer gemeinsam durchzuziehen und keiner von uns wollte sein Versprechen brechen. Blieb also nur eines: sich gut vorzubereiten.

Annapurna Circuit Vorbereitung als Anfänger

So haben wir uns auf die Annapurna Circuit Wanderung vorbereitet

Mag meine Zusage zu diesem Abenteuer und meine anfängliche Vorstellung vielleicht etwas naiv gewesen sein, so haben wir die Vorbereitung um so ernster genommen. Und das war auch gut so. Denn ohne Guide hatten wir eben niemanden dabei, der mit Profiblick die Dinge beurteilen konnte.

Routenplanung – Bücher & Blogs zur Annapurna Circuit Vorbereitung

Wir bestellten uns zunächst Wanderführer, Karten sowie Bücher zum Thema Höhenkrankheit. Die gaben einen guten ersten Eindruck davon, was uns erwarten würde. Da so ein Wanderführer jedoch immer schon davon ausgeht, dass derjenige der ihn liest auch etwas Erfahrung mitbringt, haben wir zusätzlich nach Reisebloggern gesucht, die den Annapurna Circuit Trek auch schon absolviert hatten. So holten wir uns noch ein paar persönliche Eindrücke ab. Fanden heraus, welche Streckenlängen andere an einem Tag so geschafft hatten und ab wann es für sie anstrengend wurde, welche Probleme bezüglich der Höhe bei ihnen auftraten und was bei ihnen auf der Packliste stand. Das war für die Vorbereitung wirklich hilfreich, weil wir so mehr und mehr das Gefühl bekamen ungefähr zu wissen, auf was wir uns da überhaupt einlassen würden. Außerdem bekamen wir einen zeitlichen Eindruck. Auch wenn die meisten anderen bereits kurz nach dem Pass den Trek verließen und mit Bussen oder Jeeps zurück in die Städte fuhren und wir im Gegensatz dazu vorhatten die gesamte Strecke bis zum allerletzten Kilometer zu laufen, so konnten wir dennoch grob kalkulieren, wie viele Tage wir benötigen würden. Dazu addierten wir eine freundliche Menge Puffer Tage für den Fall, dass wir Probleme mit der Höhe bekämen und erst einmal wieder absteigen müssten oder wir schlichtweg mal einen Pausentag außerhalb des Standardprogramms brauchten. So kamen wir auf 21 Tage für unsere Wanderung, was rückblickend mehr als entspannt ist. Wir hätten Sie tatsächlich auch ohne zu hetzten oder gesundheitlich Probleme zu bekommen locker in 18 Tagen machen können.

Wanderführer & Bücher zum Annapurna Circuit:

Annapurna Circuit Vorbereitung – die richtige Ausrüstung ist das A & O

Eines war klar: meine Reiseausrüstung würde ich von Hostel Backpacker auf Wanderer updaten müssen. Das führte zu einer langen Einkaufsliste, welche die Kosten dieser Reise maßgeblich nach oben trieb, sich jedoch auch wirklich gelohnt hat. Außerdem, wenn man sich was Neues vorgenommen hat, macht das Einkaufen dafür ja auch Spaß. Denn mal ehrlich, hat sich nicht jeder von uns in frischer Motivation wieder mehr Sport zu machen, schon einmal eine Sporthose oder ein entsprechendes Oberteil gekauft? In meinem Fall und der Wanderung, sind die Sachen dann wenigsten nicht im Schrank liegen geblieben, sondern wurden tatsächlich drei Wochen am Stück genutzt und haben auch danach noch nicht ausgedient.

Zunächst kaufte ich mir einen neuen Rucksack. Die Auswahl war überschaubar. Denn mit den Kriterien:

  • passend für einen Frauenrücken
  • nicht pink oder rot
  • kein Top-Lader
  • und nicht zu groß

blieb nur noch eine Hand voll Hersteller. Schlussendlich entschied ich mich für den Vaude Wanderrucksack Damen Asymetric 38+8*. Bei mir sitzt der super. Das Fassungsvermögen reicht für alles, was ich während der Wanderung brauchte + ein zwei kleine Mitbringsel. Jedoch nicht mehr, was mir wichtig war. Denn hat man viel Platz im Rucksack übrig verlockt das nur dazu Dinge mitzunehmen, die man eigentlich nicht braucht, dann aber die gesamte Zeit tragen muss. Zudem gibt es diesen Rucksack zu einem fairen Preis.

Annapurna Circuit Vorbereitung als Anfänger

Nachdem das Thema Rucksack erledigt war, kaufte ich mir einen Schlafsack. Denn während der Wanderung war damit zu rechnen, dass es kalte Nächte geben würde und die Zimmer ungeheizt sein würden. Im Nachgang kann ich sagen, auch hier hat sich die Investition gelohnt. Tatsächlich schliefen wir teils bei fünf Grad und weniger Zimmertemperatur. Da hätten die schweren Wolldecken, welche es meist in den Lodges gab, mich nicht warm bekommen. Ein kuscheliger Schlafsack schafft das schon eher. Für mich galten folgende Kriterien beim Kauf:

  • Die richtige Größe – für Frauen gibt es spezielle etwas kürzere Schlafsäcke
  • Eine gute Balance zwischen Wärmegrad und Gewicht
  • Ein fairer Preis

Das für mich richtige Modell wurde der Mountain Equipment Glacier 700 Women*.

Rucksack und Schlafsack waren erledigt, also ging es zum nächsten wirklich wichtigen Punkt auf der Einkaufsliste: Wanderschuhe.

Da ein Schuh, mit dem man drei Wochen lang bergauf, bergab läuft, über Stufen, Wiesen und Geröll, ggf. sogar Schnee, möglichst perfekt passen sollte, haben wir uns dazu Rat vom Profi geholt. An einem Samstagmorgen ging es zum Outdoor Ausstatter. Dort erzählten wir dem Schuhprofi von unserem Vorhaben. Es folgten Fragen zu unseren üblichen Schuhgrößen, zu Fußproblemen bzw. -besonderheiten, zum Gewicht unseres Gepäcks und zur genauen Region unserer Wanderung. Dann hieß es in den in Frage kommenden Schuhe eine Weile durch den Laden spazieren und genau zu schauen, wo es zwackt und wo Spielraum ist.

Nach zwei Stunden ging ich zwar mit einem erleichterten Konto, dafür aber auch mit richtig gut sitzenden Wanderschuhen aus dem Laden. Auf Anraten der Verkäuferin sind auch noch ein paar Merino Wandersocken im Einkaufswagen gelandet, die übrigens tatsächlich 2 Nummern kleiner sind, als ich normalerweise trage. Das klang für mich erst schräg und unbequem, stellte sich aber als ein großartiger Rat heraus. Denn dehnbar sind die Socken eh, nur werfen sie dank der kleiner gewählten Größe garantiert keine Falten, die dann wiederrum zu Blasen führen könnten. Nur mal so als Tipp am Rande.

Meine Wanderstiefel sind dann jedenfalls die Hanwag Lhasa Lady geworden und über die Wahl bin ich auch nach der Wanderung noch wirklich froh. Ein tolles treues Paar hochwertiger Wanderschuhe.

Du willst den Annapurna Circuit wandern, weisst aber nicht, ob das als Anfänger wirklich geht. Wir haben es gemacht und verraten dir, worauf es in der Vorbereitung ankommt.

Die großen Punkte waren erledigt, fehlte noch Kleidung und Kleinkram. Was die Kleidung angeht muss man auf jeden Fall praktisch, aber auch bequem denken. Da ich Wanderhosen nicht sonderlich mag, entschied ich mich für meine Jogging Tights. Für die kühlen nassen Tage kaufte ich mir noch eine wasserabweisende dickere Version dazu. Eine kurze Sporthose durfte ebenso nicht fehlen, schließlich ist es in den niedrigeren Lagen richtig warm. Drei T-Shirts aus Merinowolle sowie zwei Fleecepullis und eine wasserabweisende Daunenjacke gesellten sich auch noch dazu. Statt viel Kleidung mitzunehmen, packte ich ein Stück Seife zum Waschen der Klamotten sowie eine praktische sehr dehnbare Wäscheleine* ein.

Auch meine Reiseapotheke stockte ich auf. Desinfektionstücher, Wundheilsalbe, Jodsalbe, Verbandmaterial, Kopfschmerztabletten, Kohletabletten gegen Magenprobleme und natürlich Wasserreinigungstabletten sowie viele Blasenpflaster durften nicht fehlen.

Hin und her habe ich beim Kamera Equipment überlegt. Wir waren sogar kurz davor eine Drohne einzupacken. Aus Gewichtsgründen haben wir das alles dann aber doch stark reduziert und uns nur auf das für uns Unverzichtbare konzentriert.

Soviel zur Vorbereitung der Ausrüstung.

Annapurna Circuit Vorbereitung als Anfänger

Annapurna Circuit Vorbereitung – Training für die Wanderung 

Wie schon geschrieben, war ich bis zum Sommer vollkommen ohne jede Wandererfahrung. Das musste sich vor dem großen Himalaya Abenteuer noch ändern. Glücklicherweise ergaben sich zwei Blogger Kooperation in genau diese Richtung. Erst absolvierte ich ein Survival Training in den Schweizer Bergen. Dort lief ich nicht nur meine Schuhe ein und testete meine Ausrüstung auf Wettertauglichkeit, ich lernte auch wie man Wanderkarten richtig liest und wie wichtig es ist, auf das eigene Wohlbefinden zu hören. Ein paar Wochen später konnte ich das alles dann bei meiner ersten Solowanderung anwenden. Vier Tage, 100 Kilometer auf dem Hexenstieg durch den Harz. Danach wusste ich genau, wo meine Füße für Blasen anfällig waren und welche Hose auch nach 8 schwitzenden Stunden laufen am besten sitzt. Eine wertvolle Erfahrung.

Survival Tipps: Das habe ich beim Survival Wochenende in den Schweizer Bergen gelernt

Die beiden Touren waren super, aber für die Vorbereitung auf die Höhe während der Annapurna Vorbereitung Wanderung haben die noch nichts getan. Von einigen Ausflügen in Südamerika, wo auch mal ein paar Stunden laufen dabei waren, wusste ich, dass mein Körper mit Höhe zumindest nicht super schnell Probleme bekommt. Bis auf ca. 4.500 Meter war ich schon mal, wenn auch nur sehr kurz. Frank hingegen hatte auch diese Erfahrung noch nicht gemacht und so war das Thema für ihn besonders wichtig. Nach etwas Recherche fand er ein Fitnessstudio in Berlin, welches spezielle Höhentrainings anbot. Und das funktioniert wie folgt „Der Sauerstoffgehalt wird in den Trainingsräumen abgesenkt. Folglich entsteht bei den Trainierenden ein Sauerstoffmangel im Blut, dieser zwingt den Körper, effizienter mit dem vorhandenen Sauerstoff umzugehen. Infolgedessen verbessern sich der Sauerstofftransport und die Verwertung des Sauerstoffes in den Zellen. Nach einer Weile des Trainings sind die physiologischen Veränderungen so stark, dass sie für mehrere Monate erhalten bleiben.“

Wir buchten uns dort einige Stunden und standen so kurze Zeit später mit gepackten Rucksack in Wanderklamotte auf Laufbändern in einem abgeschlossenen Raum. Zunächst wurden durch Sauerstoffmangel 3.000 Meter Höhe simuliert. Dann wurde von Training zu Training gesteigert. Bis wir nach meiner Singapur Reise und kurz vor Abflug nach Nepal schlussendlich auf 6.000 Meter Höhe waren und gar nichts mehr ging. Ich hatte mich aufgrund der vielen Reisen die bei mir noch dazwischen lagen nur für halb so viele Termine wie Frank angemeldet. Das hatte zur Folge, dass die Sprünge in der simulierten Höhe für mich schon recht krass waren. Beim letzten Training war ans Laufband nicht mehr zu denken. Mir war schwindelig, ich hatte Kopfschmerzen und Übelkeit folgte ebenso. Ziemlich klassische Symptome einer Höhenkrankheit. Die verschwanden zwei Stunden nach dem Training komplett, dafür war ich dann super müde und suchte mein Bett früher als gewöhnlich auf. Ob das Training für meine Fitness wirklich was gebracht und sich der finanzielle Aufwand gelohnt hat? Keine Ahnung. Was es aber auf jeden Fall genutzt hat: zu wissen, wie es sich anfühlt, wenn es zu viel ist. Das hat durchaus zu einer besseren Selbsteinschätzung geführt.

Annapurna Circuit Vorbereitung als Anfänger

Training für die Wanderung – Was ich auch hätte tun können, dann aber doch irgendwie zu faul war

bzw. durch das viele Reisen auch einfach die Zeit fehlte: Joggen für die Grundfitness und Treppensteigen mit vollem Rucksack. Die Wege auf der Annapurna Circuit Wanderung sind alles andere als flach. So sind wir mehr als 10.000 Meter bergauf und bergab gelaufen, obwohl der höchste Punkt „nur“ bei 5.416 Metern lag. Jeden Tag ging es hoch, wieder runter und wieder hoch. Das geht ordentlich in die Bein- und Pomuskulatur. Ja, das ist ein tolles Workout, aber auch sehr anstrengend. Intensives Treppensteigen am besten mit gepackten Rucksack kann deshalb ein super Training in der Vorbereitung sein. Denn gerade die Knie können etwas Training brauchen, um die starke Belastung schmerzfrei mitzumachen.

Ein paar tolle Tipps hat mir Christiane vom Dustyboots Blog gegeben. Speziell für die Knie kann sie diese Übungen empfehlen:

Auf Zehenspitzen stellen und so lange halten wie es geht

– An die Wand gelehnt ein bisschen in die Hocke gehen, Knie mehr als 90 Grad, Gewicht auf 1 Bein verlagern und 1 min. halten, dann wechseln (geht gut zwischendurch z.B. beim Telefonieren 🙂

Balance Board

– Kniebeuge 90 Grad und 1 min. halten auf der Vibrationsplatte

Beinpresse seitlich

– Seilzug Hüftabduktion

Theraband Sidewalk

Du willst den Annapurna Circuit wandern, weisst aber nicht, ob das als Anfänger wirklich geht. Wir haben es gemacht und verraten dir, worauf es in der Vorbereitung ankommt.

Annapurna Circuit Wanderung – darauf kommt es während der Wanderung an

All die Vorbereitung nutzt jedoch nichts, wenn man bei der Wanderung selbst dann übertreibt. Denn das Allerwichtigste ist es in seinem eigenen Tempo zu gehen und auf den Körper zu hören. Klar wird die Atmung in den höheren Lagen schwerer und um so mehr man sich dem Pass nähert, desto eher hat man das Gefühl gar nicht voran zu kommen. Doch davon darf man sich nicht verrückt machen lassen. Auch oder erst recht nicht, wenn man überholt wird. An mir sind diverse Male andere vorbeigezogen. Meist Wanderer mit Porter, die nur wenig Tagesgepäck trugen. Das kränkt das Ego dann wenigsten nicht so sehr. Dennoch kann das dazu verleiten schneller zu gehen, als es eigentlich für einen gut ist.Wer sich am Tempo anderer orientiert läuft Gefahr sich zu übernehmen.

Das kann dazu führen, dass man die Wanderung schlussendlich aus gesundheitlichen Gründen abbrechen muss. Und das ist es doch absolut nicht wert. Für uns als Wander Buddys war es deshalb wichtig, zu wissen wie wir beide ticken, immerhin mussten wir uns auf einander verlassen können. Ich mag Berganstiege nicht wirklich, finde sie super anstrengend und bin gefühlt langsam wie eine Schnecke beim hochlaufen. Fühle ich mich gedrängelt, dann bekomme ich schlechte Laune. Frank hingegen hat die Anstiege gut weggesteckt und war meist deutlich schneller als ich. Davon habe ich mich aber nicht verrückt machen lassen. Er hat dann einfach an der nächsten Ecke auf mich gewartet.
Am Ende des Tages waren wir trotzdem immer fix unterwegs, kamen vor der geplanten Zeit im Tagesziel an. Und bergabwärts drehte sich der Spieß dann um. Ich hätte von Stufe zu Stufe springen können, während Frank das gar nicht mochte. Nur mal als kleines Beispiel dafür, wie unterschiedlich das eben sein kann und dass einen das alles nicht verrückt machen sollte.

Außerdem heißt es ausreichend schlafen und vor allem sehr viel trinken! Auf der Höhe sollte man nicht weniger als 3 Liter Wasser am Tag trinken. Auch heißt es Pausentage einlegen. Manang ist dafür ein klassischer Ort. Hier ist man schon auf über 3.500 Metern und merkt die Höhe bereits. Viele laufen nach dem Pausentag hier, dann ohne einen weiteren Pausentag durch. Dann sollte man aber zumindest extra Touren zur Akklimatisation unternehmen. Zumindest haben wir gute Erfahrungen damit gemacht den Ice Lake auf 4.600 Meter, das Tilicho Basecamp auf 4.150 Meter sowie den Tilicho Lake auf 4.990 Metern mitzunehmen.

Annapurna Circuit Vorbereitung als Anfänger

Fazit: Annapurna Circuit Wanderung – auch als Anfänger möglich?

Inzwischen ist unsere Wanderung einige Wochen her und ich kann im Rückblick mit absoluter Überzeugung sagen, den Annapurna Circuit können auch Anfänger schaffen. Mit einer gewissen Grundfitness, keinen gesundheitlichen Einschränkungen und der richtigen Vorbereitung ist das absolut Machbar. Einfach im eigenen Tempo gehen, auf deinen Körper achten und sich selbst gegenüber ehrlich sein. Lieber einen Pausentag mehr einlegen, als ein Risiko einzugehen. Dann kann man sich am Ende auch dafür feiern, das Abenteuer geschafft zu haben.

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21 Kommentare

  1. Sandra Spielmann

    28. Februar 2022 at 12:40

    Liebe Nicole
    Vielen Dank für den tollen und ausführlichen Bericht. Wir beabsichtigen ebenfalls, diese Tour zu machen. Da wir jedes Jahr Hochtouren auf 4000er in den CH – Bergen unternehmen, denke ich, dass wir die körperlichen Voraussetzungen mitbringen, obwohl wir bereits zwischen 50 und 60 sind. Trotzdem wäre es interessant, mehr über Eure täglichen Gehstrecken, Zeiten und Höhenmeter zu erfahren. Kannst du das in Stichworten (Tag, Etappe, Marschzeit, hm) zur Verfügung stellen? Oder entspricht dies sowieso mehrheitlich den Empfehlungen des Rother-Wanderführers?
    Vielen Dank und liebe Grüsse
    Sandra

    1. Nicole von PASSENGER X

      28. Februar 2022 at 16:10

      Hey Sandra,
      wir sind ziemlich genau nach dem Rother-Wanderführer gelaufen und waren tatsächlich trotz Fotostopps immer etwas schneller.
      Ich habe keine Bedenken, dass ihr das nicht auch entspannt schaffen solltet, wenn ihr Hochtouren gewohnt seid. Ich selbst hatte vorher nur extrem wenig Wandererfahrung und war durchschnittlich fit und hab das gut geschafft, ohne Porter oder Guide. Natürlich ist es nicht nur ein Spaziergang, aber mit eurer Erfahrung wirklich gut machbar.
      Ich wünsche euch schon einmal eine fantastische Tour! Die Landschaft ist wirklich einmalig schön!

      Liebe Grüße
      Nicole

    2. Jörg Niermann

      28. Februar 2022 at 17:10

      Hi Sandra,
      die Tipps von Nicole haben uns auch gut geholfen. Mein Kollege und ich waren zu dem Zeitpunkt 64 und 52. Wir sind nur zu zweit alleine gelaufen, immer so morgens gegen 8-9 Uhr bis 14-15 Uhr. Wir hatten ca.16kg + 3L Wasser auf dem Rücken, sind 10 Tage bis Mukinath gegangen. Es war teilweise recht anstrengend aber machbar und wir waren auch nicht Bergwandern erfahren.
      https://www.youtube.com/watch?v=28VvPcBhNFA&t=6s hier ein Link zur unseren Wanderung
      Viele Grüße Jörg und viel Spaß. Ihr werdet es nicht bereuen

  2. Schnell

    19. Oktober 2019 at 10:17

    Hallo Nicole,
    Ich fliege im November auch los um diesen trek zu gehen, start ist der 11. November und dank deiner schönen Worte kann ich es kaum erwarten in den Flieger zu steigen. Auf diesem weg nochmal herzlichen dank für deine Geschichte über diesen weg und deine wertvollen Tipps

    Gruss gabi

  3. Mike Drescher

    30. September 2019 at 15:23

    Hallo Nicole

    Respekt ! Ich habe mir deinen “ Wanderung “ gerade durchgelesen. Und jetzt bin ich total heiss ! Auch weil der Sohn meiner Schwägerin gerade auf dem Trek unterwegs ist. Ich bin mit 50 Jahren den Jakobsweg in Nordspanien komplett gelaufen. War cool und absolut machbar , aber diesen Trek kann ich schwer einschätzen. Ausserdem bin ich jetzt bereits fast 60. Meinst du ich habe trotzdem ein Chance, oder sind auch dem Weg nur junge Leute unterwegs ? Würde mich interessieren, was du da so gesehen hast.

    Liebe Grüsse MIKE

    1. Nicole von PASSENGER X

      1. Oktober 2019 at 20:18

      Hey Mike,
      du kannst den Weg auf jeden Fall machen, das ist weniger eine Frage des Alters, als vielmehr eine Frage dessen, wie man da ran geht. Ich bin den Annapurna ja zusammen mit meinem 20 Jahre älteren Kumpel gelaufen. Der ist mir beim Aufstieg sogar vorausgelaufen. Wir haben während der Wanderung sowohl Leute in den 20er und 30ern getroffen, also auch bis hoch in die Endsechsziger und Anfangsiebziger. Wenn du fit bist und auf deinen Körper hörst, geht das alles. Man sollte sowieso eher langsam laufen, damit der Körper besser mit der Belastung durch die Höhe zurecht kommt. Mir hatte sogar jemand erzählt, dass ein höheres Alter bzgl. der Höhenverträglichkeit vorteilhaft wäre. Das habe ich allerdings nicht nachrecherchiert.
      Vielleicht hast du ja die Chance vorab schon einmal in Höhenlagen ein paar Wanderungen zu machen, alles ab 3000 Metern wäre da hilfreich.

      Liebe Grüße
      Nicole

  4. Jörg Niermann

    23. September 2019 at 21:14

    Hallo Nicole,
    wir werden im November diese Tour machen. Wieviel km oder Stunden seit ihr denn am Tag gelaufen? Waren die Unterkünfte von anderen Weggefährten schon überlaufen? Gibt es unterwegs Möglichkeiten an Trinkwasser zu kommen?
    Lieben Gruß
    Jörg

    1. Nicole von PASSENGER X

      1. Oktober 2019 at 20:23

      Hallo Jörg,
      die Stunden, die wir je Tag gegangen sind, waren ganz unterschiedlich, weil die Etappen auch unterschiedlich lang sind. Zum Schluss sind wir meist nur noch wenige Stunden gegangen, weil wir noch so viel Zeit übrig hatten. Zu Beginn sind wir hingegen für gewöhnlich gegen 8/9 los, sind zum Mittag eingekehrt und dann bis zum späten Nachmittag/frühen Abend gelaufen.
      Die Wasserversorgung stellt gar kein Problem dar. Wir hatten Filterflaschen und Reinigungstabletten mit und haben uns häufig an kleinen Wasserfällen oder in Unterkünften an den Wasserhähnen bedient, um Plastikmüll zu vermeiden. Du könntest aber auch in jeder Unterkunft Flaschen kaufen und ebenso in den Lodges, wo du Mittags einkehrst. Die Wanderung wird ja auch als Teehütten-Route bezeichnet, weil man eben sehr regelmäßig auf Häuser stößt, die Unterkünfte sowie Restaurants und kleine Shops anbieten.

      Liebe Grüße und dir schon einmal gaaaanz viel Freude und viele tolle Ausblicke auf die 8.000er:)
      Nicole

      1. Jörg Niermann

        27. Oktober 2019 at 14:48

        Hallo Nicole,
        vielen Dank für die Info. In 2 Wochen geht es los.
        Habt ihr auf dem Weg Leute gehabt mit Drohnen oder wird es da stark kontrolliert? Die Offices um eine Genehmigung zu erhalten habe ich vergeblich angeschrieben. Leider keinerlei Info von denen und ich möchte ungern Zeit in Kathmandu verlieren um eine Genehmigung zu erhalten.
        Viele Grüße
        Jörg

        1. Nicole von PASSENGER X

          29. Oktober 2019 at 9:54

          Hey Jörg,

          wir hatten selbst überlegt eine Drohne mitzunehmen uns dann aber wegen des Gewichts und wegen der schwierigen Flugbedingungen ( Kälte und Wind) dagegen entschieden. Wir haben einmal Leute mit einer Drohne getroffen bzw. hatten die mal eine, denn wir haben sie getroffen, also sie gerade dabei waren in einen Fluss runter zu klettern, in der Hoffnung die Drohne noch retten zu können. Sie hatten Aufnahmen auf einer Brücke stehend machen wollen. Hat aber nicht geklappt, die Drohne ist abgestürzt. Kontrollieren tut eigentlich keiner irgendwas auf dem Weg. Also das wäre nicht das Problem. Stell nur sicher, dass du die Drohne immer wieder updatest, kalibrierst und gut einstellst, damit sie auch die richtigen Höhenmeter hat. Außerdem natürlich die Akkus auf höheren Lagen am Körper tragen, damit sie sich nicht so schnell entladen. Aber das weisst du sicher schon längst alles.
          Also wenn du geübter Dronenpilot bist: go for it! Und dann lass mich danach mal deine Aufnahmen sehen, bin gespannt!

          Liebe GRüße
          Nicole

  5. Elli

    8. August 2019 at 9:21

    Hallo,
    vielen Dank, dass du uns an deinen Erfahrungen teilhaben lässt. Die Bilder sind wirklich schön geworden und das Wetter sieht herrlich aus. In welchem Monat wart ihr in Nepal? Ich möchte mich gerne 2020 auf den Weg machen und kann mich noch nicht so richtig zwischen März und Oktober/November entscheiden, daher die Frage. Vielleicht habe ich es in deinem Bericht auch überlesen.
    Vielen Dank und Gruß, Elli

    1. Nicole von PASSENGER X

      9. August 2019 at 9:44

      Hallo Elli,
      wir waren im Oktober in Nepal, da war das Wetter wirklich herrlich. Wir hatten nur ein einziges Mal für vielleicht 3 Minuten ganz leichten Regen. Ansonsten war es eigentlich immer sonnig. Der Oktober ist, soweit ich weiß, etwas wärmer als der März. Wir hatten auch toll gefärbte Büsche, ich nehm mal an, das ist auch eher im Oktober als im März. Aber von anderen habe ich auch schon gehört, dass der März ebenso eine schöne Wanderzeit sein soll.
      Liebe Grüße
      Nicole

  6. Jenny

    14. Januar 2019 at 9:37

    Hey Nicole
    Coole Sache! …und echt tolle Bilder. Wir waren vor einigen Jahren in Tibet – die Landschaft im Himalaya ist einfach unvergleichlich. wir sind aber nicht gewandert. Ich finde es noch wichtig zu sagen, dass die Höhenkrankheit jeden treffen KANN. Wir hatten keine Probleme, aber circa 1/3 der Gruppe war betroffen. Für milde fälle hilft gepresster Sauerstoff aus der Flasche (sieht aus wie Haarspray, gibt es dort in den Apotheken) – als Ergänzung zu Deiner Reiseapotheke.

    1. Nicole von PASSENGER X

      15. Januar 2019 at 7:44

      Hey Jenny,
      vollkommen richtig, das kann wirklich jeden treffen und muss nichts mit der Fitness zu tun haben. Ich glaub, dass ist ein bissl wie bei Seekrankheit, entweder kommt der Körper damit zurecht oder nicht. Wobei man durchaus vieles tun kann, um die Chancen zu verbessern. Von dem gepressten Sauerstoff habe ich noch nicht gehört. Danke dir für den Hinweis;)
      Liebe Grüße
      Nicole

  7. Diana

    13. Januar 2019 at 1:54

    Liebe Nicole,
    danke für den spannenden Einblick. Ich bin ja so gar nicht für Höhe zu haben und finde es toll, dass Du die Wanderung dennoch gewagt hast. Interessant fand ich, dass man auch in Berlin ein Höhrntraining machen kann! Und es war sicherlich auch gut, dass Du die Hexenstieg-Wanderung als Übung gemacht hast. Da schaue ich auch gleich mal rein!
    LG Diana

    1. Nicole von PASSENGER X

      13. Januar 2019 at 18:03

      Liebe Diana,
      ich war auch echt erstaunt, dass es solche Trainings gibt. Ob es am Ende wirklich geholfen hat, weiß ich nicht, aber zumindest hat es mehr Sicherheit gegeben. Und so fand ich die Höhe als solches dann gar nicht die wahre Herausforderung.
      Liebe Grüße
      Nicole

  8. Victoria

    11. Januar 2019 at 7:37

    Liebe Nicole,
    das euch diese Wanderung gereizt hat verstehe ich total. Wer möchte nicht einmal solch einen Namen auf der Liste abhaken können. Wir haben aktuell noch die Ausrede, dass unser Sohn zu klein ist. Aber wenn das in ein paar Jahren vorbei ist werde ich mir eure Tipps zu Herzen nehmen. 😉

    Viele Grüße
    Victoria

  9. Saskia

    9. Januar 2019 at 12:41

    Liebe Nicole,

    wahnsinn ich habe echt riesen Respekt! Vorbereitung ist wirklich das A & O. Ich habe mir auch in Südamerika Gedanken ohne ende gemacht bzgl. des Hirnödems und was nicht alles passieren kann etc. Man malt sich immer das schlimmste aus. Aber wow! Toll! Ich habe von sehr vielen Touristen mitbekommen, dass die Berge zum wandern in Nepal unglaublich schön sind. Deine Bilder motivieren mich zwar theoretisch – aber praktisch würde ich das nicht durchziehen XD.

    Liebe Grüße

    Saskia

    1. Nicole von PASSENGER X

      9. Januar 2019 at 18:18

      Liebe Saskia,
      danke dir, aber ehrlich gesagt, war es viel einfacher, als ich befürchtet hatte. Klar war es anstrengend, aber ich hatte damit gerechnet ständig Muskelkater, Schulterverspannungen etc. zu haben und das alles war nach drei Tagen weg. Es lohnt sich wirklich absolut! Und wenn man sich die große Runde nicht zutraut, dann gibt es auch kleinere Touren in der Region, die wirklich toll sind. Vom Poon Hill aus hat man beispielsweise einen großartigen Blick auf ein Panorama voller 8.000er.

      Liebe Grüße
      Nicole

  10. Sabine von Ferngeweht

    4. Januar 2019 at 14:05

    Wow, das klingt nach viel (körperlicher) Arbeit vor der Reise! Toll, dass dank Eurer guten Vorbereitung alles so gut geklappt hat. Ich liebäugle auch noch mit der Gegend, habe aber echt Respekt vor allem vor dem schweren Rucksack …

    1. Nicole von PASSENGER X

      9. Januar 2019 at 18:22

      Liebe Sabine,
      das war zwar etwas Aufwand, aber die Meisten anderen machen das tatsächlich ohne die Vorbereitung. Das geht auch.
      Wir wollten es unseren Körpern nur so einfach wie möglich machen und etwaigen Problemen aufgrund der Höhe so gut wie möglich vorbeugen;)
      Und auch die 15kg (Wasser & Kamera schon inkl.) kann man wohl noch reduzieren. Zumindest haben so einige erfahrene Wanderer und Bergsteiger auf diesen Artikel hin gemeint, sie würden mit so einigen Kilo weniger unterwegs sein und hinkommen. Ich hatte zwar schon arg aussortiert und nur mitgenommen, was ich glaubte unbedingt zu brauchen, aber ein zwei Sachen könnte man rückblickend wohl wirklich noch zu Hause lassen.
      Liebe Grüße
      Nicole

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