Für spektakuläres Wandern in Österreich brauchst du nicht in die Alpen, auch abseits der hohen Berge wartet das Wanderglück. Zwischen Weingärten und der Donau führt der Welterbesteig Wachau in 14 Etappen auf insgesamt 180 Kilometern zu spektakulären Aussichten. Die Wege führen durch die liebliche Weinlandschaft, durch Wälder und zu Schlössern. Daneben bietet die Wachau Geheimtipps, die deine Reise unvergesslich machen. Von Sonnenuntergangsfahrten auf der Donau mit feinstem Wein bis zum Wandern mit Eseln – versprochen, diese Region wird ein “Oh, ist das schön” aus dir herauskitzeln. Bei mir war das definitiv so. Mein Finger war permanent auf dem Auslöser meiner Kamera, an manchen Tagen bin ich beim Wandern kaum vorangekommen, weil ich einfach immer wieder stehen bleiben und den Ausblick genießen musste.
Auch erwähnt werden müssen zudem die vielen Gaumenfreuden der Region. Von den saftigen Marillen bis zu den Haubenküchen.
Wenn ich so darüber nachdenke, dann scheint mir die Wachau das irdische Wander-Schlaraffenland zu sein.
Wo liegt die Wachau – und was macht sie so besonders?
Die Region Wachau liegt im Bundesland Niederösterreich, zwischen Melk und Krems, ca. eine Stunde mit dem Auto von Wien entfernt. Schon auf den ersten Blick wird sichtbar: Die Region ist durch die Donau und Weingärten geprägt. Letztere schmiegen sich an saftig grüne Hügel und ziehen sich selbst an den steilsten Hängen entlang. Noch imposanter erscheinen nur die Schlösser und Burgruinen, die auf diversen Hügeln thronen. Zusammen entsteht eine unverwechselbare Kulturlandschaft, die seit dem Jahr 2000 auch UNESCO-Welterbe ist.
Die Wachau ist die perfekte Urlaubsregion für alle, die einen Aktivurlaub ohne Massen erleben wollen. Für Freunde des guten Geschmacks, die ein feines Glas Wein nach der Wanderung zu schätzen wissen. Ein Ort, an dem du den Alltagsstress vergisst.

All diese Spots sind wunderbar und sollten auf keinen Fall verpasst werden, doch für mich liegen die eigentlichen Highlights dazwischen.
Ein geteilter Kaffee mit anderen Wanderern, der Blick auf die sich schlängelnde Donau, die letzten Sonnenstrahlen des Tages, die die Ruinen in ein märchenhaftes Licht tauchen, ein gespritzter Traubensaft vom Winzerkühlschrank an einem heißen Wandertag. Also gönne dir Zeit für das Dazwischen.
Welterbesteig Wachau – Fernwandern zwischen Donau und Wein
Der Welterbesteig Wachau ist ein Fernwanderweg mit insgesamt 14 Etappen zu beiden Seiten der Donau. Du kannst dir das große Ziel vornehmen und die kompletten 180 km planen oder aber einzelne Etappen wandern. Die meisten Etappen sind zwischen 13 und 17 Kilometer lang.

Ich habe mir für meinen ersten Besuch in der Region drei ungefähr gleich lange Etappen ausgesucht, die ich alle gut von meinem Basecamp – dem Hotel Kirchenwirt in Weißenkirchen – aus erreichen konnte. Teils zu Fuß, teils mit dem Auto, aber auch mit dem Bus.
Solltest du lieber täglich weiterziehen wollen, schau dir unbedingt die Wanderpauschalen mit Gepäcktransport an.
Nun aber zu meinen ausgewählten Etappen, mit Infos und persönlichen Erfahrungen.
Welterbesteig Etappe 3: Wandern von Weißenkirchen nach Spitz
Mein erster Wandertag beginnt direkt an meinem Hotel in Weißenkirchen. Eben noch beim Frühstück im Kirchenwirt in Weißenkirchen gestärkt und schon wird der Rucksack aufgesattelt. Los geht’s.
Ein paar Schritte durch den Ort, dann stehe ich schon zwischen den Weingärten. Die Sonne gibt selbst jetzt im September alles und blitzt zwischen den leuchtend grünen Trauben hindurch. Überhaupt war der gesamte Sommer in der Region Wachau sehr warm. Deshalb sind jetzt schon viele fleißige Helfer in den Weingärten unterwegs, denn die Trauben haben gerade genau die richtigen Eigenschaften, um für die Weinherstellung geerntet zu werden.
Zu gern würde ich stehenbleiben und die Ausbeute direkt aus den Eimern wegnaschen. Mache ich aber nicht, ich weiß mich natürlich zu benehmen und stelle mich lieber dem kontinuierlichen Anstieg, der nun beginnt.
Dann ändert sich die Landschaft. Zwischen den Weinrieden folgen Waldstücke, und immer wieder raschelt es links oder rechts von mir. Erst denke ich, es seien Vögel, dann sehe ich: Es sind Eidechsen. Sie hatten sich wohl eben noch auf den Steinen aufgewärmt. Gut im Laub braun getarnt oder auch leuchtend grün – die Echsen werden mir heute noch in all ihrer Diversität begegnen.
Pause mit Donauausblick
Ungefähr auf halber Strecke erreiche ich einen Aussichtspunkt. Eine Handvoll anderer Wanderer pausiert hier bereits und auch ich gönne mir eine Auszeit mit Blick auf die Donau – so idyllisch! Nach einigen Nüssen und ordentlich viel Wasser ist es Zeit, weiterzuziehen.
Auf weichem Laubboden schlängelt sich der Weg nun durch den Wald. Ein senioriges Wanderpärchen lässt mich passieren und scherzt noch, wir könnten doch die Füße tauschen. Ich spreche meine Anerkennung aus und denke mir: “Hoffentlich kann ich mit 80 Jahren auch noch so munter auf Wanderung gehen.” Das kurze Intermezzo beschert mir kurz vor dem Ende der Wanderung noch einen Kaffee.
Denn als ich gerade am Roten Tor mit Blick auf den Ort Spitz einen finalen Stopp einlege, holen die beiden mich ein. Sie haben ihre Mittagspause für diesen Spot eingeplant. So kommen wir ins Schnacken über das Wandern in fernen Ländern, während sie mir einen Becher ihres mitgebrachten Kaffees anbieten. Die Wachau ist für sie als Wiener wie ihr Lieblingsplatz im Vorgarten. Die Nähe und gute Anbindung mit der Bahn ermöglichen ihnen mehrere Wanderausflüge im Jahr. Gern kommen sie immer wieder, erzählen sie mir, während ich den letzten Schluck Kaffee nehme.
Pünktlich, um meinen Bus zu bekommen, verabschiede ich mich, gehe die letzten Meter runter nach Spitz und fahre zurück nach Weißenkirchen.
Welterbesteig Etappe 4: von Spitz in den Spitzer Graben bis nach Mühldorf
Etappe 4 startet dort, wo die gestrige Wanderung endete und stellt mich direkt zu Beginn vor die größte Herausforderung: Spitz zu verlassen. Denn immer wieder finde ich neue Perspektiven in der Stadt, die sehr fotogen sind. Bögen, die sich reihen, der schöne Blick in die Weingärten, die alten Häuser.
Doch irgendwann diszipliniere ich mich, befestige meine Kamera am Rucksack und laufe los. Als würde die Wachau über meinen Ansporn spotten, wird nach nicht einmal einem Kilometer am Tausendeimerberg der Blick auf die Donau sowie die Ruine Hinterhaus frei.
Ich ergebe mich der Situation, lege den Rucksack an der Picknickbank ab und löse die Kamera wieder vom Rucksack. Heute wird die Speicherkarte glühen.
Für Abkühlung sorgt ein paar hundert Meter weiter der Weinkühlschrank vom Weingut Helmut Donabaum. Verdient ist der Stopp hier für mich wohl noch nicht, aber davon lasse ich mich nicht abhalten. Man muss die Gelegenheiten ergreifen, das Leben nehmen, wie es kommt oder die Kühlschränke und Aussichtspunkte dort genießen, wo sie sind. Also Traubensaftschorle gekauft und mich für einen Genussmoment auf der großen Bank niedergelassen. Mein Blick gleitet über die saftig grünen Weinhänge bis zur Donau in der Ferne.
Wie absurd schön ist bitte diese Region?
Mit deutlichem Verzug setze ich meine Wanderung fort, ausreichend gestärkt für den Anstieg, der jetzt kommt: Kurz, aber steil. Bis zu 20% Steigung bringen mich bei 25 Grad ordentlich ins Schwitzen. Doch das nehme ich für die herrliche Landschaft gern in Kauf. Je weiter sich die Donau entfernt, desto mehr wird der Blick in eine talartige Formation mit Hängen voller Wein und Wäldern frei.
Irgendwie zu idyllisch, um wahr zu sein. Ich komme mir wie in “Die Truman Show” vor und erwarte jederzeit, eine Tür im Horizont zu finden. Doch diese erscheint nicht. So ist die Wachau einfach.
Das Ende der Wanderung führt bergabwärts zurück in die Zivilisation, in Mühldorf endet die Etappe 4 für mich mit einem Kaffee beim ExtraZimmer.
Welterbesteig Etappe 13: von Unterbergern über Stift Göttweig nach Mautern
Um möglichst viel Abwechslung an meinen Wandertagen in der Wachau zu haben, wechsle ich heute die Donauseite und laufe Etappe 13 des Welterbesteigs. Diese startet in Unterbergern. Hier parke ich das Auto in der Nähe der Bushaltestelle.
Kaum habe ich den Ort verlassen, fühlt sich dieser Wandertag anders an. Es ist noch ruhiger. Außer den Menschen bei der Weinlese ist hier niemand unterwegs.
Zum Stift Göttweig und weiter nach Mautern
Der Weg führt zunächst durch den Ort, dann flach an Feldern vorbei, bis ich links und rechts wieder von Weingärten umgeben bin. Immer wieder blitzt das heutige Ziel über den Weinreben hervor: Das imposante Stift Göttweig.
Gemütlich wandere ich so rund sechs Kilometer in völliger Ruhe, bis ich dem Stift immer näher komme. 170 Meter Anstieg auf Waldwegen gilt es nun zurückzulegen, um die 422 Meter Seehöhe zu erreichen, auf denen das als Weltkulturerbe ausgezeichnete Benediktinerstift liegt.
Oben angekommen, könnte man im Restaurant einkehren oder auch das Museum im Kaisertrakt besuchen.

Auf der offiziellen Route geht es anschließend wieder bergabwärts über Furth bis zum Mauterner Rathausplatz. In Mautern empfehle ich dir einen Stopp bei der Bäckerei Bruckner. Hier gibt es nicht nur feines Gebäck und Kaffee, sondern auch hausgemachtes Eis mit ausgefallenen Sorten.
Für mich ist das die ideale Etappe gewesen, um die Wachau mit etwas weniger Betrieb und einem markanten kulturellen Ziel zu erleben.
Meine Wachau Geheimtipps abseits der Wanderetappen
Als wären die großartigen Wanderwege nicht schon Beweis genug für die Schönheit der Region, bietet die Wachau auch noch viele einmalige Ausflüge und fantastische Gastronomie. Plane also unbedingt ein paar Tage mehr ein und nimm dir auch für diese Wachau Geheimtipps Zeit.
Eselwanderung zur Ferdinandswarte
Hanni, Nanni und Franz heißen die drei flauschigen Langohren, mit denen du zur Ferdinandswarte wandern kannst. Eseltypisch sind sie freundlich, aber auch dickköpfig, vor allem wenn sie die Chance verspüren, am Wegesrand naschen zu können. Dabei sind sie ganz und gar nicht wählerisch. Auf ihrer persönlichen Gourmetkarte steht alles, von trockenem Eichenlaub bis zu frischem Gras.
Damit du auch wirklich wandern und nicht nur grasen gehst, erklärt Besitzerin und Sozialpädagogin Stefanie von tieReich, welches Verhalten man im Umgang mit den Tieren üben sollte.
Beim Wandern mit Eseln ist Durchsetzungskraft mit Feingefühl gefragt.
Gesagt, getan und so trabt Esel-Oma Hanni (30 Jahre) im Gleichschritt neben mir her, während sich die Sonne langsam zum goldenen Finale bereit macht.
Der Weg führt uns entlang von Feldern, großen Wiesen und kleinen Waldstücken gemütlich hinauf zum Aussichtspunkt Ferdinandswarte. .
Während ich hier den Blick auf die im Tal liegende Donau genieße, erfreut sich Hanni am Gebüsch neben mir. Ich denke, wir haben beide das gleiche Level von Zufriedenheit erreicht, jede auf ihre eigene Art.
Auf dem Weg zurück erzählt mir Stefanie, dass sie die Esel nicht nur für “normale Wanderungen” hat, sondern sie vor allem auch für tiergestützte Pädagogik einsetzt. Ich verstehe sofort, warum das so gut funktioniert.
Die drei sind groß genug, damit man etwas Respekt vor ihnen hat, zeitgleich jedoch so niedlich, dass man unbedingt Zeit mit ihnen verbringen will. Um sie jedoch zu führen, braucht man die richtige Körpersprache, Durchsetzungsvermögen ohne Gewalt und ein Ziel. Kompetenzen, deren Training sich lohnt.
Die Ferdinandwarte zum Sonnenaufgang und Sonnenuntergang
Die Ferdinandswarte ist nicht nur ein toller Spot für die Eselwanderung, sie ist auch einer der besten Sunrise und Sunset Spots der Region. Denn das kleine, auf einem Fels gebaute Häusschen bietet den perfekten 180 Grad Blick auf die Donau. Während du den Sonnenaufgang zur linken Seite über den Wäldern untergehen siehst, schiebt sich die Sonne zur rechten Seite über den Häusern am Morgen empor.
Ein weiterer Pluspunkt: Die Ferdinandwarte ist sehr einfach mit dem Auto zu erreichen, wenige Meter vor der Aussichtsplattform befindet sich ein kleiner Parkplatz am Wald.
Zillenfahrt – mit Wein in den Sonnenuntergang
Der Wind fährt mir durch das Haar, während ich einen Schluck kühlen Riesling trinke und die untergehende Sonne beobachte – so sieht mein perfekter Tagesabschluss aus und genau das bietet Ahoi Wachau mit ihren Sundowner-Zillenfahrten an.
Holzzillen sind traditionelle Boote, deren Rumpf einst flach gebaut wurde, um sie besser an Land unter anderem mit Salz aus dem Salzkammergut beladen zu können. Heute dienen sie nur selten dem Gütertransport. Viel häufiger bieten die traditionellen Boote Besuchern wie mir eine charmante Option, die Donauregion in der Wachau aus einer anderen Perspektive zu entdecken.

Kapitän Michael steuert uns geschickt über die breite Donau und erzählt derweil von der Region, ihren landschaftlichen Besonderheiten und den Weinen, die hier entstehen. Typisch für die Wachau sei es, Weine in Qualitäts-Kategorien zu unterscheiden: Steinfeder (11-11,5%), Federspiel (12-12,5%) und Smaragd Weine (ab 13%) – ich höre gespannt zu, nippe nochmal am Glas und denke mir:
“So macht Lernen doch Spaß”.
Bei einem Glas bleibt es heute ausnahmsweise mal nicht, denn eine Fahrt mit Ahoi Wachau ist auch immer eine Weinverkostung. Passend zu ausgewählten Stopps werden Wachauer Weine vorgestellt. Beim “Winzertreiben”, immer freitags, übernimmt die Vorstellung der Weine der Winzer selbst.
Hauben-Picknick zwischen Weingärten
Ihr seid zu zweit unterwegs und sucht eine eher romantische Gönnung? Dann lautet mein Wachau Geheimtipp “Hauben-Picknick”. Die Hofmeisterei Hirtzberger bietet für 100€ einen mit Wein und Leckereien gefüllten Picknickkorb für zwei.
Genießen könnt ihr diesen Gourmet-Korb, wo auch immer euch danach ist. Vier ideale Picknickplätze liefert die Hofmeisterei mit einer Wanderkarte. Die naheliegendste Option sind die hauseigenen Weingärten, nur wenige Meter vom Restaurant entfernt.
Zwischen den Weinreben darf man sich seinen Lieblingsplatz frei nach Gusto wählen, die Decke aufschlagen und mit dem Schlemmen loslegen.
SUP auf der Donau
Nach dem Picknick ist vor dem Sport, so zumindest, wenn man das Kombipaket “Picknick und SUP” bucht. Dann geht es nach dem gemütlichen Schlemmen wieder zurück in die Vertikale. Gleichgewicht ist gefragt, wenn man bei Gregor von Kanu Wachau in Loiben zum Stand-up-Paddle erscheint. Innerhalb von einer Stunde kann man den Sport in ruhigen Buchten antesten, wer schon etwas geübter ist und sich auspowern will, der paddelt auf der Donau gegen die Strömung an, so sind die Kalorien vom Picknick auch schnell wieder abtrainiert.
Kanu-Wachau Website
1 Stunde ab 40 Euro pro Person, mind. 2 Personen

Weingartenwanderung und Sensoriktraining bei Lagler
Die Wachau zu besuchen und keinen Wein zu trinken, das wäre, als würde man einen Vergnügungspark besuchen, ohne ins Fahrgeschäft zu steigen – traurig. Wenigstens einem Weingut sollte man bei einem Wachau Urlaub daher einen Besuch abstatten. Dafür gibt es viele Optionen. Manche bieten sogar Restaurants und Pensionen an.
Das Weingut Lagler weitet das Angebot noch um eine Panoramawanderung sowie ein Sensorik-Training aus. Beides kann man zusammen optional inkl. Genussfrühstück als Tagesaktivität buchen. Dabei erlebt man das Thema Wein vom Garten über die verschiedenen Aromen bis ins Glas.
Mir wird bei meinem Besuch noch einmal bewusst, wie viel Arbeit in den Hängen steckt, die ich beim Wandern ständig fotografiert habe.
Die Familie Lagler bewirtschaftet rund 14 Hektar, meist in Terrassenlagen. Bei unserem Besuch erfahre ich, dass manche Lagen ausschließlich zu Fuß mit über 220 Stufen erreichbar sind. Bei der Auslese geht es ständig treppauf, treppab und das mit dem 10 bis 30 Kilo schweren Körben auf dem Rücken. Im Gym nennen wir das Farmers Walk, hier ist es Winzeralltag.
Restaurant-Tipps in der Wachau
Marillen, Safran und jede Menge Wein – in der Wachau wachsen so einige Köstlichkeiten. Die Gastronomen der Region wissen das nicht nur zu schätzen, sie bringen die saisonalen Aromen verfeinert auf den Tisch und sorgen so für einen Urlaub, der auch geschmacklich in Erinnerung bleibt.
Poldi Fitzka – Frühstück für jeden Geschmack
Für alle, deren Hotel kein Frühstück bietet oder die ein wenig Abwechslung zum täglichen Hotelbuffet wollen, ist das Poldi Fitzka in Krems meine Empfehlung. Namensgebend ist Leopoldine „Poldi“ Fitzka, die an gleicher Stelle 1949 ein Wirtshaus eröffnete. Da zur damaligen Zeit Frauen keine Gastronomen waren, musste Poldi nicht nur mutig sein und sich durchsetzen, sondern war ihrer Zeit auch weit voraus. Eine wunderbare Geschichte, die mich direkt Sympathiepunkte verteilen lässt.
Ebenso gut gefällt mir die Frühstückskarte, auf der sich viele Klassiker, aber auch Shakshuka, Schüsselkrapfen und gebratenes Croissant wiederfinden.
Das Frühstück lässt sich übrigens perfekt mit Kultur verbinden, da das Restaurant direkt an der Kunstmeile Krems liegt.
Hofmeisterei Hirtzberger – Haubenküche in uriger Atmosphäre
Lust auf unaufgeregten Haubengenuss? Dann bist du in der Hofmeisterei Hirtzberger in Wösendorf richtig.
Schon das hausgebackene Brot mit unterschiedlichen Begleitern macht Lust auf mehr. Und dieses “Mehr” ist auch für Vegetarier alles andere als langweilig. Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir ein Karottengericht mit Currysauce, gepufftem Reis und hauchdünnem Pfirsich: erst süß, dann würzig – spannend und perfekt abgestimmt.
Beim Dessert wird es mit frischen Brombeeren, Sorbet und geflämmter Meringue so gut, dass man die Sättigung außer Acht lässt und bis zum letzten Klecks löffelt.
Trotz drei Hauben ist die Atmosphäre entspannt. Jeder kommt, wie er will und bestellt, wonach ihm ist. Ein Wein an der Bar – so machen es viele Stammgäste, deren Namen am Lieblingsplatz hängen. Oder doch lieber mehrere Gänge? Egal, wonach dir ist, du bist in der ehemaligen Weingartenhofmeisterei (Stützpunkt für die Bewirtschaftung der umliegenden Weinberge) willkommen.
Landgasthaus Essl – Scandischicke Gaumenfreuden auf top Niveau
Schon das Gedeck im Landgasthaus Essl in Rührsdorf hat mich neugierig gemacht: frisches Brot, Kren-Radieschen und hauchdünne Scheiben geräucherter Sellerie. Wenn selbst die Kleinigkeiten so sorgfältig gemacht sind, freue ich mich erst recht auf das, was danach kommt.
Auch die Atmosphäre ist genau mein Ding: modern mit stilvoll gesetzten Farbakzenten im Innenraum und einer überdachten Terrasse, die im Sommer nicht nur Schatten spendet, sondern mit Seiten-Jalousien auch das Draußensitzen bei Regen ermöglicht. Genau das kann ich testen. Bei sommerlichen Abendtemperaturen und dem Geräusch von Regen werden mir bunte Paradeiser (Tomaten) serviert. Es folgen hausgemachte Kürbis Gnocchi mit wildem Brokkoli, Frischkäse und Basilikum.
Mein Zustand nach Gedeck und den ersten beiden Gängen: Glücklich! Man könnte meinen, das Ziel sei erreicht. Doch Philipp und Marie-Theres Essl halten selbst Glück für steigerbar und beweisen das mit einem Melba-Dessert, für das ich kurzfristig überlege, meine Manieren beiseite zu legen, nur um die allerkleinsten Reste vom Teller lecken zu können.
Wellenspiel – lässig speisen auf der Sonnenterrasse
Direkt an der Donau sitzen, einen Cocktail schlürfen und typische Küche oder doch lieber eine Pizza aus dem Steinofen essen – das ist die Lockerheit, die das Wellenspiel in Krems bietet. Das Restaurant könnte man auch als die Terrasse der Wachauer bezeichnen. Hier kommt man her, wenn man sich in entspannter Atmosphäre mit Freunden treffen möchte, mit Oma am Sonntag auf einen Kaffee rausgehen will oder man beim Spaziergang Lust auf eine Pause verspürt.
Kaffee Campus Krems – Bester Barista Kaffee in town
Vielleicht hast du dich schon gefragt, warum es hier bisher noch keinen Kaffee-Tipp gab? Gut aufgepasst! Ein Artikel von mir ohne Barista-Empfehlung wäre ein Grund, sich Sorgen zu machen. Keine Panik, in der Wachau müssen wir auf unsere tägliche Dosis schwarzes Gold nicht verzichten, ganz im Gegenteil, es wird uns sogar mit kreativster Latte Art präsentiert. Oder wurde dir schon einmal ein Bär auf deinen Cappuccino gemalt?
Die Adresse für solche Tassenkunst heißt Café Campus und versteht sich nicht nur im Servieren, sondern auch im Rösten.
Übernachten in der Wachau
Manchmal sind Hotels rein funktional, in der Wachau hingegen können sie der Grund der gesamten Reise sein. So gibt es diverse Weingüter, die helle, moderne Zimmer teils mit eigener Sauna und Weinbergblick anbieten. Zentraler gelegene Hotels hingegen bieten eine gute Ausgangslage für Wanderungen und überraschen oft mit einer hervorragenden Küche. So auch der Kirchenwirt in Weißenkirchen.
Das familiengeführte Hotel bietet gemütliche Zimmer, eine hervorragende Gastronomie (glücklich können jene sein, die zur Marillenzeit in den Genuss der Marillenknödel kommen), eine Toplage und Gastgeber, die ihren Job aus Leidenschaft machen. Kein Tag ist hier vergangen, an dem ich nicht freudestrahlend begrüßt worden wäre. Tipps für die Region und einen netten Plausch gibt es noch dazu. Eine Unterkunft mit Garantie zum Wohlfühlen.
Karte mit allen Wachau Tipps
Restaurants, Aussichtspunkte und weitere Wachau Sehenswürdigkeiten findest du alle in meiner Karte.
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GRÜNDERIN
Nicole Bittger
Reisesüchtige Foodie & Coffee Nerd aus Berlin mit großer Fotoleidenschaft, einem Herz für Tiere und die Natur.
Mit Nicoles Neugierde auf die Welt und ihrem ersten Sabbatical erblickte auch PASSENGER X das Licht der Welt. Ein halbes Jahr Abenteuer in China, Japan und Europa führten dazu, dass dieser Blog mit Leben gefüllt wurde. Um ein Jahr später fünf Monate lang solo durch das bunte Südamerika zu touren, kündigte Nicole schließlich ihren sicheren Konzernjob. Seitdem arbeitet sie selbstständig und ist Vollzeitbloggerin.
Ob sie jemals genug vom Reisen haben wird? We doubt it!
Fun Fact: Nicoles Herzensland ist Grönland. Dort hat sie noch das wahre „Weit-Weg-Gefühl“.

