Im Herbst ins Montafon reisen? Unbedingt! Gerade Anfang Oktober ist das Montafon für mich ein ideales Ziel für einen Herbsturlaub in Österreich. Denn die meisten Bergbahnen fahren dann noch und gleichzeitig färbt sich die Landschaft schon so langsam in herbstliche Töne. Es ist also der ideale Moment, um wundervolle Herbstwanderungen zu unternehmen. Außerdem ist touristisch weniger los. Zwischen Sommerurlaubern und Wintersportlern kehrt ein wenig Ruhe ein. Das ist auch der ideale Moment, um lokale Manufakturen zu besuchen, ein wenig zu bummeln und natürlich herrlich einzukehren. Ich war selbst im Oktober im Montafon und würde es direkt wieder so planen. Meine Herzensorte und zwei der schönsten Wanderungen für Montafon im Herbst stelle ich dir in diesem Artikel vor.
Mein Hoteltipp im Montafon – Münsterhus in Schruns
Wer ohne Auto im Montafon Herbsturlaub machen möchte, braucht natürlich eine gemütliche Unterkunft mit guter Anbindung und genau die habe ich in Schruns gefunden. Denn Schruns bietet neben dem Bahnhof auch reichlich Busverbindungen unter anderem auch zu den Bergbahnen der Region. Damit ist die Stadt die ideale Base.
Für mich ist ein Hotel jedoch nie nur eine zweckmäßige Entscheidung. Ob ich mich in dem Hotel meiner Wahl wohlfühle, kann die Stimmung für den gesamten Urlaub beeinflussen. Sicher kennst du das.
Mit dem Münsterhus – Josef’s Alpine Lodge – direkt im historischen Ortskern von Schruns, habe ich ein Boutique Hotel gefunden, das mir sofort das Gefühl vermittelt hat, willkommen zu sein.
Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1702 und wurde 2022 denkmalgerecht renoviert. Heute beherbergt es sechs Zimmer, die Alt und Neu perfekt kombinieren. Alte Holzbalken, historische Böden und moderne Einrichtung greifen hier wunderbar ineinander.
Besonders ansprechend finde ich das durchdachte Lichtkonzept. Dieses zieht sich von der indirekt beleuchteten Treppe bis in die Zimmer.
Zum Verweilen lädt außerdem die gemütliche originale Stube im Erdgeschoss ein, in der morgens auch das Frühstück serviert wird. Hier habe ich meinen morgendlichen Schnack mit Hotelier Josef geführt. Zwischen Spiegelei und Cappuccino haben wir uns über Wanderwege und das Leben im Allgemeinen ausgetauscht – genau so sollte es in einer Stube sein.
Überhaupt sorgt Josef mit seinem freundlichen Wesen dafür, dass ein heimeliges Gefühl aufkommt. Da würde man am liebsten länger bleiben.
Wandern im Montafon – auf diesen Routen ist es im Herbst besonders schön
Die Montafoner Bergwelt ist hoch und je höher man kommt, desto weniger Bäume gibt es, vor allem Laubbäume sind eher ein Phänomen der unteren Lagen. Für den Herbsturlaub in den Bergen könnte das heißen, dass die Laubfärbung am Berg gar nicht zu sehen ist. Wären da nicht Wanderwege, die etwas niedriger verlaufen und auch besonders stark von wilden Blaubeersträuchern geprägt sind, denn auch diese leuchten im Oktober in strahlendem Rot.
Auf dem Golmer Seenweg und der Muttjöchle Gipfeltour hat sich mir der Herbst von seiner schönsten Seite gezeigt. Beide Touren sind mittelschwer und kommen ohne Klettersteig aus. Auf schmaleren Höhenwegen solltest du dennoch trittsicher sein. Ob sich die Wanderungen bei Höhenangst eignen, hängt von deinem persönlichen Sicherheitsempfinden ab. Für mich waren sie beide auch gut mit Höhenangst machbar.
Golmer Seenweg – Herbstfarben und grandiose Ausblicke auf den Rätikon
Nach dem Frühstück im Hotel laufe ich drei Minuten bis zum Bahnhof in Schruns, von hier aus fährt der Bus 601 zur Golmerbahn. Dort angekommen bin ich unter den ersten fünf Wanderern und nehme um 8:30 Uhr die erste Gondel.
Mit mir steigt ein älterer Wanderer ein. Wir kommen ins Gespräch. Er erzählt mir, er sei Rentner, eigentlich vom Bodensee, liebe das Montafon jedoch so sehr, dass er sich vor vielen Jahren ein kleines Häuschen gekauft habe, um hier – wann immer ihm danach ist – wandern zu können. Die Wege, kennt er so ziemlich alle, scheint mir. Er wählt sie je nach Wetterlage aus.
Heute hat er eine Tour geplant, bei der er sicher ist, schon am Morgen Sonne zu erhaschen. Auch mein geplanter Weg ist ihm bekannt, er gibt mir noch ein paar Tipps und wünscht mir viel Spaß, ich solle die tollen Bergaussichten genießen, die mich erwarten. Dann lächelt er, steigt aus der Gondel und wandert los.
Und er wird recht haben: Diese Wanderung bietet wahnsinnig schöne Aussichten.
Schuhe schnüren und los
Von der Bergstation Grüneck führt der Golmer Seenweg zunächst bergauf, schon nach kurzer Zeit erreiche ich das erste kleine Gipfelkreuz mit einem herrlichen Rundumblick. Schon jetzt könnte ich gar nicht glücklicher sein.
Diese Aussicht im Montafon ist einfach ganz besonders.
Denn mit seinen drei Gebirgsgruppen – Verwall, Rätikon und Silvretta, die das Montafon einrahmen, hat man im Prinzip immer einen Bergblick und das sogar sehr abwechslungsreich. Während das Verwall von Waldlandschaften geprägt ist und das Rätikon mit seinen schroffen Kalkfelsen beeindruckt, sind die hohen Gipfel der Silvrettas hochalpin und fast schon angsteinflößend schön. Der Golmer Seenweg befindet sich im Rätikon und so beeindruckt auf dem ersten Abschnitt der Wanderung zur linken Seite vor allem der Blick auf die drei Türme.
Auf dem Golmer Höhenweg
Nach dem ersten Gipfelkreuz geht es über den Golmer Höhenweg zum Kreuzjoch. Der Weg ist schmal und verläuft wellenartig auf und ab. Am Kreuzjoch angekommen, wird man mit einem unfassbar schönen Blick auf die umliegenden Gipfel belohnt. Definitiv ein Highlight auf dieser Wanderung, aber noch nicht der Grund, warum man sie unbedingt im Herbst machen sollte.
Seen und Herbstpracht
Bis hierher ist die Landschaft noch nicht besonders farbenfroh. Das ändert sich erst, als ich nach dem ersten Abstieg auch die Golmer Bergseen hinter mir lasse.
Jetzt werden Berghänge mit Laubbäumen sichtbar und die – oh ja – die strahlen in den prächtigsten Herbstfarben. So schön, dass ich kurz den Hauptweg verlasse und ein paar Extrameter in Kauf nehme, um dieses Spiel aus Gelb, Orange und Rot genauer zu betrachten.
Während ich das tue, entdecke ich in der Landschaft einen auffällig großen dunklen Fleck, ich schaue genauer hin und siehe da, es ist eine Gams. Sie ist zwar weit weg, doch spätestens als sie beginnt, in hohen Tönen zu rufen und davon zu springen, bleibt kein Zweifel mehr. Was für eine tolle Begegnung! Ein richtiges Geschenk der Natur, die Gams vor dieser herrlichen Kulisse gesehen zu haben. Ein perfekter Abschluss, könnte man sagen. Denn nun warten nur noch wenige Höhenmeter auf mich, dann bin ich auch schon an meinem Ausgangspunkt zurück.
Zur Belohnung kehre ich in den Berghof Golm ein. Eine zuverlässige Adresse direkt an der Bergstation, die einen mit typischer Bergküche glücklich macht.
Muttjöchle Wanderung ab dem Kristberg – plötzlich leuchtet alles rot
Das Muttjöchle ist ein Gipfel, den ich bereits von einer früheren Montafon-Reise kenne. Damals habe ich ihn im Rahmen einer Bike-&-Hike-Tour vom Sonnenkopf aus erreicht. Man kann das Gipfelkreuz jedoch auch von der Kristbergbahn erwandern und so eine unfassbar schöne Montafoner Herbstkulisse erleben.
Der Weg zum Tourenstart
Mit dem Bus 680 geht es vom Bahnhof in Schruns in gerade mal 15 Minuten zur Talstation der Kristbergbahn. Diese fährt bis Ende Oktober regelmäßig. An der Bergstation angekommen, sehe ich schon mein Ziel für später: Das Bergrestaurant Knappastoba. Doch die Portion Zwetschgenkuchen muss noch ein wenig warten, das will sich erst noch verdient werden.
Also werden die Wanderschuhe ordentlich geschnürt und direkt der Weg hoch in den Wald gewählt.
Herbstzeugen im Wald
Auf angelegten Waldstufen und wurzeligen Pfaden geht es durch den Muttwald. Hier und da sprießen Pilze in allen Farben und Formen aus dem Boden – ein klares Zeichen: Der Herbst ist da.
Der Herbst explodiert vor meinen Augen
Nach gut zweieinhalb Kilometern und 400 Höhenmetern lichtet sich der Wald und ich beginne zu grinsen, denn vor mir überziehen nun leuchtend rote Heidelbeersträucher die Landschaft.
Sie stehen dicht zwischen Tannen und Wanderweg und bedecken den Boden vollständig. Was für ein Farbenspiel!
Links von mir deuten sich weit hinter dem welligen Boden und dem Gebüsch Berggipfel an. Das verspricht ein toller Blick zu sein. Ich weiche also kurz vom Weg ab, gehe aufmerksam und vorsichtig Richtung Ausblick. Dabei ist unbedingt auf den wurzeligen und steinigen Untergrund zu achten, da sich hier einige Unebenheiten und Löcher verstecken, doch das lohnt sich. Denn nun wird der Blick vom Verwall auf die markanten Gipfel des Saladinagrats im Lechquellengebirge frei.
Dieses Herbstpanorama überwältigt mich. Das muss unbedingt genossen werden. Also nehme ich auf einem der großen Gesteinsbrocken Platz und lege eine Aussichtspause ein. Wie schön kann die Welt sein?
Rückweg und Einkehr lohnen ebenso
Zugegeben: Es fällt schwer, sich von diesem Anblick wieder loszureißen, doch mittlerweile ist es Mittag, der Großteil der Strecke liegt noch vor mir und die Vorfreude auf den Hütten-Kuchen ist auch groß, also Rucksack wieder auf und weiter geht’s.
Vorbei an den prächtigen Heidelbeersträuchern führt der Weg stetig aufwärts. Kurz vor dem Gipfel verändert sich die Landschaft in flache und karge Ebenen. Dann erreiche ich das Gipfelkreuz des Muttjöchle auf gut 2.000 Metern. Von hier aus hat man einen wunderbaren Blick auf die Montafoner Bergwelt.

Mir wird dieser allerdings nur kurz gegönnt, denn die Wolken ziehen den Gipfel hinauf und umhüllen mich wie ein dichter Disconebel. Ein guter Grund, nicht allzu lang zu verweilen und mich flott auf den Rückweg zu machen. Noch einmal komme ich an der herbstlichen Farbenpracht vorbei, bevor ich auf der sonnigen Terrasse der Knappastoba Platz nehme, meinen Pflaumenkuchen mit Sahne und Cappuccino bestelle und die warme Herbstsonne im Gesicht genieße.
Wichtig für deine Tourenplanung: Es gibt mehrere Wanderungen auf das Muttjöchle. Die hier beschriebene Variante ab der Kristbergbahn ist mit rund 7,5 Kilometern deutlich kürzer als die ausgedehnte Muttjöchle-Rundwanderung mit etwa 17 Kilometern.
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Schönste Touren im Montafon
Wenn du noch mehr Wanderinspiration suchst, findest du in meinem Artikel über die schönsten Wanderwege im Montafon weitere Touren, darunter die Gauertaler AlpkulTour und den Seetalweg.
Restaurants im Montafon – meine liebsten Adressen in Schruns
Ein richtig guter Wandertag endet für mich am liebsten mit richtig gutem Essen. Und auch kulinarisch hat das Montafon einiges zu bieten. Von regionaler Hausmannskost bis zu kreativer Küche findest du hier spannende Adressen. Wenn du auf der Suche nach guten Restaurants in Schruns bist, habe ich gleich zwei besonders schöne Adressen für dich.
Stuben im Posthotel Taube – regionale Küche modern interpretiert
Das Restaurant im Posthotel Taube liegt mitten in Schruns und gehört für mich zu den besonders schönen Adressen für einen genussvollen Abend.
Dunkle Holzböden, elegante Nussholzstühle mit grüner Polsterung, gedeckte Farben und alpine Kunst schaffen eine Atmosphäre, die mich an eine moderne Interpretation einer traditionellen Jägerstube erinnert. Gemütlich, hochwertig und angenehm unaufgeregt.
Auch die Speisekarte verbindet österreichische Klassiker mit modernen Kreationen. Besonders erfreulich finde ich, dass es neben Fleischgerichten auch interessante vegane Optionen gibt.
Ich entscheide mich für ein Schwammerlgulasch mit Kartoffelknödel und knackigem wildem Brokkoli. Und was soll ich sagen: Das Gulasch schmeckt herrlich intensiv und wunderbar aromatisch. Das steht dem fleischhaltigen Original in nichts nach. Dazu Knödel, damit macht man mich ohnehin glücklich.
Auch das Dessert bringt mich zum Schwärmen: Marinierter Pfirsich, Holunderblüteneis, fluffiges Mandelbiskuit, karamellisierter weißer Schokoladenkrokant und Apfel-Vinaigrette. Das schmeckt genauso ungewöhnlich und köstlich, wie es klingt.
Kein Wunder also, dass sich die Stuben seit Jahren größter Beliebtheit erfreuen.
Das Esszimmer by Emanuel Ganahl – moderne Küche und Sushi
Eine weitere spannende Adresse in Schruns ist das Esszimmer by Emanuel Ganahl im Hotel Alpenrose. Hier verbindet der Küchenchef alpine Wurzeln mit internationalen Einflüssen. Eine besondere Rolle spielt dabei Sushi, das er auf seine eigene Weise interpretiert. Sushi in Vorarlberg? Zwischen Kasköpfle und Knödeln sticht das mutig hervor. Das Handwerk für dieses Angebot hat sich Koch Emanuel Ganahl in Japan angeeignet und sowieso ist er – da sind wir uns wohl ähnlich – am liebsten am Reisen. Davon profitiert sein Menü mit einer Haube vom Gault&Millau.
Vorweg gibt es das Hausgedeck: Mit Thunfischcreme gefüllte Oliven, getrocknete Tomaten und hausgebackenes Focaccia sowie Zitronen-Schnittlauch-Quark. Geht gut los!
Mir serviert Kellner Sky einen perfekt abgestimmten Aperol Sour (alkoholfrei) und ich denke mir:
“Eigentlich bräuchte ich gar nicht mehr, ich bin jetzt schon verdammt happy. Doch Glück ist erstaunlich gut steigerbar, wenn man im Esszimmer zu Gast ist.
Das beweisen das Rucola-Tomaten-Burrata-Sushi und das Curry mit Granatapfel und warmem Naanbrot. Überraschend und köstlich! Gerade das Curry verursacht eine wohlige Wärme – das könnte zum richtigen Comfort Food avancieren. Mindestens genauso angenehm ist die Atmosphäre, die vor allem durch die charmante und lustige Art von Kellner Sky entsteht.
Wenn dir also nach ein wenig Abwechslung zwischen den alpinen Klassikern ist, gönne dir einen Abend im Esszimmer. Wohlfühlen ist garantiert.
Eisplatzl in Schruns – Eis geht auch im Herbst!
Wer behauptet eigentlich, dass Eis nur im Sommer schmeckt? Also den mag ich nicht. Eis geht ja wohl immer, ganz besonders gut an Herbsttagen, an denen die Blätter schon farbenfroh leuchten, sich die Sonne aber noch nicht verabschiedet hat. Jetzt auf der Terrasse sitzen, eingemummelt in der Übergangsjacke und ein Eis schlecken – Jackpot! Besonders gut geht das im Montafon im Eisplatzl in Schruns.
Verkauft werden Eissorten der Vorarlberger Eismanufaktur Kolibri. Die schmecken besonders gut. Das finde übrigens nicht nur ich, sondern wurde auch durch zahlreiche Auszeichnungen bestätigt. Aber teste selbst!
Ich kann nur sagen: Die Sorte Mozart mit Pistazie, Nougat, Schokolade ist ungewöhnlich, fantastisch cremig und einfach köstlich. Auch das Zimteis – boah, lecker!
Besondere Aktivitäten im Montafon – Handwerk und Manufakturen
Auch abseits der Wanderwege gibt es im Herbst im Montafon einiges zu entdecken. Besonders spannend finde ich kleine Betriebe, hinter denen Menschen stehen, die mit viel Leidenschaft etwas Eigenes schaffen. Drei davon möchte ich dir unbedingt ans Herz legen.
Hees Huus in Schruns – eine Boutique voller kreativer Ideen
Im Hees Huus in Schruns treffe ich Eva, die hier einen wirklich besonderen Laden geschaffen hat. Seit rund zehn Jahren veredelt sie Produkte unter dem Label Hees. Aus Basics werden mit liebevoll ausgewählten Stoffpatches Unikate.
Mit dem Hees Huus betreibt sie seit Sommer 2026 einen Concept Store, der ausgewählte Labels aus der Alpenregion ausstellt. Von gebundenen Trockenblumenkränzen, handgezogenen Kerzen, Kinderschuhen und handgefertigten Messern bis zu Porzellangeschirr findest du hier wunderschöne Produkte kleiner Produzenten. Eva selbst bezeichnet ihren Laden liebevoll als Villa Kunterbunt. Und tatsächlich steckt hier an jeder Ecke etwas Neues, das man sich genauer anschauen möchte.
Es ist leicht, sich in den Laden zu verlieben und schwer, ihn zu verlassen, ohne einige neue Lieblingsteile gekauft zu haben. Also lass besser etwas Platz in deinem Koffer.
Mein Tipp: Eva veranstaltet regelmäßige Events im Hees Huus, wie beispielsweise Abende zusammen mit der Wiinothek. Termine werden über den Hees Huus Instagram Account bekannt gegeben.
Porzellanstudio Dälmatenn – Handwerk am Bartholomäberg
Einen weiteren besonderen Besuch mache ich bei Silvi Siegl und Lukas Kopf im Porzellanstudio Dälmatenn. Ihr wunderschönes Geschirr habe ich bereits im Hees Huus entdeckt, jetzt darf ich einen Blick in ihre Werkstatt werfen.
Werkstatt mit Aussicht
Die beiden haben auf dem Bartholomäberg einen alten Bauernhof renoviert. Ihre Werkstatt hat dabei einen ganz besonderen Ort bekommen, oder vor allem einen besonderen Blick.
Über eine alte enge Holztreppe geht es hinauf in die Halle des Schaffens und da wissen die Augen gar nicht, wo sie zuerst hinschauen sollen: Hinaus durch die Luken auf die Berge oder auf die vielen schönen Porzellanstücke, die gerade auf großen Tischen trocknen?
Schöne Designs per Hand gemacht
Silvi beschäftigt sich seit rund 30 Jahren mit Porzellan. Lange Zeit hat sie für andere kleine Labels gearbeitet, mit dem Umzug gründete sie dann zusammen mit Lukas Dälmatenn.
Seitdem produzieren sie von Hand Teller, Schüsseln, Vasen und Co. Diese können minimalistisch halb lasiert sein, in Blei-Kristallglas-Optik daherkommen oder mit Anspielungen auf die traditionellen Bregenzerwälder Holzschindel sich perfekt wiederholende Muster zeigen. Neben dem aufwändigen Gipsformenbau werden auch alle anderen Schritte per Hand gemacht. So entstehen hochwertige Produkte, an denen man sich eine Ewigkeit erfreuen kann.
Doch die Werke kannst du nicht nur kaufen, du kannst sie unter Anleitung auch selbst produzieren. Die Workshops von Silvi und Lukas gehören wohl zu den coolsten Aktivitäten im Montafon abseits der Wanderwege. In den Sommermonaten bieten die sympathischen Montafoner Tagesworkshops an, bei denen du dein eigenes Frühstücksservice für zwei Personen fertigst. Wie cool ist das denn? Ich habe mir jedenfalls einen Alert für März gestellt, dann werden die Sommertermine bekannt gegeben. Machst du das auch? Dann sehen wir uns vielleicht zum Porzellan-Workshop im Montafon.
Verner’s – Kochevents und Hofshop
Manche Menschen haben so viele Fertigkeiten, dass sie Orte erschaffen, deren Angebot nicht schnell erzählt werden kann. Ich versuche es dennoch: Verner’s ist im Prinzip ein Sammelsurium aus mit Liebe und Leidenschaft produzierten Getränken, einem Eventort mit unfassbarem Ausblick, einem Bauernhof mit Schafen und Eseln, dem Wissen über Heilkräuter und Kochevents. Na, zu viel versprochen?
Die Alleskönner hinter Verner’s sind Doris und Harald. Ein Montafoner Ehepaar, das sich für vieles interessiert und viel zu neugierig ist, um diesen Interessen nicht nachzugehen. Sie führen einen Hof mit Montafoner Steinschafen. Gehütet wird die flauschige Herde von den Barockeseln Don Camillo und Lady Emma. Diese dürfen beim Hofbesuch auch gern auf der Weide besucht werden. Dabei ergibt sich vielleicht die Chance auf die eine oder andere Streicheleinheit. Definitiv kuschelbar ist Hofhund Luna. Einmal gekrault und Luna wird dir ihr Herz schenken.
Neben der Viehhaltung werden bei Verner’s auch Biere gebraut und Schnäpse gebrannt. All das kann zusammen mit Wollprodukten im Hofladen gekauft werden. Auf Anfrage gibt es auch Verkostungen samt Expertenaustausch.
Und solltest du die Location von Verner’s – mit Blick auf die Berge – ebenso toll finden wie ich, kannst du hier auch Events stattfinden lassen, Kochkurse buchen und vieles mehr. Ich durfte von Harald und Doris lernen, wie man die Montafoner Käsknöpfle selbst macht und wow – die waren lecker!
FAQs zu Montafon im Herbst
Ja, du kannst auf jeden Fall im Montafon ohne Auto Urlaub machen! Mit der Bahn kannst du beispielsweise über München sehr gut nach Schruns anreisen. Vor Ort bieten dir diverse Busverbindungen Transporte zu den Bergbahnen.
Für die Planung empfehle ich dir den Routenplaner des Verkehrsverbunds Vorarlberg.
Noch ausführlichere Tipps findest du in meinem Artikel zum nachhaltigen Reisen im Montafon ohne Auto.
Das hängt von der jeweiligen Bergbahn und dem Reisejahr ab. Bei meinem Besuch 2026 war die Golmerbahn noch bis zum 18. Oktober im regulären Sommerbetrieb. Die Kristbergbahn fuhr sogar bis zum 1. November. Gerade im späten Herbst können die Betriebszeiten also sehr unterschiedlich sein.
Prüfe deshalb unbedingt vor der Buchung die aktuellen Betriebszeiten am Golm und den Fahrplan der Kristbergbahn.
Für einen ersten Eindruck sind vier volle Tage ein guter Anfang.
Mein Vorschlag für vier Tage Herbst im Montafon:
- Tag 1: Golmer Seenweg und Restaurantbesuch in Schruns
- Tag 2: Muttjöchle und Einkehr am Kristberg
- Tag 3: Shoppen und Wellness in Schruns
- Tag 4: flexibel für eine weitere Aktivität
Gerade bei einem Herbsturlaub in den Bergen würde ich das Programm nicht zu eng takten. Die Tage sind kürzer, das Wetter kann schnell umschlagen und viele Betriebe haben bereits eingeschränkte Öffnungszeiten.
Ich bin ein großer Fan von Wanderungen im Herbst. Neben dem offensichtlichen Grund: Der Laubfärbung, ist die Luft herrlich klar, es sind weniger Reisende unterwegs und auch die erste Gemütlichkeit verbreitet sich. In der Nacht sinken die Temperaturen und oft hängen die Wolken tief. Beides sorgt für tolle Stimmungen im Wald und auf dem Berg.
Das Montafon, das südlichste Tal Vorarlbergs, bildet da keine Ausnahme. Als ich Mitte Oktober in Schruns ankomme, sind die Temperaturen in der Nacht ziemlich frisch, doch sobald die Sonne hervorkommt, wärmen sich Stadt und Berggipfel auf und ein dünner Pullover reicht vollkommen aus. Mehr noch: Eine meiner Wanderungen war so sonnenreich, dass ich im T-Shirt auf der Terrasse vom Bergrestaurant saß und mich ärgerte, die Sonnencreme vergessen zu haben.
Das Wetter ist natürlich jedes Jahr anders und gerade am Berg nicht so leicht planbar, daher ist die richtige Ausrüstung und Kleidung dringend zu empfehlen. In meinem Rucksack befanden sich Mütze und Jacke und beides kam zum Einsatz.
Ich habe hier im Montafon einige meiner schönsten Herbstwanderungen erlebt, also ein klares Ja, es lohnt sich!
Mein Fazit zum Herbsturlaub im Montafon
Ich habe mich aufs Neue ins Montafon verliebt! Diese Reise hat mir bewiesen, dass sich die Region nicht nur im Sommer, sondern auch im Herbst lohnt!
Wenn sich die Berghänge in ihr herbstliches Gewand schmeißen und alles etwas ruhiger wird, hat das Montafon seinen ganz eigenen Charme. Dann wird das Einkehren noch gemütlicher und es bleibt Zeit, sich kleine Manufakturen anzuschauen, bummeln zu gehen und die Menschen des Montafons kennenzulernen. Diejenigen, die mit ganz viel Leidenschaft ein Geschäft oder ein Hotel leiten, die per Hand wunderbare Produkte erschaffen.
Das ist eh meine Lieblingskombination: morgens auf einem Gipfel stehen, nachmittags durch eine besondere Manufaktur stöbern und abends richtig gut essen.
Wenn du gern aktiv unterwegs bist, regionale Küche schätzt und auch einmal abseits der klassischen Ausflugsziele unterwegs sein willst, findest du im Montafon viele schöne Gründe für einen Herbsturlaub.
Und falls du lieber im Sommer reist: In meinem Montafon-Sommerurlaub-Guide findest du weitere Sehenswürdigkeiten, Wanderungen und Unterkunftstipps.
Weitere Tipps in Vorarlberg

GRÜNDERIN
Nicole Bittger
Reisesüchtige Foodie & Coffee Nerd aus Berlin mit großer Fotoleidenschaft, einem Herz für Tiere und die Natur.
Mit Nicoles Neugierde auf die Welt und ihrem ersten Sabbatical erblickte auch PASSENGER X das Licht der Welt. Ein halbes Jahr Abenteuer in China, Japan und Europa führten dazu, dass dieser Blog mit Leben gefüllt wurde. Um ein Jahr später fünf Monate lang solo durch das bunte Südamerika zu touren, kündigte Nicole schließlich ihren sicheren Konzernjob. Seitdem arbeitet sie selbstständig und ist Vollzeitbloggerin.
Ob sie jemals genug vom Reisen haben wird? We doubt it!
Fun Fact: Nicoles Herzensland ist Grönland. Dort hat sie noch das wahre „Weit-Weg-Gefühl“.





