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Mein Abenteuer: mit dem Heißluftballon über Kappadokien fahren

Es hat zwei Anläufe gebraucht, weil das Wetter erst nicht mitspielen wollte, doch dann bin ich abgehoben und konnte mich vor Freude kaum mehr halten. Heißluftballon fahren in Kappadokien, das ist ein Abenteuer, welches man erlebt haben sollte.

Ich bekomme meine Augen kaum auf, als mein Wecker um 4:00 Uhr morgens klingelt. Doch mit Aussicht auf das bevorstehende Abenteuer fällt mir das Aufstehen erstaunlich leicht. Um 4:45 steht der Minibus vor dem Hotel und holt mich ab. Ich bekomme einen Sesamkringel und ein Trinkpäckchen in die Hand gedrückt, dann fahren wir los. Mit an Board sind fünf weitere Touristen. Zehn Minuten später erreichen wir den Ort des Geschehens. Der Blick aus dem Fenster lässt mich vor Freude quietschen. Da draußen werden bereits die ersten Ballons mit Gas befüllt. Das ist ein gutes Zeichen, denn es heißt, dass das Wetter heute mitspielt. Einen Tag zuvor sah das noch ganz anders aus. Da hatte keiner der Piloten mit der Vorbereitung begonnen. Der Himmel war bewölkt, es tröpfelte. Wir warteten auf eine Wettermessung, die negativ ausfiel und der Ausflug wurde abgebrochen. Doch heute haben wir Glück.

Auf mehreren großen Wiesen herrscht reges Treiben. Unzählige Minibusse halten an und laden die Touristen ab. Darunter auch eine chinesische Reisegruppe, die sich zu uns gesellt. Viele riesige Körbe sind geparkt, Ballons werden ausgelegt und nach und nach aufgeblasen. Immer wieder dieses laute Zischen. Dazwischen wir, die aufgeregten Fluggäste, die schon jetzt nicht genug vom fotografiere bekommen können. Zu freudig erregt sind alle.
PASSENGER X in Kappadokien Ballonflug

Wenige Minuten später steht der Ballon bereit. Auch die chinesische Reisegruppe muss ihre Kameras für diesen Moment aus der Hand lassen, um eine Sicherheitseinweisung für die Landung zu erhalten: „Das ist der schwierigste Teil des Fluges.“ Für die Schutzhaltung muss man tief im Korb in die Hocke gehen und sich mit beiden Händen an einer der im Korb justierten Schlaufen festhalten. Einmal geübt und schon geht es los. Helfer lassen den Ballon von den Seilen und schon steigen wir auf.

PASSENGER X in Kappadokien Ballonflug
In der Kappadokien gehen dutzende Heißluftballone zeitgleich in die Luft. Das gibt einem aber nicht etwa das Gefühl von einem touristisch überlaufenen Ort. Vielmehr machen genau diese bunten Farbkleckse den Anblick des frühmorgendlichen Abenteuers aus. Wir schweben über die Täler, sehen Feenkamine und Höhlenhügel von oben, fahren nur wenige Meter entfernt daran vorbei. Irre, diese Perspektive. Unter uns, das noch verschlafene Kappadokien. Gekonnt navigiert der Pilot knapp an den Sehenswürdigkeiten vorbei, zum greifen nah. Scheinbar gefährlich nahe kommen wir uns auch mit anderen Ballonen. Doch die geübten Piloten tätigen wenige Handgriffe und schon steigt der bunte Riese rasch weiter auf. 600 Meter erreichen wir nach Aussage des Piloten. Die aufgehende Sonne taucht den diesigen Himmel in zartrosa Farbe. Ich atme ein und freue mich. Das Leben kommt mir gerade ziemlich perfekt vor.
PASSENGER X in Kappadokien Ballonflug

45-60 Minuten dauert eine Ballonfahrt in Kappadokien, abhängig vom Wetter. Genug Zeit, um Fotos zu schießen, sich mit den anderen Fluggästen auszutauschen und in aller Ruhe den Ausblick zu genießen. Zur Landung werden wir gebeten die vorab einstudierte Schutzhaltung einzunehmen. Nötig ist sie dann aber nicht. Denn wir landen ohne das geringste Ruckeln – ein Hoch auf den Piloten.

Am Boden steht der Minibus schon bereit. Unser Pilot hatte bereits aus der Luft den Busfahrer zum Landeplatz geordert. Kaum sind wir alle ausgestiegen und stehen auf der gelb blühenden Wiese, bauen Helfer den Schirm ab. Pilot und Busfahrer bereiten ein feierliches Frühstück vor. Es gibt Sekt und Kuchen und noch ein Gruppenselfie für die Chinesen. Ich bin überwältigt.

PASSENGER X in Kappadokien Ballonflug

Für mich zählt dieses Abenteuer zu einem dieser „Einmal im Leben“-Punkte. Du weißt schon, die von der Bucket-List. Aber diese Träume nicht einfach nur abhaken, sondern auch wirklich zu erleben, das ist die wahre Erfüllung. Noch einmal tief einatmen, ehe es mit dem Minibus wieder zurück ins Hotel geht.

Hast du dir nicht ins Hemd gemacht? Du hast doch Höhenangst.

In der Tat hatte ich vorab damit gerechnet, dass ich mich nicht durchgängig wohlfühlen würde. Doch dieses Abenteuer einfach zu buchen und ohne groß weiter nachzudenken in den Ballon zu steigen, war der richtige Weg. Denn tatsächlich war die Höhe kein Problem. Der große Korb, welcher einem festen Boden unter den Füßen gibt, das friedliche Fahren des Ballons, ganz ohne das geringste Ruckeln und der kompetente sowie sympathisch wirkende Pilot – das alles hat mich den Ballonflug in Kappadokien durchweg genießen lassen.

Infos zum Heißluftballonfahren in Kappadokien

Es gibt unzählige Firmen, die dieses Abenteuer durchführen. Ihre Angebote gleichen sich allesamt, sowohl in Flugdauer, Passagieranzahl, als auch im Preis. Ich habe meinen Flug über HTR gebucht, die wiederum Atmosfer-Balloons beauftragten. Beides kann ich empfehlen.

Weitere Artikel über die Region Kappadokien findest du hier.

Und hier kommt noch der Vlog zum Ballonfliegen in Kappadokien:

Die nächste Reise steht bald an und überlegst noch, welchen Rucksack du am besten kaufst oder welche Hygieneartikel wohl am wenigsten Platz wegnehmen? Lass dich doch auf meiner Equipment- & Toolseite inspirieren. Dort verrate ich dir auch, welche Kamera ich auf Reisen nutze. Und wenn du dann alles hast, hilft dir meine Packliste auch nichts zu vergessen.

 

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PASSENGER X in Kappadokien Ballonflug

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3 Kommentare

  1. Saskia

    23. Juni 2017 at 11:44

    Hallo Nicole,

    das sind wirklich traumhafte Bilder! Ich habe die gleiche Erfahrung in Myanmar gemacht. Ich hatte total Schiss weil ich noch nie eine Ballonfahrt vorher gemacht habe, aber als der Ballon sanft in die Höhe gleitete, war es ein unbeschreibliches Gefühl.
    Die Aussicht von oben war überwältigend. Ich bin froh das ich die richtige Entscheidung getroffen habe.

    Und am Ende war es doch nicht so schlimm oder? Ich hätte das Abenteuer am nächsten Tag noch mal gemacht…. 🙂

    Liebe Grüße

    Saskia

  2. Esther

    16. Juni 2017 at 13:47

    Das Titelbild ist ja der Oberknaller!
    Sehr, sehr schön! Darf man fragen, wie viel der Spaß kostet? :O
    LG Esther

    1. Nicole von PASSENGER X

      16. Juni 2017 at 14:12

      Hey Esther,
      danke dir:)
      Klar, darf man das fragen. Der Preis hängt davon ab, mit wie vielen Leuten man den Korb teilen möchte und wie lange man fliegen will.
      Für 45 – 60 Minuten und 12 – 20 Personen liegt der Standardpreis bei 160 Euro pro Person. Aber da kann man auf jeden Fall auch ein bisschen verhandeln.

      Liebe Grüße
      Nicole

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