Rothenburg ob der Tauber hat mich begeistert. Ich wusste schon vor der Reise, dass mich eine hübsche Altstadt erwarten würde, doch wie weitläufig, charmant und lebendig diese ist, war mir nicht klar. Rothenburg ist für mich die Stadt der Extrameile. Als Tourist gehst du die Extrameile im wahrsten Sinne, weil jede einzelne Straße der weitläufigen Rothenburger Altstadt sehenswert ist und du keine davon verpassen willst. Als Bewohner im übertragenen Sinne in Form von excellentem Service und detailverliebten Renovierungen von historischen Häusern. Diese Stadt lebt und ist Geschichte zugleich, entsprechend viel gibt es zu entdecken. In diesem Artikel führe ich dich zu den schönsten Rothenburg ob der Tauber Sehenswürdigkeiten. Unbedingt Zeit einplanen solltest du jedoch auch für die grüne Seite Rothenburgs und natürlich für die ein oder andere Schlemmerei in einem der tollen Rothenburger Restaurants.
Hotelempfehlung in Rothenburg ob der Tauber
Die Altstadt kannst du wunderbar zu Fuß erkunden. Im Idealfall liegt dein Hotel daher auch in oder direkt an der Altstadt. Meine Empfehlung ist die Villa Mittermeier. Gleich vor einem der vielen Stadttore gelegen, ist es nur ein Katzensprung in die verträumten Gassen Rothenburgs.
Stilsichere Einrichtung, bequeme Betten, ein leckeres Frühstücksangebot, besondere Gastfreundlichkeit und Dinner auf Sterneniveau machen die Villa Mittermeier zum idealen Zuhause auf Zeit.
Rothenburg ob der Tauber Sehenswürdigkeiten – das musst du gesehen haben
Erstmal ankommen und reinkommen. Zum Start brauchst du dir keinen Stress machen, lass dich ruhig erstmal eine Weile treiben. Während du durch die mittelalterlichen Gassen schlenderst solltest du immer mal wieder den Blick nach oben richten, Richtung Hausfassaden. Denn dort findest du eines der vielen Details, die der Stadt ihren besonderen Charme verleihen. In Rothenburgs Altstadt sind LED Reklamen aus verboten, stattdessen ist das Stadtbild von schmiedeeisernen Aushängen und handgemalten Ladenkennzeichnungen geprägt.
Wenn du den ersten Kaffee hattest und so langsam angekommen bist, kann es mit dem Sightseeing losgehen.
Plönlein
Das wohl bekannteste Fotomotiv Rothenburgs ist das Plönlein. “Plönlein” bedeutet “Kleiner Platz am Brunnen“ und dieser liegt genau dort wo die Untere Schmiedegasse und die Kobzeller Steige aufeinandertreffen.
Zusammen mit dem Siebertsturm und den pastellfarbenen Fachwerkhäusern ergibt die Sichtachse Richtung Plönlein ein idyllisches Bild – zumindest, wenn man früh genug da ist. Vielleicht steht auch gerade jemand am Fasstisch und trinkt genüsslich ein Glas Wein, aus dem Weinladen am Plönlein? Einen besseren Ort gibt es dafür wohl nicht, wenn man gern das Treiben beobachtet.
Rathausturm
Den besten Überblick über die Stadt verschaffst du dir am besten vom Rathausturm am Marktplatz. Aber Achtung: Das ist nur für Schwindelfreie Personen geeignet, denn in 60 Meter Höhe ist der Gang um den Turm sehr schmal und die Brüstung nicht Blickdicht. Alle, denen das nichts ausmacht, erwartet nach 196 Stufen und der Kasse vor den letzten Stufen ein einmaliger 360 Grad Blick über die Dächer Rothenburgs.
Sicher wirst du die Stadtmauer erkennen und vielleicht kannst du sogar den einen oder anderen Storch auf einem der vielen Türme sichten.
Turmweg auf der Stadtmauer
Wie groß die Altstadt Rothenburgs ist, wird einem erst so richtig klar, wenn man versucht sie zu umrunden. Vier Kilometer muss man dafür zurücklegen. Dafür verlässt man den Bürgersteig und erklimmt die Stufen zur Stadtmauer.
Denn auf dieser verläuft der Turmweg, der dich nicht nur an 6 Stadtmauer-Türmen entlang führt, sondern auch schöne Aussichten auf die Stadt schenkt. Entlang des Weges kannst du immer wieder absteigen und dir die Sehenswürdigkeiten anschauen, die sich entlang der Mauer befinden, wie das Spital oder auch der Burggarten. Stadtmauer Hop-On-Hop-Off sozusagen.
Das Spitalviertel
Dieser Tipp mag nicht nach typischer Sehenswürdigkeit klingen, denn wer schaut sich schon gern ein Pflegeheime an? Doch in Rothenburg solltest du genau das machen. Denn im Spitalviertel befindet sich nicht nur ein Pflegeheim, sondern auch die Stöberleinsbühne, auf der so manche Events stattfinden und das hübsche Hegereiterhaus mit seinem Treppenturm.
Läufst du den Turmweg auf der Stadtmauer entlang, kommst du hier automatisch vorbei. Steige einfach bei der halbrunden colosseumsartigen Bühne ab und wandel eine Runde durch den begrünten Innenhof.
Das Spitalviertel befindet sich zwischen Spitalgasse bis zur Spitaltorbastei
Burggarten & Brokolibrunnen
Rothenburg ob der Tauber hat viele wunderbare grüne Ecken zum Pausieren und Verweilen. Meine grünen Rothenburg Geheimtipps, die dich bis ins Taubertal führen, habe ich dir in einem weiteren Artikel zusammengeschrieben. Zwei möchte ich aber auch hier erwähnen,d da sie aus meiner Sicht auch zu den klassischen Rothenburg ob der Tauber Sehenswürdigkeiten gehören. Fangen wir mit dem Burggarten an.
Dieser im englischen Stil angelegte Garten befindet sich direkt hinter dem Burgtor. Bei deiner Turmwegtour wirst du zwangsläufig durch ihn hindurch laufen, da der Turmweg für ein kleines Stück die Stadtmauer verlässt und durch das florale Idyll führt.
Blühende Beete, Skulpturen und die Aussicht, den Hang hinunter auf das Taubertal – all das bietet dir der Burggarten. Hinzu kommt eine lustige Besonderheit, ein Brunnen mit dem Spitznamen “Brokkolibrunnen”. Vom Künstler war es nicht beabsichtigt, Gemüse darzustellen, doch die Ähnlichkeit lässt sich nicht leugnen.
St.-Jakobs-Kirche
Gleich sieben Kirchen stehen in der prominenten Altstadt, doch eine davon hat ein einmaliges Merkmal, welche sie zu einer besonderen Rothenburg ob der Tauber Sehenswürdigkeit macht. Denn durch die St.-Jakobs-Kirche kann man mit dem Auto hindurchfahren. Du fährst nicht innerhalb des Kirchenraumes, dennoch hindurch. Denn die Bauzeit der Kirche erstreckte sich über 173 Jahre. Während eines solch langen Zeitraums, verändert sich eine Stadt und so entstand eine Straße, wo vorher Brachland war. Als der Kirchenbau bis dahin fortgeschritten war, wollte man dennoch nicht auf die Fläche verzichten und entschied einen tragenden Bogen über die Straße zu bauen. Und so kommt es, dass man heute unter der St.-Jakobs-Kirche hindurch fahren kann. Doch das ist nicht das einzige, was die Kirche so sehenswert macht. Auch ihr imposanter Altar ist einen Blick wert, also plane die Zeit ein, um hineinzuschauen!
Herrngasse – die breite Flaniermeile
Betrittst du die Herrngasse, fällt eines direkt auf: Sie ist viel breiter als andere Straßen der Stadt. Das liegt an ihrer ursprünglichen Nutzung, für die sie geplant wurde. Jahrhundertelang befand sich hier der Markt, insbesondere der Viehmarkt. Die hier gebauten Häuser dienten ebenso dem Handel und haben daher teils heute noch die historischen Aufzugsräder an der Außenfassade.
Nachtwächterführung
Die Nachtwächterführung ist ein absolutes Muss für jeden Besucher. Unterhaltsam und informativ – kein Wunder, dass zur Hauptsaison bis zu 200 Besucher gemeinsam mit dem Nachtwächter durch die Gassen streifen. Pünktlich zum Beginn der dunklen Stunde trifft amn sich am Marktplatz und wird vom Herren im historischen Gewand durch die Altstadt geführt. Dabei erfährt man allerhand spannende Fakten über das Leben in Rothenburg während des Mittelalters.
Woher wussten die Bewohner wie spät es ist, warum waren die Nachtwächter nicht sonderlich beliebt, wozu brauchte es überhaupt Nachtwächter und was passierte, wenn Stadtbewohner nicht vorm Schließen der Tore wieder zurück in der Altstadt waren? Das alles verrät dir der Nachtwächter auf seiner Tour.
Museen in Rothenburg ob der Tauber
Mittelalterliches Kriminalmuseum
Na, darf es etwas schaurig sein? Willst du wissen, wie unterschiedlich man “Recht” in den verschiedenen Epochen gesprochen hat und welche Foltermethoden gängig waren? Das mittelalterliche Kriminalmuseum gibt einen tiefen Einblick.
Weihnachtsdorf und Deutsches Weihnachtsmuseum von Käthe Wohlfahrt
Egal ob Kind oder Erwachsener, dem Zauber des Weihnachtsdorf kann sich keiner entziehen. Selbst wenn zu Beginn noch Skepsis besteht, weil vielleicht gerade Sommer ist und Weihnachten noch weit weg erscheint, hat man erstmal den fünf Meter hohen Weihnachtsbaum und die Deckenhohe Weihanchtspyramide gesehen, ist man mittendrin im Christmas Feeling. Da huscht einem auch im Juli schon einmal ein “Oh du fröhliche…” über die Lippen und man bekommt das Verlangen, einen Wunschzettel zu schreiben.
Wie gut, dass ich schon erwachsen bin und mir meine Wünsche einfach selbst erfüllen kann. Also direkt ein paar Sondereditonen der mundgeblasenen Weihnachtskugeln geshoppt und damit ab jetzt die Vorfreude auf das nächste Weihnachten steigern. Dann geht es weiter ins Deutsche Weihnachtsmuseum, über das man vom Laden aus gelangt. Dort erwarten dich weihnachtliche Raritäten aus den Jahren 1870 bis 1950.
Rothenburg Museum
Für Geschichtsinteressierte, die mehr über die Stadt in allen Jahrhunderten wissen wollen, ist das Rothenburg Museum die richtige Wahl. Ob die Ausstellung über Rothenburg zur Nazizeit, die original erhaltene Klosterküche, Waffensammlung oder Ausstellungsstücke aus der Wohnkultur Rothenburgs – hier tauchst du tief ein in längst vergangene Zeiten.
Bummeln und Souvenirs Shoppen
Die entspannte Atmosphäre und die Abwesenheit großer Ketten sorgt im mittelalterlichen Rothenburgs für Bummel-Laune. Schaue doch mal im Pop-Up Store vorbei, hier dürfen wechselnd lokale Produzenten ausstellen. Unbedingt probieren und für die liebsten Daheim kaufen solltest du die Köstlichkeiten von Allegra Schokolade. Seit über 10 Jahren macht Alex unter dieser Marke bereits köstlichste Naschereien. Tipp für alle Zartbitter-Liebhaerinenn: die 100% Cacao-Fruit – einfach großartig! Richtig gute Laune bekommt man bei Marin Mode. Hier dreht sich alles um farbenfrohe Mode und Accessoires. Besondere Weihnachtsdeko kauft man natürlich bei Käthe Wohlfahrt und das lohnt sich dank der wechselnden Serien immer wieder. An meinem Weihnachtsbaum werden ab diesem Jahr unter anderem der kleinen Prinz, eine Espressomaschine und Frida Kahlo hängen. Und ja: ein Einkauf hier macht auch im Sommer Freude!
Events in Rothenburg ob der Tauber
Taubertal Festival auf der Eiswiese (August)
Von Rock bis Hip-Hop treten beim jährlichen Taubertal Festival Berühmtheiten wie Jan Delay oder Placebo auf und begeistern rund 15.000 Besucher. Das Festival findet jährlich im August statt.
Rothenburger Weindorf (August)
Gepflegt ein Gläschen regionalen Wein genießen geht beim jährlichen Weindorf auf dem Grünen Markt und Kirchplatz. Dazu gibt es regionale und internationale Speisen.
Reichsstadt-Festtage (September)
Die Altstadt macht eine Zeitreise und Besucher dürfen mitreisen. 27 Gruppen in historischen Gewändern aus verschiedenen Epochen platzieren sich hauptsächlich in der Altstadt und ermöglichen den Besuchern ein reales Eintauchen in die Geschichte Rothenburgs.
Reiterlesermarkt, Rothenburgs Weihnachtsmarkt (Ende November – Dezember)
Wo könnte ein Weihnachtsmarkt schöner sein, als in einer eh schon so märchenhaften Altstadt wie der von Rothenburg ob der Tauber? Weihanchtliche Stimmung ist also garantiert wenn der Reiterlesermarkt seine 61 Buden aufbaut und Bläser stimmungsvolle Musik darbieten.
Weitere Veranstaltungshighlihgts findest du auf der Website von Rothenburg ob der Tauber.
FAQ zu Rothenburg
Wann ist die beste Reisezeit für Rothenburg?
Für mich ganz klar: April. Weniger Touristen, erste Blüten und perfektes Licht. Auch der Oktober ist ideal.
Wie viele Tage sollte man einplanen?
2–3 Tage sind perfekt, vor allem wenn du dir auch Zeit für das Taubertal nimmst.
Lohnt sich Rothenburg trotz vieler Touristen?
Ja – wenn du früh unterwegs bist und gezielt ruhigere Orte wie das Spitalviertel oder das Taubertal einbaust.
Kann man Rothenburg ohne Auto erkunden?
Absolut. Du kansnt mit der Bahn anreisen und die Altstadt ist komplett zu Fuß machbar. Auch viele Naturspots erreichst du zu Fuß, außerdem kannst du dir bei rentabike auch ein Rad ausleihen, um beispielsweise eine Radtour durch das Taubertal zu unternehmen.
Was gibt es Besonderes in Rothenburg ob der Tauber?
Rothenburg ob der Tauber zählt zu den am besten erhaltenen mittelalterlichen Städten Deutschlands. Besonders ist vor allem die komplett erhaltene Stadtmauer, die du teilweise begehen kannst. Dazu kommen bekannte Sehenswürdigkeiten wie das Plönlein, der Rathausturm und die St.-Jakobs-Kirche.
Was sind Geheimtipps für Rothenburg ob der Tauber?
Innerhalb der Altstadt zählen zu den Geheimtipps das Spitalviertel und die Privatgärten, die du besuchen kannst. Außerhalb der Altstadt sind es der Taubertalradweg, das Wildbad samt Rokokosaal, der Mühlenweg sowie der Biergarten unter den Linden.
Alle meine Rothenburg Geheimtipps findest du in einem weiteren Artikel.
Welche Städte sind in der Nähe von Rothenburg ob der Tauber?
In der Umgebung von Rothenburg ob der Tauber liegen mehrere sehenswerte Städte. Besonders beliebt sind Nürnberg, Würzburg und Dinkelsbühl, das ebenfalls eine sehr gut erhaltene Altstadt hat. Auch das Taubertal selbst bietet viele kleinere Orte, die sich gut für Ausflüge eignen.
Karte mit allen Rothenburg Sehenswürdigkeiten, Restauranttipps und Ausflugszielen
Weitere Rothenburg Tipps

GRÜNDERIN
Nicole Bittger
Reisesüchtige Foodie & Coffee Nerd aus Berlin mit großer Fotoleidenschaft, einem Herz für Tiere und die Natur.
Mit Nicoles Neugierde auf die Welt und ihrem ersten Sabbatical erblickte auch PASSENGER X das Licht der Welt. Ein halbes Jahr Abenteuer in China, Japan und Europa führten dazu, dass dieser Blog mit Leben gefüllt wurde. Um ein Jahr später fünf Monate lang solo durch das bunte Südamerika zu touren, kündigte Nicole schließlich ihren sicheren Konzernjob. Seitdem arbeitet sie selbstständig und ist Vollzeitbloggerin.
Ob sie jemals genug vom Reisen haben wird? We doubt it!
Fun Fact: Nicoles Herzensland ist Grönland. Dort hat sie noch das wahre „Weit-Weg-Gefühl“.





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