Du kennst die klassischen Riga Sehenswürdigkeiten schon und hast Lust das alternative Riga abseits der Touristenmassen zu entdecken? Dann bist du hier genau richtig. Ich zeige dir vier Riga Geheimtipps, die Touristen sich nur selten anschauen, obwohl sie verdammt cool sind.
Werbung: Dieser Artikel ist in Kooperation mit Magnetic Latvia entstanden.
Hoteltipps für Riga
Zwei Dinge, solltest du neben den Flügen schon von zuhause aus buchen: Dein Hotel und ein paar besondere Touren. Damit du dir den Rechercheaufwand sparen kannst, habe ich das für dich übernommen.
Konventa Sēta Hotel* – meine Top Empfehlung für deine Unterkunft in Riga. Mitten in der Altstadt, super schön eingerichtet und mit einer hauseigenen Bäckerei – ein wahr gewordener Hotel-Traum.
Tribe Riga City Centre* – Sollte das Konventa Seta bereits ausgebucht oder zu teuer sein, kannst du nur 15 Minuten zu Fuß von der Altstadt entfernt, eine tolle Alternative finden. Ebenso modern, stylisch und sogar mit kleiner Sauna sowie Hantelraum. Diese Vorzüge bringen dem Tribe eine 9,1 auf Bewertung auf Booking.
Besondere Touren
Diese Touren zeigen dir Riga aus einer neuen Perspektive:
- Bootsfahrt mit toller Aussicht auf die Stadt*
- Riga Pub Crawl*
- Altstadt Führung mit Guide*
- Food Tour über den Zentralmarkt*
Ausflüge ab Riga
- Sigulda und Turaida Tour*
- Ausflug in die Natur rund um Riga
- Sonnenaufgangstour nach Ķemeri* mit Frühstück
Riga Geheimtipps – 4 Optionen, um die Stadt wie ein Local kennenzulernen
Kaņepes Kultūras centrs
Seit 2011 gibt es das Kaņepes Kultūras centrs und das hat auf Rigas alternative Kulturszene einen großen Einfluss.
Das farbenfrohe Holzgebäude war früher eine Musikschule. Heute befinden sich auf den rund 600 Quadratmetern ein Café/eine Bar, ein kleines Kino, ein Bühnensaal für Theater- oder Musikvorführungen, ein Partyraum, eine zweite Bar und auch eine Außenterrasse.
Die Idee hinter diesem Ort entstand als die drei Gründer feststellten, dass ihre jeweiligen Wünsche gut zusammenpassen würden. Einer mit Kinoerfahrung, eine mit dem Wunsch eine eigene Bar zu haben und einer, der sich mit der Buchhaltung auskennt.


Im Riga nach der Wirtschaftskrise, gingen sie gemeinsam auf die Suche nach einem passenden Ort. Was sie fanden war die alte Musikschule. Dessen Besitzer hatte, wie es derzeit in Riga häufig der Fall ist, kein Geld, um das Gebäude zu renovieren und so entstand ein Vertrag, der die Nutzung als Kulturort erlaubte unter der Bedingung, dass die drei Gründer sich der stetigen Sanierung verpflichten würden.
Man könnte meinen, das sei eine wunderbarere Win-Win Situation, doch nicht alle sahen der Sache so positiv entgegen. Die Nachbarn beispielsweise waren weniger davon begeistert nun einen alternativen Kulturort nebenan zu haben, in dem es auch noch nachts belebt war. Und so folgten Jahre der Diskussionen und der Auseinandersetzungen. Bis sich schließlich alle dran gewöhnt hatten.
Heute, 15 Jahre später spielt das Kaņepes Kultūras centrs eine der Hauptrollen in der alternativen Kulturszene Rigas. Für die Locals gehört es deshalb nicht mehr zu den Riga Geheimtipps, aber Touristen kennen es dennoch meist nicht.
Denn nicht nur, dass hier diverse kleine Künstler die Chance bekommen, aufzutreten, auch haben die Gründer des Kaņepes Kultūras centrs auch die „Free Riga“ Bewegung gegründet.
Tallinas ielas kvartāls – Ein Fabrikgelände wird zum Kulturviertel
Eines der Projekte von FreeRiga ist das Tallinas ielas kvartāls (zu deutsch: das Tallinn Straßen Viertel). Auf dem alten Fabrikgelände, welches 1897 erbaut wurde, befinden sich diverse Häuser. Diese wurden in den letzten Jahren nach und nach zu Bars, Konzertsälen, Büros sowie Künstlerräumen.


Hier erwarten dich eine super entspannte Atmosphäre, viele coole Veranstaltungen, gute Drinks und nette Leute in verschiedenen Räumen.
Im Pagalms mit seiner Wohnzimmeratmosphäre im Studentenlook ist nicht nur ein Ort für günstiges Bier, auch finden hier verteilt auf zwei Stockwerke mehrfach die Woche Jam Sessions, DJ Auftritte oder Konzerte statt.
Manchmal feiert auch das gesamte Gelände gemeinsam, zum Beispiel beim winterlichen Markt. Check auf jeden Fall mal den Eventkalender und schau vorbei, es lohnt sich! Schon allein, weil sämtliche Gründer/innen wirklich ursympathisch sind. Mit dem Barbesitzer vom Tallinas Pagalms, Ģirts, habe ich bei Daiquiri und Bier einen ganzen Abend lang über das Projekt gequatscht, so ehrlich und entspannt als wäre man seit Jahren dicke befreundet. Genau so war es auch mit Dāvis, dem Gründer vom Kaņepes Kultūras centrs. Zur Free Riga Bewegung gehören wirklich sehr zugängliche interessierte Letten, die mit viel Leidenschaft diese tollen alternativen Orte in Riga aufbauen.
Denn das was hier gerade in Riga passiert, sieht man nicht mehr oft.
Vielleicht könnte man es mit Berlin in den 90ern vergleichen, als alles in Aufbruchstimmung war, die jungen Kreativen noch echte Freiräume hatten und die Stadt für ihre Ideen nutzen konnten. Vielleicht ist Riga auch ganz anders, bei einem bin ich mir jedoch sicher: das was hier gerade an alternativen Räumen durch die Leidenschaft einer kleinen Bewegung geschaffen wird, könnte in ein paar Jahren einen länderübergreifenden Ruf haben.


Immerhin werden Bars wie das Tallinas Pagalms sehr gut angenommen und das Tallinas Tallinas ielas kvartāls mausert sich zu einem der beliebtesten Orte in Riga zum Ausgehen.
Übrigens gleich gegenüber dem Fabrikgelände ist mein absolutes Lieblingscafé der Stadt, die Rocket Bean Roastery.
Die Moskauer Vorstadt
Zweimal war ich in Riga, zweimal war ich in der Moskauer Vorstadt und zweimal hat es bei meinem Besuch geregnet. Und Regen steht dieser morbiden alternativen Riga Sehenswürdigkeit nicht gut oder stimmt nicht, es steht ihr eigentlich ausgezeichnet. Da sich dann der graue Himmel den hier befindlichen Gebäuden anpasst.

Rigas Altstadt bei Regen
Die Moskauer Vorstadt ist geprägt durch ihre Geschichte und die vielen alten Holzhäuser sowie durch die daneben befindlichen grauen Beton-Mietshäusern.
Einst war es der Zufluchtsort der Russen, die nach Riga kamen. Als die Kirche Russlands sich spaltete, wurde das Moskauer Viertel mit dem Einmarsch der Deutschen Nazis zum jüdischen Ghetto. 60.000 Mitglieder soll die jüdische Gemeinde hier vor dem Holocaust gehabt haben, überlebt haben wohl nicht einmal 1.000 Menschen.
Doch trotz dessen, dass die Moskauer Vorstadt so viel Geschichte zu erzählen hat, findet man hier nur vereinzelt Touristen. Den kurzen Weg mit der Tram raus aus der Altstadt zum ehemaligen Arbeiterviertel machen eben nicht viele.
4 Sehenswürdigkeiten in der Moskauer Vorstadt
Die alten Holzhäuschen
Einige der Holzhäuser, welche in der Moskauer Vorstadt stehen, sind mittlerweile UNESCO-Welterbe und ganz nebenbei auch noch ein nettes Fotomotiv – wenn es nicht gerade regnet.
Das Riga Ghetto Museum
Das Ghetto Museum in Riga bezeichnet sich selbst als Fenster zur Ghetto Geschichte Rigas und ist wohl ein Pflichtort für jeden, der etwas mehr über Rigas dunkle Geschichte erfahren möchte.
Die Akademie der Wissenschaften
Von dem Balkon der Akademie der Wissenschaften hast du einen fantastischen Blick auf Riga. 65 Meter hoch ist diese Aussichtsplattform und geht einmal rund ums Gebäude. So kannst du wunderbar in alle Richtungen der Stadt schauen. Besonders schön finde ich persönlich den Blick am Abend, wenn die Stadtlichter glitzern.

Der Zentralmarkt Rigas
Von der Altstadt kommend befindet sich der Zentralmarkt Rigas gleich zu Beginn der Moskauer Vorstadt. In den gewölbten Hallen bekommst du viele lettische Spezialitäten, aber auch alles, was man auf einem Markt erwartet. Obst, Gemüse, frischen Fisch und Fleisch. Dazu gibt es reichlich Kräuter, Tees, tollen Käse, frisch gebackenes Brot, lettischen Honig und auch Craft Biere.
Fahrrad Tour zur vergessenen Insel
Die meisten Touristen belassen es bei den typischen Riga Sehenswürdigkeiten, dabei ist man in wenigen Minuten raus aus der Altstadt und kann Riga vollkommen authentisch erleben. Eine Möglichkeit, die mir besonders gut gefallen hat, ist es sich mit einem Fahrrad raus aus dem Altstadtzentrum, über’s Wasser rüber, hinein ins wilde Grün der Insel Lucavsala zu begeben.

Wer aus einer Stadt kommt, welche die Gentrifizierung schon hinter sich hat, kann es kaum glauben, dass so nah an der Altstadt und mit so einer guten Anbindung tatsächlich noch so viel Grünfläche zu finden ist.
Eine Seite der Insel wird mit einer großen Veranstaltungswiese, einer Badestelle und einem Spielplatz zum Naherholungsgebiet ausgebaut. Die andere Seite ist jedoch immer noch zumeist ungenutzt oder mit kleinen deutlich in die Jahre gekommenen Gartenparzellen bebaut. Welch vergessenes Idyll.



Hier plätschert der Bieķengrāvis Kanal zwischen dicht bewachsenen Ufern. Mohnblumen und Rosen wachsen wild und Bienen erfreuen sich an den ungemähten Wiesen. Würde diese Insel so nah an Berlins Touristenmeilen sein, wie sie an der Rigaer Altstadt ist, sie wäre wohl zugepflastertes mit schicken Designerhäuschen und unbezahlbaren Lofts. Umso schöner, dass es diesen verlassen wirkenden Ort in Riga noch gibt. Man radelt vorbei an den Gartenlauben, einem Gelände welches so aussieht, als hätte hier vor vielen Jahren mal ein Hippie Festival stattgefunden und kommt am Ufer an.

Von hier aus hat man einen unverbauten Blick auf die Zaķusala (deutsch Hasenholm), die zweite Insel in der Daugava. Auf ihr steht der Fernsehturm von Riga, welcher stolz und steil in die Luft sticht. Auf der anderen Seite des Kanals liegen einige Bote, mehr ist hier nicht los.
Der perfekte Ort also um ein wenig zu verweilen, die Stille zu genießen und den Blick auf eines von Rigas Wahrzeichen schweifen zu lassen.
Riga Karte mit allen Geheimtipps, Sehenswürdigkeiten und Restaurants
Damit du es vor Ort besonders einfach hast, habe ich dir alle meine Riga Geheimtipps in eine Karte geladen. Die Geheimtipps sind rot markiert. Gelb steht für alle Restaurants und Cafés, blau für Sehenswürdigkeiten, Lila authentische Souvenirläden und grün für meine Hotelempfehlungen. Damit kann nichts mehr schief gehen.
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GRÜNDERIN
Nicole Bittger
Reisesüchtige Foodie & Coffee Nerd aus Berlin mit großer Fotoleidenschaft, einem Herz für Tiere und die Natur.
Mit Nicoles Neugierde auf die Welt und ihrem ersten Sabbatical erblickte auch PASSENGER X das Licht der Welt. Ein halbes Jahr Abenteuer in China, Japan und Europa führten dazu, dass dieser Blog mit Leben gefüllt wurde. Um ein Jahr später fünf Monate lang solo durch das bunte Südamerika zu touren, kündigte Nicole schließlich ihren sicheren Konzernjob. Seitdem arbeitet sie selbstständig und ist Vollzeitbloggerin.
Ob sie jemals genug vom Reisen haben wird? We doubt it!
Fun Fact: Nicoles Herzensland ist Grönland. Dort hat sie noch das wahre „Weit-Weg-Gefühl“.





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