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Centro de Portugal Geheimtipps: Top Städte und einsame Wanderwege**

Noch nie von Centro de Portugal gehört? Dann wird es jetzt Zeit! Ich verrate dir hier meine Portugal Geheimtipps für die unentdeckte Schönheit.

Centro de Portugal sagt den meisten Reisenden wenig bis nichts, denn es ist die Region, welche sie meist einfach auslassen. Seien wir ehrlich, die Algarve, Lissabon und vielleicht auch Porto stehen auf dem Programm. Aber die Berge im Centro de Portugal? Von denen wissen viele nicht einmal, dass sie existieren. Sie sind noch ein echter Geheimtipp! Hier kannst du Portugal noch ohne Menschenmassen ganz für dich haben, die Schönheit der Natur genießen, hübsche Kleinstädte erkunden, atemberaubende Ausblicke genießen und in Portugals Kultur und Handwerk eintauchen. 

**Werbung: Dieser Artikel ist auf Einladung von visit Center of Portugal entstanden, was mich sehr freut, da ich schon lange Lust hatte, die Region kennenzulernen. Meine Meinung ist von der Einladung unbeeinflusst. Wie immer bekommst du authentische und ehrliche Einblicke und Tipps. 

Centro de Portugal, wo genau ist das überhaupt

Der Name verrät es ja schon, Centro de Portugal meint das geografische Zentrum des Landes. Grob kann man sagen, dass es die Region ist, welche an der Westküste zwischen Porto und Lissabon liegt und sich von dort aus als Streifen in der Breite bis zur östlichen Landesgrenze zieht. 

Karte Centro de Portugal

Bekannte Orte  der Region sind beispielsweise die Stadt Coimbra, das historische Örtchen Óbidos und auch der Ort der Riesenwellen: Nazaré. In Òbidos und Nazaré war ich schon während unseres Portugal Road Trips und kann es dir sehr empfehlen. 

Im Centro de Portugal liegen aber nicht nur diese doch recht bekannten Städte, sondern auch noch weitere hübsche Kleinstädte und viele wunderschöne Berge. Darunter befindet sich mit der Serra da Estrela auch die höchste Gebirgskette vom portugiesischen Festland. Viele wissen das gar nicht und die Portugiesen selbst sind ebenso stärker auf ihre Küsten als auf die Berge fokussiert. Das macht Centro de Portugal zu einem richtigen Geheimtipp, einem Paradies für Wanderer, die die Ruhe suchen und auf einsamen Pfaden unterwegs sein möchten. 

Anreise ins Centro de Portugal

Klingt gut, aber wie kommt man nun in dieses Paradies?

Um diese etwas entlegenen Ecken zu kommen bietet sich auf jeden Fall ein Auto an. Wer mit dem eigenen PKW oder dem Camper unterwegs ist, hat es leicht. Die Route gestaltet sich dann einfach nach den Zielorten. 

Wer hingegen zunächst mit dem Flugzeug nach Portugal kommt und dann mit dem Mietwagen weiter möchte, der sollte den Flughafen von Porto oder Lissabon ansteuern. Idealerweise verbringt man dort direkt noch zwei Tage und schaut sich die Stadt an, ehe man seinen Mietwagen* abholt und ins Landesinnere fährt. Für die besten Mietwagen Preise empfehle ich übrigens Check24*.

Die beste Jahreszeit für Centro de Portugal

Im Winter liegt in den Bergen von Centro de Portugal Schnee und gerade auf der Serra da Estrela wird es ab Herbst mitunter extrem windig. Daher eignen sich die wärmeren Monate deutlich besser zum Wandern. Aber Achtung: im Sommer wird es eben auch brutal heiß. Wer mit Hitze nicht gut zurechtkommt oder nicht große Mengen Wasser mit sich rumtragen möchte, plant seine Wanderungen hier am besten zum Spätsommer, frühen Herbst. 

Ich selbst war im September in der Region, was wettertechnisch perfekt war! 

Herbstwanderung in Zentral Portugal

Wandern im Center of Portugal

Überraschend unbekannt: Montemuro Gebirge

Als “Magic Mountains” wird eine 280 Kilometer lange Wander- und Radstrecke bezeichnet, welche 4 Berge und 6 Flüsse überquert. Orte, die zu den Magic Mountains gehören sind Arouca, Castelo de Paiva, Castro Daire, Cinfães, São Pedro do Sul, Sever do Vouga und Vale de Cambra sowie der Montemuro. 

Der Montemuro Mountain ist noch recht unbekannt und wird gerade erst in den letzten Jahren mehr und mehr zum Wandern empfohlen. Dabei bietet er sich hervorragend für moderate Tagestouren und auch Mehrtagestouren an. Die Steigungen sind immer machbar, die Wege gut kenntlich, bezüglich Höhenangst muss man sich hier auch nicht sorgen und immer mal wieder durchquert man Dörfer, in denen man an Brunnen auch Trinkwasser bekommt. Die perfekte Ausgangssituation also für eine gute Wanderung. 

Montemuro Wanderweg in den Magic Mountains in Portugal

Portugal Geheimtipp: Runderwandern im Montemuro Gebirge

Im Örtchen Mezio parken wir das Auto, ziehen die Wanderstiefel an, füllen die Rucksäcke mit unseren Lunchboxen und machen uns auf den Weg. 

Zunächst geht es durch den Ort, weiter auf sandigen Wegen vorbei an Weiden. Schon nach kurzer Zeit werden Kuhglocken immer lauter. Eine Bäuerin bringt ihre kleine Herde zurück ins Dorf. Die Rinder versuchen immer wieder die Chance zu nutzen und am Wegrand rechts und links noch ein paar Büsche abzugrasen. Wir trotten eine Weile nebeneinander her, bis wir schlussendlich überholen und unseren Weg schnellen Schrittes fortsetzen. 

Montemuro Wanderweg in den Magic Mountains in Portugal

Nach rund einer Stunde durchqueren wir Moura Morta. Ein Dörfchen mit traditionellen Steinhäusern und rund 100 Einwohnern. Viel zu sehen gibt es nicht, hier ticken die Uhren noch langsam. 

In der nächsten Stunde ändert sich die Landschaft kaum, einfache Wege, relativ flaches, trockenes Land und einige kleine Viehweiden prägen die Strecke, bevor wir eine Stunde später eine große Straße überqueren und in feuchtes Waldgebiet kommen. 

Auf Steinen überqueren wir einen kleinen Fluss, stapfen über nasse Wiesen und bücken uns unter Bäumen und Büschen hindurch. Verrückt, wie eine Landschaft, die eben noch so trocken wirkte, auf einemal so feucht und grün sein kann. 

Montemuro Wanderweg in den Magic Mountains in Portugal

Als wir aus dem Waldstück herauskommen, können wir schon den nächsten Ort sehen. Codeçais fügt sich malerisch in die Landschaft ein und begrüßt uns freundlich. Einige der 200 Dorfbewohner schauen neugierig, als sie uns Wanderer erspähen. Sie grüßen freundlich und fragen, wohin wir  gehen. Sie verraten uns, wo wir den Dorfbrunnen mit frischem Wasser finden. Genau dort lassen wir uns auf einer schattigen Bank direkt am Brunnen gegenüber der Dorfkirche nieder und beschließen, dass es Zeit für die Mittagspause ist. 

Einer der Straßenhunde aus dem Dorf kommt neugierig angeflitzt und hofft, etwas von unseren Snacks abzubekommen. Etwas aufdringlich doch zugleich auch niedlich wird gebettelt. 

Montemuro Wanderweg in den Magic Mountains in Portugal

Die Kirche läutet zur vollen Stunde und wie in der Region typisch, ertönt eine Melodie vom Band. 

Wir lassen uns Zeit, essen und quatschen, genießen die Kühle des Schattens, teilen einige unserer Snacks mit dem Vierbeiner und brechen eine Dreiviertelstunde später wieder auf. Rund 10 Kilometer haben wir hinter uns, weitere 16 kommen noch. 

Es folgt ein moderater Anstieg über die Dorfstraßen bis wir auf eine Landstraße kommen und dieser für eine Weile folgen. Aufpassen ist angesagt. Zwar herrscht nicht viel Verkehr, doch wenn, dann sind die Autos schnell unterwegs. Bevor wir die Landstraße wieder verlassen, nutzen wir in Picao die Chance, in einem kleinen Restaurant einen Kaffee zu trinken. 

Einen Kilometer lang folgen wir noch der Straße, dann biegen wir auf eine geteerten Weg, der uns nach Rossão und weiter nach Campo Benfeito führt. Ein winziges Granit-Dorf mit nur einer handvoll Einwohner und dennoch mehr als erwähnenswert. Denn die Dorfbewohner engagieren sich seit Jahrzehnten stark dafür, dem Ort Leben einzuhauchen. So gibt es ein überregional bekanntes Theater und eine Weberei, in der per Handarbeit Naturfasern wie Wolle und Leinen verarbeitet werden. Selbst das Färben der Fasern wird bei den “Capuchinhas” ausschließlich auf Naturbasis durchgeführt. Für den grünen Ton werden beispielsweise Farne genutzt. 

Capuinhas in Portugal

Ein Stopp und Blick hinter die Kulissen lohnt sich auf jeden Fall und vielleicht findest du unter den von Ofélia, Henriqueta, Ester und Engrácia handgemachten Sachen ja sogar ein schönes Mitbringsel.

Montemuro Wanderweg in den Magic Mountains in Portugal

Inzwischen haben wir den größten Teil unseres Weges hinter uns gelassen, die Sonne beginnt langsam zu sinken. Die letzten sechs Kilometer führen uns noch einmal auf einsamen Wegen hoch bis auf 1.130 Metern. Durch hohes trockenes Gras schlängelt sich unser Weg mit Blick auf die Windräder und Dörfer der Umgebung wieder hinab zu unserem Ausgangspunkt Mezio. 

Portugal Geheimtipp: Wandern in den Magic Mountains

Ein wunderbarer Wandertag geht zu Ende. Zeit zur Unterkunft aufzubrechen. 

Tour Infos: 

Meine Tagestour führte mich vom Ort Mezio in knapp 27 Kilometern auf einem Rundwanderweg durch das Gebirge bis auf 1.160 Meter. Die Strecke ist technisch sehr leicht und daher für jeden, der halbwegs fit ist, gut zu machen. 

Die Route mit allen Details findest du auf Komoot

Zur zeitlichen Einschätzung: von Porto sind es mit dem PKW bis nach Mezio ca. 1,5 Stunden Fahrt. 

Portugal Geheimtipp: Macário Mountain und das versteckte Schieferdorf Pena

Deutlich bekannter als das Montemuro Gebirge ist das Örtchen Pena, zumindest unter den Portugiesen. Im Sommer halten hier mitunter so einige Reisebusse und kippen Touristen aus. Diese laufen dann durch das für seine Schieferhäuser bekannte Dorf, kehren in eines der zwei Restaurants ein und machen sich kurze Zeit später auch schon wieder auf den Rückweg über die engen Serpentinen begeben. 

Schieferdorf Pena in Zentral Portugal

Die wenigsten machen sich jedoch die Mühe, die unfassbar schöne Landschaft, welche hinter dem Dorf taleinwärts zu finden ist, zu Fuß zu erkunden. Schade, denn da verpassen sie wirklich etwas! Ich kann diese wunderschöne Region Dank meiner Guides David und Teresa heute entdecken. 

Auf gut 11 Kilometern Wanderweg entlang von Eukalyptus- und Nadelwäldern, durch Bergdörfer hindurch, ergeben sich immer wieder atemberaubende Ausblicke in die umliegende Bergwelt. Für mich bisher auf jeden Fall eine der schönsten Wanderungen in Portugal! 

Portugal Geheimtipp: Wandern in den Magic Mountains

Um sie zu starten, verlässt du das Dorf und steigst zunächst auf recht rutschigem Untergrund zum Fluss Deilão hinab. Unten angekommen könnte man meinen mitten im Dschungel zu sein, umgeben von hohen Bäumen und den Bergwänden herrscht absolute Ruhe, nur das Plätschern des Flusses, das Rascheln der Blätter und vielleicht mal das Quaken eines Frosches sind zu hören.

Und so bleiben die ersten drei Kilometer der Wanderung eine naturbelassene Angelegenheit. Auf klar erkenntlichen Wegen gehen wir meist im Schatten hoher Bäume, bevor wir im ersten Bergdorf ankommen. In Covas de Rio sind die Dorfbewohner gerade bei der Gartenarbeit. An der Kirche finden wir ein schattiges Plätzchen unter einem Apfelbaum mit wunderbarer Sicht auf die Berge. Perfekt für eine Snackpause. 

Portugal Geheimtipp: Wandern in den Magic Mountains

Die Kirchenmelodie spielt ihr typisches Lied, während eine Dame im Garten neben uns bei der Ernte von ihrer Katze begleitet wird. Ziemlich idyllisch hier!

Als wir ausreichend gestärkt und unsere Snackboxen wieder verstaut sind, machen David, Teresa und ich uns wieder auf den Weg. Schon kurz nach dem Dorf queren wir erneut einen Fluss. Auch Wasserfälle soll es in der Gegend laut David wohl so einige geben. Für die ist heute leider keine Zeit. Da muss ich wohl noch einmal wieder kommen. 

Doch auch ohne große Wasserfälle ist unsere Wanderung einmalig schön. Immer wieder tun sich neue Ausblicke auf die Berge um uns herum auf, und auch steinige Felsen tauchen wie aus dem Nichts auf. 

Rundwanderung von Pena in Zentral Portugal

Mit dieser Landschaft hatte ich in Portugal einfach nicht gerechnet. Unfassbar, dass diese wunderschöne Ecke des Landes bei uns Deutschen noch so unbekannt ist und ebenso unglaublich, dass wir auf unserem Trail heute komplett allein unterwegs sind. In anderen Ländern wären Routen wie diese hoch frequentiert. 

In der Nähe des Dorfe Covas de Monte kann man dann sehen, wie der Fluss die Landwirtschaft in dieser abgeschiedenen Region möglich macht. Aus gut 500 Metern Höhe sehen die Felder im Tal wie ein Mosaik verschiedener Grüntöne aus. 

Hier führt uns der Weg eine Weile über eine Bergstraße und bringt auch einen rund 200 Meter Anstieg mit, bevor wir die letzten 2 Kilometer am Berghang entlang auf schmalen Wanderwegen zurück zum Schieferdorf wandern. Die Sonne hat ihren Rückweg schon angetreten und wir legen einen Gang zu, denn mit ihrem Verschwinden wird es direkt kälter. Wir wollen vor Sonnenuntergang noch zurück sein.

Portugal Geheimtipp: Wandern in den Magic Mountains

Zurück in Pena gönnen wir uns Oliven, Brot, Feigen und Käse auf der Terrasse eines der Restaurants. Alles aus eigenem Anbau. Besser haben Feigen selten geschmeckt!  

Doch statt hier zu versacken, nutzen wir die letzten Minuten vor Sonnenuntergang noch um zwei Bergkirchen zu besuchen. Eine thront oben auf dem Gipfel geschützt von Steinmauern und von leuchtenden Berg Krokussen in Szene gesetzt. 

Portugal Geheimtipp: Wandern in den Magic Mountains

Die zweite ist eine Höhlen Kirche, in welcher der Legende nach der heilige Marcio gelebt hat. Ihm zu Ehren findet am letzten Wochenende im Juli wohl auch ein Fest an der Kirche statt. Wir schauen von hier aus noch einmal Richtung Sonnenuntergang und fahren dann ab. Immerhin geht es zum Abendessen und Übernachten noch bis Vouzela.

Infos zur Tour:

Für die Tour solltest du auf jeden Fall Wanderschuhe mit gutem Gripp anziehen, da sowohl zu Beginn als auch zum Ende der Wanderung Wege mit kleinem Schiefer Geröll auf dich warten und das ist mitunter ziemlich rutschig ist. Aber keine Sorge, wer besonnen geht, meistert diese kurzen Etappen mit Links. 

Auch solltest du das Wetter vorab checken, denn im Macário Gebirge kann das Wetter schnell umschwenken und ordentlich Wind und Kälte mit sich bringen. 

Die Tour mit allen Details findest du auf Komoot

Portugal Geheimtipp: Vouzela

Falls du nicht mit dem Camper unterwegs bist, stellt sich natürlich die Frage, wo du in der Region der Magic Mountains denn übernachten solltest. Ich hatte durch die Kooperation mit Center of Portugal die Möglichkeit eine wirklich sehr besondere Unterkunft kennenzulernen, die ich dir unbedingt empfehlen möchte.

Eine wirklich besondere Unterkunft: Casa das Ameias

Was heute wie ein historisch fürstliches Herrenhaus wirkt, war 40 Jahre lang eine unberührte Ruine. Kaum vorstellbar, aber da das Erbe einen männlichen Nachkommen vorsah, jedoch nur Frauen in der Familie geboren wurden, stand das einst so prächtige Haus leer und verfiel nach und nach. Erst als die Erbansprüche verjährten, konnte das Grundstück verkauft werden. 

Casa da Ameias - Boutique Hotel in Vouzela, Zentral Portugal

Mit viel Fantasie und einem sehr guten Architekten wurde aus einigen bewachsenen Mauern und Treppen wieder ein Gebäude. Dabei wurden wie ich finde, auf wirklich einzigartige Weise Historisches mit Moderne kombiniert. Die originalen Steinwände sind im Innern weiterhin zu sehen, wurden aber mit Sichtbeton kombiniert. Antique Möbel treffen hier auf zurückhaltenden Skandi Chic. Vier Jahre hat es gedauert, dieses Juwel von Unterkunft zu schaffen. Ein Boutique Hotel der wirklich besonderen Art.

Im Haupthaus befinden sich neben dem Speiseraum auch zwei Zimmer. Diese wurden nach Persönlichkeiten benannt , die hier im vergangenen Jahrhunderten wohnten. So beispielsweise Königin Amelia, die letzte Königin Portugals. Die zwei großzügigen Zimmer im Haupthaus haben herrschaftlichen Charakter.

Casa da Ameias - Boutique Hotel in Vouzela, Zentral Portugal

Durch das Haupthaus gelangt man über eine Treppe hinauf in einen Wohn- und Terrassenbereich, der wiederum zum erhöhten Garten aufschließt. Dort befinden sich 6 weitere Räume, sowie eine Gemeinschaftsküche und eine Pool-Terrasse. 

Die Gartenlofts sind durch große Fenster, viel Licht und Moderne geprägt.

Das Boutique Hotel wirkt wirklich sehr exklusiv, aber zugleich auch wie ein Ort zum Wohlfühlen. Neben dem sehr geschmackvollem Interieur, sind es auch Details wie die Wasser Refill Flaschen, das Frühstück mit regionalen Leckereien und die perfekt abgestimmten Möbel, die zeigen, wie viel Liebe hier in jedes Detail gesteckt wurde. 

Casa da Ameias - Boutique Hotel in Vouzela, Zentral Portugal

Ich habe mich rundum wohl gefühlt und konnte wäre gern noch mehr Nächte geblieben! Deshalb ist das Casa das Ameias* auch mein Portugal Geheimtipp in dieser Region! 

Übrigens: zur Casa das Ameias gehört sogar ein Kirchenraum, den solltest du dir auch unbedingt anschauen.

Casa da Ameias - Boutique Hotel in Vouzela, Zentral Portugal

Vouzela – die Stadt der Pasteis 

Das rund 1.300 Einwohner-Städtchen Vouezla hat aber natürlich noch mehr zu bieten als “nur” ein schönes Boutique Hotel. Vouzela ist die erste Stadt Portugals, welche mit dem Zertifikat “Biospere Destination” ausgezeichnet wurde und sich dem Thema Nachhaltigkeit besonders verschrieben hat. So legt die Gemeinde beispielsweise Wert darauf, die Natur zu schützen und vor allem heimische Arten zu pflanzen. Deshalb findest du hier vor allem alte Eichenbestände, wohingegen der Großteil Portugals aus wirtschaftlichen Gründen Eukalyptus gepflanzt hat. Letzterer stellt übrigens ein großes Problem in Zusammenhang mit den vielen Waldbränden dar.

Pasteis de Vouzela

Neben der Natur bewahren die Einwohner von Vouzela auch Traditionen. So gibt es nur in dieser Stadt Bäckereien, welche die landesweit bekannten Pasteis de Vouzela anfertigen. Die Süßspeise besteht nur aus 5 Zutaten: Wasser, Mehl, Zucker, Eigelb und einem Hauch von Butter. Gebacken werden sie nur 3 Minuten, das reicht schon, um den hauchdünnen Teig knusprig werden zu lassen. 

Entdecke die pittoreske Stadt und die Süßspeisen am besten bei einem zweistündigen Rundgang. Auf der Route de Vouzela verpasst du nichts. Falls du mit mind. 4 Personen reist, kannst du dich auch zu einer geführten Tour in der Casa das Ameias anmelden oder du fragst im Besucherzentrum nach. 

Portugiesisches Dinner in Vouzela

Unübertroffen in Sachen Gastfreundlichkeit ist das Restaurant Margarida’s. Hier bekommst du portugiesische Hausmannskost, Wein und viel gute Laune! Auch für Vegetarier gibt es Optionen und im Sommer kannst du auf der kleinen beleuchteten Terrasse draußen sitzen. 

Restaurant Margarida

Restaurant Empfehlung in Vouzela

Portugal Geheimtipp: Viseu

Schon mehrfach wurde Viseu zur lebenswertesten Stadt Portugals gekürt. Warum? Viseu hat ein großes kulturelles und gastronomisches Angebot. Dazu kommen viele Gartenanlagen und begrünte Stadtflächen. 

Um Viseu kennenzulernen, solltest du einen halben bis ganzen Tag einplanen, je nachdem wie viele Museen du besuchen möchtest. 

Sightseeing Viseu für einen Tag

Meine Top Highlights in Viseu

Deinen Stadtrundgang solltest du im historischen Zentrum beginnen. Die Kirche (Igreja) da Misericordia verlangt ein Foto. 

Gleich gegenüber findest du die Kathedrale (Sé) von Viseu, deren Innenhof mit seinen Säulen und den typisch blau-weißen Fliesen besonders schön ist. 

Die besten Sehenswürdigkeiten in Viseu

Von hier aus kannst du dich ein wenig treiben lassen. Schlendere durch die Gassen, entdecke das ein oder andere Mural, laufe durch das alte Stadttor (Porta) do Soar, schau dir den Painel de Azulejos – eine lange Wand mit hübschen portugiesischen Fliesen –  an und suche das hübscheste Fenster Viseus. Heißer Tipp, es ist ganz schön versteckt und echt nicht so leicht zu sehen. In meiner Center of Portugal Instagram Story zeige ich dir das Fenster.

Wenn du dann nach all dem Laufen Hunger bekommen hast, kannst du zum Beispiel ins Muralha da Sé Restaurant einkehren. Hier gibt es auch eine wirklich leckere vegetarische Option. 

Danach heißt es in einem der schönen Stadtparks entspannen. Der Parque Aquilino Ribeiro wurde mir von einer Stadtbewohnerin als der schönste Viseus empfohlen. 

Last but not least kannst du eine der typischen Süßspeisen der Stadt kosten, aber Achtung, die Betonung liegt auf “süß”. Denn die Castanhas de Ovos bestehen nur aus Ei und Zucker. Du bekommst sie zum Beispiel in der Confeitaria Amaral.  

Zentral Portugal Insider Tipp: Süßspeisen in Viseu

Wenn du noch mehr Zeit und kulturelles Interesse hast, kannst du einem der vielen Museen einen Besuch abstatten. Da wären das Museum der sakralen Kunst, das historische Stadt-Museum, das Quartz Museum und noch viele weitere.

Portugal Geheimtipp: Serra da Estrela 

Von Viseu geht es für mich weiter in die höchsten Berge Portugals, zur Serra da Estrela, zu deutsch dem Gebirge der Sterne. Der Nationalpark Serra da Estrela ist das größte Naturschutzgebiet Portugals. Aufgrund der einzigartigen Lage, der Höhe von bis zu knapp 2.000 Metern und des dadurch bedingten Wetters (sehr kalte Winter und sehr heiße Sommer) ist die Flora und Fauna so sonst nirgends in Portugal zu finden. Wildschweine, Schlangen, Echsen, Wölfe, Otter, Uhus und diverse einzigartige Pflanzen, all das lebt in der oft sehr windigen Bergwelt hier im Centro de Portugal. 

Mich hat diese bizarre, von Gletschern geformte Landschaft direkt an eine Mischung aus Grönland und Norwegen erinnert, felsig und rau. Hier wachsen nur noch wenige Bäume, stattdessen sorgen vor allem Moose und Büsche für grüne Farbtupfer. 

Die ersten “Wanderer” waren hier übrigens die portugiesischen Schäfer. Sie führen ihre Herden schon seit Anbeginn über die Weiten der Serra da Estrela. Diese Tradition, für die man wirklich hart im Nehmen sein muss, wird auch heute noch bei Wind und Wetter praktiziert. Gut möglich also, dass dir eine Schafsherde samt Besitzer begegnet.

Serra da Estrela

Insgesamt warten 375 Kilometer Streckennetz auf moderne Wanderer. Allein fünfzehn Routen gehören zu den Caminhos de Montanha. Für jedes Niveau ist was dabei. 

Für alle ist festes Schuhwerk gefragt, immerhin befinden wir uns hier in einem recht felsigen Gebiet. Bei manchen der Trails musst du sehr genau auf die Wegmarkierungen achten, da sie teils schon ordentlich verwaschen und nur noch schwer auf den Steinen zu erkennen sind.

Je nach Saison und je nachdem, wo man sich gerade befindet, weht ein kräftiger Wind. Dafür wird man mit tollen Ausblicken und einem idyllischen kleinen Bergpools belohnt. Kleiner Geheimtipp an dieser Stelle: die Ortsansässigen nutzen diese glasklaren Seen im Sommer gern zur Abkühlung. Solltest du also im Sommer reisen, packe auch die Badesachen ein.

Da meine Wanderung von meinem Guide für mich individuell zusammengestellt wurde, mehrere Wanderwege verbunden hat und auch das ein oder andere Mal auf Wegen entlang führte, die aktuell nicht mehr als Wanderwege gepflegt werden und daher sehr stark von Büschen bewachsen waren, teile ich sie hier im Sinne des Naturschutzes und deinem Komfort nicht. 

Portugal Geheimtipp: Wandern im Serra da Estrela Gebirge

Stattdessen hälst du am besten in einem der Besucherzentren in Manteigas, Seia, Gouveia oder Guarda. Dort bekommst du alle Infos zu den offiziellen Wanderwegen. Denn tatsächlich ist es online teils noch recht schwer Infos zu finden. Zu den Wanderungen gibt es jedoch haptische Karten und natürlich kannst du dich auch vorab auf Alltrails oder Komoot schlau machen. Versprochen: die Routen, die du so empfohlen bekommst ermöglichen dir ebenso großartige Aussichten, wie ich sie hatte.

Portugal Geheimtipp: Sehenswertes im Serra da Estrela

In einem Nationalpark, der so groß ist, gibt es neben den vielen Wanderwegen natürlich auch noch Weiteres zu entdecken. 

  • Plane auf jeden Fall eine Wanderung durch den Wald “Nave de Sato António” im Serra de Estrela ein. Vor allem im Herbst ist es hier besonders schön, wenn sich die Birken so wunderbar färben. 
  • Mache es wie die Portugiesen und halte ein Picknick auf dem Cavao da Ametade Cantaros ab. Hier gibt es Sitzgelegenheiten und offizielle Barbecue Plätze. Vielleicht kaufst du dir für das Picknick ja auch den regionalen Käse “Queijo da Serra” und Brot im Brotmuseum (Museu do Pão in Seia).
  • Mache Halt beim ”Senhora da Boa Estrela”, welcher 1946 als Schutzheiliger der Schäfer in eine Steinwand gehauen wurde.
  • Darüber hinaus soll das “Covao Dos Conchos” sehenswert sein. Dabei handelt es sich um einen Trichter zu einem Wasserkraftwerk, der in einem künstlich angelegten See ist. Das Ganze sieht auf Bildern schon ziemlich surreal aus. Ich selbst war aber nicht vor Ort. 
Picknick Serra da Estela

Fun Fact: im Serra da Estrela gibt es die einzigen Skipisten Portugals. 

Übernachtungsempfehlung Serra da Estrela

Du möchtest möglich nah an den Wandermöglichkeiten übernachten, mit großem Frühstücksangebot und reichlich Platz im Zimmer? Dann buche die in die Pousada Serra da Estrela ein. Das große Hotel war einst das Krankenhaus der Region. Schwer vorstellbar, doch früher mussten die Kranken die steilen Serpentinen aus der Stadt Covilhã bis hoch zum Krankenhaus laufen. Etwas Restenergie musste man also noch haben, ehe man beim Arzt vorsprechen konnte. Heute ist vom Krankenhaus Flair jedoch nichts mehr zu merken. Ganz im Gegenteil. Die moderne Restaurierung und die Integration einer Pool- und Saunalandschaft machen die Pousada Serra da Estrela zur perfekten Unterkunft in der Region. 

Pousada Serra da Estrela

Zur zeitlichen Einschätzung: Von Porto bis zur Serra da Estrela sind es ohne Verkehr knapp zwei Stunden Fahrzeit. 

Ich hoffe ich konnte dir mit diesem Artikel Lust auf Centro de Portugal machen und dir zeigen, dass diese Region noch ein richtiger Geheimtipp ist. Falls dir die Tipps hier noch nicht reichen, dann schau doch mal in das News Portal vom Center of Portugal rein “Togetherness” bietet dir alle zwei Wochen neue Artikel zu Themen aus der Region und das auch auf deutsch. So findet man immer mal wieder Anregungen, die man in die Reiseplanung einfließen lassen kann. 

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