7 Tage Marokko Rundreise – Tipps für Route & Unterkünfte

Du planst eine Marokko Rundreise in 7 Tagen und fragst dich, wie viele Highlights du innerhalb einer Woche entspannt sehen kannst?

Marokko Rundreise_Fes

Wenn ich an unsere Marokko Rundreise denke, denke ich an orientalische Gewürze – an Ras-al-Hanout und Kumin – an prächtige Mosaike, den täglichen Gebetsruf, farbenfrohe Souks, quirrlige Märkte, an Kamele und die Weite in der Wüste.

Vom Atlasgebirge über die Sahara bis hin zur Küste hat Marokko nicht nur abwechslungsreiche Landschaften sondern auch unglaubliche Städte mit fantastischen Medinas zu bieten, die dich direkt in eine andere Zeit katapultieren.

Gerade deshalb fiel es nicht leicht, eine ideale Route für eine 7-tägige Marokko Rundreise für meine zwei Freundinnen und mich zu entwerfen. Welche Stopps du unbedingt einplanen solltest und was ich bei meinem nächsten Besuch anders machen würde, verrate ich dir in diesem Beitrag.

Marokko Rundreise FAQs

Wann ist die beste Reisezeit für Marokko?

Als optimale Reisezeit für Marokko gelten vor allem der Frühling von März bis Mai sowie der Herbst von Oktober bis November. In diesen Monaten herrschen im ganzen Land angenehm milde Temperaturen um die 20 °C. Dieses Wetter eignet sich besonders gut für Rundreisen, Städtereisen und aktive Unternehmungen.

Während der Sommermonate von Juni bis August können die Temperaturen vor allem im Landesinneren und in der Wüste über 30 °C steigen, sodass diese Zeit eher für einen Badeurlaub an der Küste empfehlenswert ist.

Wir reisten Anfang November nach Marokko und während in Deutschland bereits der Herbst eingebrochen war, freuten wir uns über sommerliche Temperaturen.

Wie komme ich nach Marokko?

Ab Berlin starten mehrmals wöchentlich Direktflüge nach Marrakesch. Nach knapp 4 Stunden und 20 Minuten landest du auf afrikanischem Boden und mitten im Trubel. Um das Maximum aus unserer Urlaubswoche herauszuholen, startete unserer Marokko Rundreise in Marrakesch und endete in Agadir.

Wie sicher ist Marokko?

Als reine Frauengruppe hatten wir vorab wirklich zahlreiche Berichte zur Sicherheit in Marokko durchforstet, Do’s and Dont‘s verinnerlicht und auch Kleidungsempfehlungen notiert.

Aufgrund etlicher Warnungen waren wir vor Ort dann aber wirklich positiv überrascht!

Die Marokkaner sind super freundlich, offen und die Mehrheit überhaupt nicht aufdringlich. Natürlich wurden auch wir oft angesprochen, mit Ausrufen auf die besten Waren aufmerksam gemacht oder winkend ins Geschäft gelotst – wenn du darauf aber nicht eingehst, wirst du schnell in Ruhe gelassen. Kurz nach Einbruch der Dunkelheit waren wir dann meist sowieso in unserem Riad. Wir haben uns zu keiner Zeit unsicher gefühlt.

Wie kleide ich mich als Touristin in Marokko?

Generell würde ich dir immer empfehlen, dich an die kulturellen Gegebenheiten vor Ort anzupassen. Wir trugen aus diesem Grund meist lockere Hose, die bis unters Knie reichten, lange Röcke sowie T-Shirts oder leichte Blusen.

Unsere Route für 7 Tage Marokko Rundreise

Da wir innerhalb von 7 Tagen möglichst viel vom Land sehen wollten, landeten wir in Marrakesch und flogen am Ende der Reise vom Flughafen Agadir zurück nach Deutschland. Hier siehst du unsere Stopps auf einem Blick:

Marokko 7 Tage Route

2 Tage in Marrakesch – meine Highlights

Unsere Unterkunft: Riad l’Oiseau du Paradis

Das Riad l’Oiseau du Paradis* selbst liegt nur wenige Gehminuten von dem Herzstück der Medina entfernt. Nach 10 Gehminuten erreichst du den Platz Djemaa El Fna.

Absoluter Pluspunkt der Unterkunft ist der angebotene Shuttleservice. Unser Flugzeug landete erst gegen Mitternacht, sodass wir nicht mit einem Mietauto durch die Straßen von Marrakesch irren wollten und uns ein zuverlässiger Fahrer, der bereits am Ausgang auf uns wartete, innerhalb von 20 Minuten direkt zur Unterkunft brachte.

Unser Zimmer befand sich im obersten Stock. Am Morgen hatten wir einen tollen Blick auf den Sonnenaufgang, die Koutoubia-Moschee und die umliegenden Häuser. Das Frühstück ist inklusive und wird liebevoll hergerichtet, sobald du am Frühstückstisch im kleinen Innenhof Platz genommen hast.

Kochkurs mit Amal Cooking Class

Ein Kochkurs ist für mich die liebste Art, um die lokalen Spezialitäten eines Landes kennenzulernen. Bereits in Jordanien machte ich damit tolle Erfahrungen. Umso mehr freute ich mich jedoch, mit der Amal Cooking Class ein Angebot gefunden zu haben, das zeitgleich marokkanische Frauen auf ihrem Weg zu Selbstbestimmung und finanzieller Unabhängigkeit unterstützt.

Den Kurs kannst du bequem online buchen und direkt vorab auswählen, welches Gericht du gern kochen möchtest. Mittlerweile gibt es nicht nur Koch- sondern auch Backkurse. Vor Ort entscheidet ihr als Gruppe, ob ihr im Anschluss aus euren Gerichten ein Buffet aufbauen wollt oder ob ihr nur euer eigenes Gericht verspeisen wollt.

Wir kochten traditionelle Tajine, die im Anschluss über offenem Feuer köchelte. Währenddessen wurden wir in die typisch marokkanische Teezeremonie eingeführt. Eine wirklich tolle Erfahrung, die ich jedem empfehlen kann!

Das Amal Center ist ein wenig außerhalb von Marrakesch, weshalb wir uns ein Taxi nahmen und auch direkt eine Abholzeit vereinbarten. Super unkompliziert! Lass das Taxi am besten direkt über eure Unterkunft rufen. So weißt du, dass du einen verlässlichen Fahrer bekommst.

Das Amal Center ist eine gemeinnützige Organisation, die mutige Frauen auf ihrem Weg zu Selbstbestimmung und finanzieller Unabhängigkeit unterstützt. Der Kern der Arbeit ist ein einzigartiges Ausbildungsprogramm für Frauen, in dem sie die Grundlagen des Kochens in einem professionellen Umfeld erlernen können.

Warum eine Ausbildung?

In Marokko machen Frauen nur 25 % der erwerbstätigen Bevölkerung aus. Das bedeutet, dass die Arbeit von Frauen weitgehend unterbezahlt und unterbewertet ist. Die Ausbildung baut auf den Fähigkeiten auf, über die die meisten marokkanischen Frauen bereits verfügen, nämlich der erstaunlichen Fähigkeit, aus einfachen, lokalen Zutaten köstliche Mahlzeiten zuzubereiten. Amal hilft den Frauen, diese Fähigkeiten auf ein anspruchsvolles Restaurantumfeld mit hohem Arbeitsaufkommen zu übertragen. Nach dem Abschluss wird den Schülerinnen geholfen, ihren ersten Arbeitsplatz in einem lokalen Restaurant, Café oder einem anderen Betrieb zu finden. Das ist ein wichtiger Schritt zur Durchbrechung des Kreislaufs der generationenübergreifenden Armut.

Schlendere durch die Souks

Die Lebendigkeit in den Souks ist großartig. Enge Gassen winden sich durch die Medina. Teppiche werden gewebt, Gewürze abgefüllt, Schuhe besohlt oder Fisch zum Verkauf angeboten. Ehrlicherweise ließen wir uns hier einfach treiben. Wo genau wir waren, kann ich im Nachgang gar nicht mehr sagen. Es gibt überall so viel zu entdecken! Keramik, Körbe, Lederwaren, Gewürze – hier ist für jeden etwas dabei. Solltest du Interesse an einem Mitbringsel haben, hat Nicole für dich die besten Verhandlungsstrategien zusammengefasst.  

Koranschule Medersa Ben Youssef

Für gerade einmal 50 DH (ca. 4,50 €) besuchten wir die wirklich sehr sehenswerte Koranschule Ben Youssef. Der riesige Innenhof ist beeindruckend. Und wenn du erst die Toiletten siehst! 😉 Die im 16. Jahrhundert errichtete Koranschule ist daher eine beliebter Fotospot. Wir konnten uns an den Mosaiken und Verzierungen kaum satt sehen.   

Keine Marokko Rundreise ohne Ausflug ins Atlasgebirge

Ab Marrakesch hast du deine Vielfalt an Möglichkeiten für Ausflüge ins Umland: Ob zwei Tage in der Sahara, ein Abstecher nach Ai-Ben Haddou oder ein Tagesausflug ins Ourikatal. Mit nur knapp einer Stunde Entfernung sprach uns ein Ausflug ins Atlasgebirge am meisten an, sodass wir eine geführte Halbtagestour bei Hakim buchten. Wir wurden direkt an unserem Riad abgeholt und ließen das trubelige Marrakesch bald hinter uns. Besonders schön war der erste Stopp: ein Besuch auf einem Beduinen-Markt. Gemeinsam schlenderten wir zwischen den Obst- und Gemüseständen umher.

Nach einer weiteren Stunde Fahrtzeit erreichten wir das Ourikatal, das vor allem für die Restaurants und Cafés am Flussufer bekannt ist. Nach dem kurzen Besuch einer Arganöl-Kooperative, der auf uns leider eher wie eine Verkaufsveranstaltung wirkte, ließen wir uns am Flussufer auf gemütlichen Sitzkissen nieder und genossen einen traditionellen Couscous.

Arganöl aus Marokko wird häufig als „flüssiges Gold“ bezeichnet und zeichnet sich durch die aufwendige, traditionelle Herstellung durch Berberfrauen aus. Der Arganbaum (Argania spinosa) wächst fast ausschließlich in einem UNESCO-Biosphärenreservat im Südwesten Marokkos. Die Gewinnung ist extrem zeitintensiv, denn knapp 40 kg Früchte werden für 1 Liter Öl benötigt. Arganöl gilt unter anderem als Wundermittel für Haut und Haar und deshalb zu einem der kostbarsten Öle der Welt.

Besonders freuten wir uns über den abschließenden Besuch einer traditionellen Keramikwerkstatt, wo wir den Locals bei der Herstellung über die Schulter schauen konnten. Denn schließlich hatten wir uns bereits in den Souks durch zahlreiche Keramikprodukte gewühlt.

Ob als geführte Halbtagestour oder auf eigene Faust, das Ourikatal ist durchaus einen Abtecher wert und vor allem im Sommer soll es hier angenehm kühl sein, weshalb es auch bei den Locals ein beliebtes Ausflugsziel ist.

Wir buchen unsere Mietwagen immer über Check24*.

Nicht nur sind die Preise dort schon sehr gut, auch hat man die Option bis 24 Stunden vor Reiseantritt zu stornieren.
Wir buchen also ein gutes Angebot, setzen uns einen Preisalert für unsere Suche und wenn sich ein besserer Preis vor der Reise ergibt, stornieren wir die Erstbuchung und buchen zum besseren Preis.

So haben wir bei längeren Reisen schon mehrere Hunderteuro gespart.

Je nach Planung kannst du deinen Mietwagen direkt am Flughafen abholen oder – solltest du wie wir für deine ersten Tage in Marrakesch kein Auto benötigen – in der Stadtstation. Da wir unser Auto in Agadir abgeben wollten, wurde eine höhere Kaution fällig. (knapp 3000 Euro Kaution – beachte hier dein Kreditkartenlimit!) Wir buchten ein Taxi über unsere Unterkunft zur Stadtstation und starteten unsere Fahrt nach Fés. 

Marokko Rundreise: Von Marrakesch nach Fés (490 km / ca. 6 h)

Auf unserer Marokko Rundreise ging es von Marrakesch weiter nach Fés. Hier hast du die Wahl zwischen zwei Routen – die ruhigere Landstraße oder die schnellere Autobahn. Wir entschieden uns für die zweite Variante – einfach aus Zeitgründen. Die Landstraße soll jedoch um einiges sehenswerter sein.

Zwischenstopp in Meknès

Meknès gehört zu den vier Königsstädten von Marokko und liegt auf deiner Route wenn du von Marrakesch nach Fés fährst. Die Stadt zieht jedoch weniger Touristen an und wirkte auf uns sehr authentisch.

Unsere Unterkunft: Riad Fes Ziyat & Spa

Das Riad Fes Ziyat & Spa* liegt innerhalb der Medina von Fés nahe der Stadtmauer und hat einen wunderschönen großen, verzierten Innenhof. Von diesem führen mehrere Zimmer ab. Es gibt daher keine „richtigen“ Fenster im Zimmer, das war aber auch der einzige Nachteil.

Dein Auto kannst du hier abstellen. Am besten informierst du das Riad vorab, wann du eintriffst. Dann wird dich ein Mitarbeiter aus dem Hotel abholen. So vermeidest du überhöhte Kosten für das Parken, was laut der negativen Google-Bewertungen wohl schon vielen passiert ist. Lass dich nicht beirren! Am Tor stehen vermutlich zahlreiche Locals, die dir den Weg zeigen wollen. Warte am besten einfach auf deine Kontaktperson.   

Ist eine Tour durch Fés ohne Guide möglich?

Eindeutig Ja! Wir haben lange überlegt, ob ein Guide für Fés notwendig ist. Laut vielen Berichten soll Google Maps versagen, Telefone keinen Empfang haben, sodass sich Touristen nicht selten verirren.  
Wir hatten zur Sicherheit die Routenaufzeichnung von komoot laufen, um unsere Route im Zweifelsfall zurückgehen zu können. Wir konnten uns jedoch auch gut mit Google Maps orientieren.

Die Medina von Fés besteht aus zahlreichen verwinkelten, engen Gassen. Das ist nicht nur für Touristen eine Herausforderung, sondern durchaus auch für die Einheimischen, wie uns berichtet wurde. Merke dir: sechseckige Schilder am Anfang einer Gasse weisen auf eine Sackgasse hin!

Wo finde ich den besten Blick auf die Gerbereien?

Eine Besonderheit von Fés sind die historischen Gerbereien. Davon gibt es mehrere in der Medina. Doch um diese zu sehen zu bekommen, musst du einen der umliegenden Lederwarenshops besuchen. Diese Chance nutzen die Shopbesitzer gern, um dir Waren anzupreisen.

Für einen entspannten Besuch der Gerbereien empfehle ich dir den Balkon von Shop 42 mit Blick auf die Chouara Gerbereien. Der Ladenbesitzer war super angenehm und vergleichsweise unaufdringlich. Wir durften solange bleiben, wie wir wollten und den Arbeitern zuschauen, ohne dass wir zum Kauf von Lederwaren genötigt wurden oder gar Trinkgeld verlangt wurde. Wer ein Problem mit extremen Gerüchen hat, bekommt auch hier ein Bündel Minze zum Neutralisieren.

Marokko Rundreise: Von Fés an die Küste nach Essaouira (660 km / ca. 8 h)

Essaouira ist eine malerische Küstenstadt. Hier trifft traditionelle Medina auf modernen Küstenflair. Es gibt einen langen Strand, moderne Häuser und eine belebte Altstadt. Die antike Stadt wird dank ihrer weißen Häuser auch „Weiße Perle am Atlantik“ genannt.

Unsere Unterkunft: Riad Kafila

Wir übernachteten im Riad Kafila. Parken kannst du hier direkt vor dem Eingang in die Medina. Von da aus läufst du noch knapp 10 Minuten zum Riad. Von unserem geräumigen Zimmer aus hatten wir einen tollen Blick auf die tosenden Wellen. Das Frühstück genießt du auf der obersten Etage ebenfalls mit einem grandiosen Meerblick. Was für ein fantastischer Start in den Tag!

Die Medina von Essaouira

Nach dem Frühstück spazierten wir zum Port d‘Essaouira, der sich direkt hinter dem Bab El Marsa befindet. Am Morgen werden hier frischer Fisch und zahlreiche Meeresfrüchte angeboten. Wir staunten, wie die zahlreichen blauen Boote sich in das Hafenbecken gequetscht hatten und beobachteten gern das Treiben auf dem Fischmarkt. Die Medina von Essaouira ist nicht sehr groß, sodass du entspannt innerhalb von zwei Stunden einmal quer durch die Altstadt bummeln kannst.

Marokko Rundreise: Von Essaouira nach Agadir (180 km / ca. 3 h)

Den letzten Tag unserer Reise verbrachten wir nahe Agadir im Pearl Surf Camp, genossen einen letzten Abend am Strand und bekamen einer der wohl schönsten Sonnenuntergänge zu sehen. Leider hatten wir nicht genug Zeit, um an einer Surfstunde teilzunehmen.

Fazit – Marokko Rundreise

Natürlich hätten wir gern noch mindestens eine weitere Woche in Marokko verbracht, denn 7 Tage reichen absolut nicht aus, um dieses abwechslungsreiche Land im Norden Afrikas ausgiebig zu erkunden. Dennoch kannst du auch innerhalb weniger Tage mehrere Stopps einplanen. Für uns hat sich die längere Fahrt nach Fés absolut gelohnt! Die engen Gassen und die Gerbereien sind wahnsinnig beeindruckend. Außerdem empfehle ich dir mindestens eine Übernachtung an der Atlantikküste.

Wir genossen das arabische Flair und müssen definitiv noch einmal für eine Marokko Rundreise wiederkommen!  

Weitere Marokko Tipps

Jessica ist eine energiegeladene Abenteurerin. Sie liebt es, neue Erfahrungen in fremden Kulturen zu sammeln, Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten und die Natur mit allen Sinnen aufzusaugen. Die vielen Eindrücke, die Frohnatur Jessica von ihren Reisen mit nach Hause bringt, verarbeitet sie nicht nur in Reiseartikeln sondern auch kreativ in ihren Kunstwerken unter dem Namen FROMARTS.

Fun Fact: Entspannungsurlaube am Strand wirst du in Jessicas Reiseplänen nicht finden.

CoBloggerin Jessica Frömter

Das könnte dich auch interessieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert