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Reiserezept aus Österreich: Kärntner Kasnudeln und das Geheimnis vom Krendeln

In Kärnten habe ich gelernt wie man krendelt. Ja, krendeln. Das ist kein Schreibfehler, das heisst so. Stell dir eine große gefüllte Nudel vor, ähnlich wie eine Ravioli von der Form. Ihr Rand wird jedoch nicht zusammengedrückt und beispielsweise mit Gabelabdrücken geformt, sondern gekrendelt. Also eingedreht. Was entsteht ist eine Art Zopfmuster. Und genau das macht die Kasnudeln in Kärnten aus.

„A Dirndl, dås nit krendeln kån, kriegt kan Månn.“ – heisst es im Volksmund.

Klar, dass ich – und das hat nun gar nichts mit Männern zu tun – während meiner Kärntenreise lernen wollte, wie man denn nun richtig krendelt. Ingeborg Daberer, die gemeinsam mit ihrer Schwester das Slow-Food Restaurant Grünwald leitet, hat es mir gezeigt. Und sie weiß nun wirklich wie es geht, denn das Grünwald ist auf gekrendelte Nudeln spezialisiert und so werden hier schon einmal 500 – 800 Nudeln am Tag per Hand gekrendelt. Wenn du mal in der Nähe bist, musst du unbedingt vorbeischauen und nicht nur die herzhaften, sondern auch die süßen Nudeln probieren. Den Gaumenschmaus darf man sich nicht entgehen lassen.

Bei Ingeborg im Grünwald kann jeder das Krendeln lernen. In Kursen bringt sie einem die nötigen Fertigkeiten bei, um die perfekten Kasnudeln zu formen. Ich hatte das Vergnügen einer Einzelstunde und nach einer Weile üben und einigen eher gescheiterten Versuchen, konnte ich dann doch tatsächlich krendeln. Diese Fertigkeit und auch das Rezept für herrliche Kasnudeln durfte ich mit nach Hause nehmen und möchte es nun mit dir teilen.

Rezept Kärntnerische Käsnudeln

Rezept für original kärntnerische Kasnudeln

Zutaten für den Teig:

  • 500 g Mehl
  • 250 ml Wasser
  • Prise Salz
  • 3 EL Öl

Zutaten für die Füllung ca. 30 Kasnudeln / ca. 7 Portionen:

  • 1 kg Kartoffeln, mehligkochend
  • 250 Gramm Bröseltopfen, da der in Deutschland schwer zu bekommen ist, kannst du auch 40% Quark nehmen, den musst du dann aber in ein sauberes Küchentuch tun und auswringen, damit er ordentlich was an Flüssigkeit verliert
  • 1 TL braune Minze oder Minze
  • 1 TL feingehackten Kerbel
    (falls du den nicht extra kaufen möchtest, ich hab es zu Hause mit Petersilie nachgekocht – auch lecker)
  • 1/2 gehackte Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen, gepresst
  • Salz & Pfeffer
  • und falls du magst ruhig ein wenig geriebenen Bergkäse

Zutaten für das Topping:

  • 1 Stück Butter
  • Schnittlauch

 

Direkt aus Österreich importiert: das original Rezept für köstliche kärntnerische Käsnudeln. Saulecker und ganz leicht, wenn man weiß, wie man richtig krendelt. Hier findest du die Videoanleitung. Österreich Rezept | Kärnten Rezept | Käsnudeln | krendeln

Zubereitung kärntnerische Kasnudeln

Als erstes kümmern wir uns um den Teig und das ist gar nicht schwer. Denn du musst einfach nur alle Zutaten für den Teig zusammen geben und richtig gut durchkneten bis ein geschmeidiger Teig entsteht. Den packst du anschließend in eine Folie und lässt ihn eine halbe Stunde liegen.

In der Zwischenzeit kümmern wir uns um die Füllung. Zunächst musst du die Kartoffeln schälen, in Stücke schneiden und kochen. Sind diese gekocht, gießt du das Wasser ab und zerstampfst die Kartoffeln, bis ein gleichmäßiger Brei entstanden ist.

In einer Pfanne brätst du nun die gehackte Zwiebel zusammen mit 2 EL Öl an und gibst anschließend noch gepressten Knoblauch dazu.

Wenn die Kartoffeln und auch die Zwiebel-Knoblauch-Mischung abgekühlt sind, kann es weiter gehen. Denn nun kommen alle Zutaten zusammen, menge sie gründlich durch und schmecke sie mit Salz sowie Pfeffer ab. Soweit so gut.

Weiter geht es mit dem Nudelteig. Rolle diesen ca. 3 mm dick aus und steche Kreise mit ca. 9 cm Durchmesser aus. Dazu kannst du beispielsweise ein umgedrehtes Glas nehmen.

Rezept Kärntnerische Käsnudeln

Nehme den ersten Nudelteig-Kreis in die Hand, lege mit einem kleinen Löffel etwas Füllung in die Mitte, drücke diese platt. Aber so, dass noch ein freier Rand übrig bleibt. Nun klappe den Kreis in der Mitte um, so dass er zum Halbmond wird. Drücke den Nudelrand aneinander. Nun wird gekrendelt.

Entscheidend beim Krendeln sind Zeigefinger und Daumen. Ziehe immer gerade soviel Teige am Rand, dass du eine Art kleine Lasche hast, die du nun umknicken kannst. An der Stelle, wo diese festgedrückt wird, ziehst du wieder ein wenig am Teig. So wiederholt sich das Spielt, bis die Nudel komplett gekrendelt ist. Und weil man sich das so schlecht vorstellen kann, hab ich dir das Krendeln vom Profi Ingeborg einmal aufgenommen: 

 

 

Hat beim ersten Mal noch nicht perfekt geklappt? Nicht so schlimm du kannst ja jetzt noch 29 Mal üben.

Hast du alle Nudeln gekrendelt, musst du dich entscheiden, wieviele du davon tatsächlich heute und wieviele irgendwann später mal essen möchtest. Denn die Kasnudeln lassen sich nach einem kurzen blanchieren auch super einfrieren. Achte dabei nur darauf, dass sie nicht zu dicht aneinander liegen, sonst kleben sie fest und der Teig reist dir auseinander, wenn du sie wieder voneinander trennen möchtest.

Die Nudeln, die du tatsächlich auch gleich zum Essen servieren möchtest, kochst du nun im Salzwasser ca. 5-7 Minuten. Wenn sie an der Oberfläche schwimmen sind sie gut.

Lasse in eine Pfanne ein ordentliches Stück Butter ein und lasse es schmelzen bis es zart braun ist. Dann kann die Butter auf den Tellern über den Kasnudeln gegossen werden. Oben drauf kommt noch fein gehackter Schnittlauch.

Wer mag, kann zu den Nudeln einen frischen Salat und einen leichten Weißwein servieren – das passt ganz wunderbar.

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