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Urlaub in der Schweiz: Tipps für das wunderschöne Safiental

Schneebedeckte Gipfel, glasklare Seen, wunderschöne Täler, verträumte Almhütten und extrem guter Käse – das sind die ersten Dinge, die mir in den Kopf schießen, wenn ich an die Schweiz denke. Seit meiner ersten Schweiz Reise 2016 bin ich latent neidisch auf die Schweizer, weil ich mir etwas von ihrer schönen Landschaft auch in Berlin wünschen würde. Da Berlin aber die urbane Großstadt bleibt, mit all ihrem Gewusel, trendigen Cafés und maximal Hügeln statt Bergen, bleibt mir nichts anderes übrig, als mein Schweiz-Fernweh immer wieder mit Reisen in dieses wunderschöne Land zu befriedigen.

Zürich, Bern, Basel und auch den Grindelwald habe ich schon 2016 bereist. 2018 hatte ich dann mein Wanderdebut im schönen Graubünden und genau dort sollte es mich in diesem Jahr wieder hin verschlagen, zu einer wahrlich besonderen Reise. Dieses Mal führte es mich in zwei der einwohnerschwächsten Orte des Kantons, direkt in das Safiental. Das besondere daran: ich reiste ohne Handy und Laptop.

Safiental Blogger Tipps von PASSENGER X

Ich – die normalerweise den gesamten Tag am Laptop und viele Stunden am Handy hängt – habe mich auf dieser Reise dem Digital Detox verschrieben. Der Laptop blieb ganz zuhause. Das Handy blieb im Flugmodus in der Tasche und war nur für absolute Notfälle überhaupt dabei. Und ja, das hat mich Überwindung gekostet. Fünf Tage lang keinen Kontakt zu meinem Helden, fünf Tage lang kein Instagram, keine Mails und auch kein Blick ins Projektmanagementtool vom Job. Für den einen oder die anderen mag das nach keiner wilden Sache klingen, für mich war das schon merkwürdig. Wie ich mich bei diesem Experiment geschlagen habe und ob sich nach dieser Erfahrung etwas für mich ändert – das erfährst du in einer der kommenden Ausgaben des Schweizer Magazins Transhelvetica

In diesem Artikel verrate ich dir, welche Spots, Unterkünfte, Bauernhöfe und Unternehmungen ich im Safiental besonders cool finde und warum sich auch für dich eine Reise in diese schöne Region Graubündens lohnt.

Inhalt

Das Safiental – was ist das überhaupt?

Das Safiental ist eine Region im Schweizer Kanton Graubünden. Es erstreckt sich über eine Fläche von 151.42 km² und umfasst die vier Gemeinden Safien, Tenna, Valendas und Versam. Die gesamte Region hat gerade einmal 943 menschliche Einwohner, also nur 6 Einwohner pro Quadratkilometer! Kühe gibt es dort deutlich mehr. Und Murmeltiere vielleicht auch, die konnte ich jedoch nicht alle zählen.

Safiental Blogger Tipps von PASSENGER X

Das schreit doch geradezu nach einer ruhigen Gegend und genau das ist das Safiental auch. Eine Gegend, welche durch ihre schöne Bergwelt und die vielen Weiden geprägt ist. Die Uhren ticken hier ein wenig langsamer und wer Ruhe sucht, wird sie auf jeden Fall finden, ebenso wie schöne Wanderwege, frische Luft und gutes Essen aus hofeigenen Biohaltungen.

Ein kleiner Fun Fact noch zum Safiental: Der letzte „Ort“ im Safiental heisst Z’hinderst (Zuhinderst).

Die schönsten Unterkünfte im Safiental

Im Safiental gibt es diverse Unterkünfte, die zu jeglichen persönlichen Vorlieben passen. Möchtest du von Frühstück bis Abendessen vollversorgt sein? Dann macht ein Hotel Sinn.

Da wäre beispielsweise das Hotel Alpenblick in Tenna*, das in der Tat einen schönen Blick auf die Berge bietet. Dieses Hotel gibt es heute übrigens nur noch in dieser Form, weil die Dorfbewohner sich gemeinsam dafür eingesetzt haben, es zu erhalten. Erfreuen sich schließlich nicht nur die auswärtigen Gäste an dem Hotel, sondern auch die Bewohner Tennas, wenn sie ihre Feiern dort ausrichten. Und in Tenna ist das eben so: das was einem etwas wert ist, dafür wird sich eingesetzt. So auch für dieses nette Hotel.

Möchtest du in einem etwas größerem Ort unterkommen und zudem eine ausgezeichnete Küche in der Nähe wissen, so solltest du dich im Gasthaus am Brunnen in Valendas einmieten. Hier erwartet dich ein richtiges Gourmet-Restaurant, aber dazu später noch mehr.

Noch ganz neu unter den Gasthäusern und urgemütlich ist der Gasslihof in Thalkirch. Hier wirst du mit Frühstück und Abendessen versorgt und auch der Kuchenhunger nach einer Wanderung am Nachmittag wird im Gasslihof gestillt. Alles hausgemacht! So kann es sein, dass dich beim Betreten der Unterkunft ein herrlich frischer Duft aus der Küche empfängt – mal nach frisch gebackenem Brot oder auch Schokokuchen – super lecker! Dazu erwartet dich eine familiäre Atmosphäre und sympathisches Personal.

Safiental Urlaub_Gasslihof in Thalkirch_Unterkunft
Mein Zimmer im Gasslihof

Solltest du zwar gern in deiner Unterkunft frühstücken wollen, abends jedoch auch mal auswärts essen, so bietet sich ein Bed & Breakfast an. Diese sind oft Teil einiger Bio-Bauernhöfe.

Der Biohof Casutt in Tenna vermietet beispielsweise ein Studio inkl. kleiner Küche und eigenem Bad. Wer dort übernachtet, schläft nicht nur gut, sondern kann, wenn er neugierig ist, auch noch allerhand über die Tierhaltung nach Biostandard, das Imkern oder die Landwirtschaft in den Schweizer Bergen lernen. Denn Anne und Daniel, die Biobauern des Hof Casutt, sind nicht nur gute Gastgeber, sondern stehen auch für alle Fragen parat. Wenn dir Käse, Wurst und auch der Honig vom Frühstück schmecken, kannst du die Produkte direkt im eigenen Hofladen einkaufen.

Frühstück auf dem Biohof Casutt_Urlaub im Safiental_Tenna

Wer seiner Übernachtung im Safiental direkt noch einen besonderen Schliff geben will, der kann es ja mal mit einem Bett aus Stroh versuchen. Ich habe so schon einige Nächte im Grindelwald verbracht. Im Safiental bietet dir der Biohof Walther in Valendas diese Erfahrung an.

Und wer es noch etwas einsamer mag, der kann auch in einem der umgebauten Almställe des Safientals übernachten.

Du siehst, trotz der gerade einmal knapp 1.000 Einwohner bietet das Safiental viele Übernachtungsmöglichkeiten. Da heißt es wohl: Wer die Wahl hat, hat die Qual.

Von A nach B im Safiental

In ländlichen Regionen – ganz gleich in welchem Land – ist das vorwärts kommen ohne Auto zumeist eine schwierige und manches Mal eine schier unmögliche Herausforderung.

Da ich selbst keinen Führerschein habe und auf dieser Reise ohne meinen Helden unterwegs war, blieben mir nur die öffentlichen Verkehrsmittel. Und siehe da, das ging sehr gut. Einen frühzeitigen Blick auf den Fahrplan der öffentlichen Verkehrsmittel braucht es zwar, da diese teilweise nur im Zwei-Stunden-Rhythmus verkehren. Doch wer sich rechtzeitig informiert und seine Route geschickt zusammenstellt, der kann unbeschwert und mit perfekten Anschlüssen reisen.

Postbusfahren im Safiental

Eine Fahrt mit dem sogenannten Postbus ist durchaus auch ein kleines Abenteuer. Denn die Serpentinen im Safiental sind doch relativ schmal und die Tunnel ebenso. So heißt es für entgegenkommende Auto oft noch einmal den Rückwärtsgang einlegen und dem Postbus irgendwie Platz machen. Bei Fahrten durch Tunnel lässt der Busfahrer auch schon einmal zur freundlichen Warnung eine laute Melodie ertönen.

Und überhaupt sind die Ausblicke einfach nur fantastisch. Die kann man als Autofahrer schließlich meist gar nicht wirklich genießen. Also lohnt es sich nicht nur für Autolose wie mich, auf die öffentlichen Verkehrsmittel umzusteigen.

Reiseplanung

Zum Safiental gibt es einige schöne Reiseführer, die perfekt für deine Reisevorbereitung sind. Da wären ein Wanderführer* nur für das Safiental und zwei Reiseführer für den Kanton Graubünden, in dem das Safiental liegt. Denn vielleicht verschlägt es dich ja nach dem Safiental auch noch in andere Teile Graubündens. „111 Orte in Graubünden, die man gesehen haben muss“* hält sehr coole Tipps bereit und auch der DuMont Reise-Taschenbuch Reiseführer Graubünden* ist zu empfehlen.

Außerdem steht dir auch das Schweiz-Tourismus Büro gern beratend zur Seite. Du kannst einfach eine Mail an info@myswitzerland.com schicken oder unter der kostenlosen Telefonnummer 00800 100 200 30 anrufen.

Die Bauernhöfe – Bio mit Leidenschaft und aus Überzeugung

Bio-Bauernhöfe gibt es im Safiental reichlich. Du wirst also viele glückliche Kühe und ebenso glückliche Schweine sehen. Aber nicht nur, dass die Kuhglocken der unverkennbare Sound des Safientals sind, du profitierst auch kulinarisch während einer Reise in die Region von den vielen Biobauernhöfen. Kehrst du dort ein, wird dir sicher Fleisch aus eigener Haltung aufgetischt. Von Pute, über Schwein und Rind – sogar Yakfleisch könnte dir begegnen.

Käse aus der Region oder Honig – alles verdammt lecker. Und wer dann noch etwas für zu Hause mitnehmen will, der erfreut sich an den vielen netten Hofläden.

Was mich besonders begeistert hat, mit wieviel Leidenschaft und aus welcher Überzeugung, die Bauern hier ihr Vieh halten. Auf dem Biohof Casutt, im beschaulichen Tenna, war Bäuerin Anne so nett, während wir Bienenwaben für das Honigschleudern vorbereiteten, mir einen Einblick in ihre tägliche Arbeit auf dem Hof zu geben.

Zwar können die modernen Bauern auf hilfreiche Maschinen zurückgreifen, doch die teils extrem steilen Weiden erfordern zum einen ein großes Geschick im Umgang mit landwirtschaftlichen Maschinen und manchmal geht es eben doch nur mit Handarbeit.

Natürlich spielt auch das Wetter eine große Rolle und bestimmt etwa die Zeit des Heuens.

Ich habe außerdem gelernt, wieso die Waben der Bienen unterschiedlich groß sind und wie lecker der frischeste Honig schmeckt.

Honig ernten_Biohof Casutt in Tenna_Urlaub im Safiental

Seit dem Besuch auf diesem Hof sind mir Puten sehr sympathisch und das beruht wohl auf Gegenseitigkeit. Wer sich in ihrer Gegenwart ruhig verhält und keine hektischen Bewegungen macht, der wird ihr Interesse wecken. So standen sie um mich herum und beäugten mich ganz genau, die langen Hälse immer mal wieder in verschiedene Richtung geneigt. „Aha, wer bist du, was machst du hier und was ist dieses schwarze Ding in deiner Hand?“. Es folgte ein leichtes Picken an meiner Kamera und ein weiterer neugieriger Blick. Zaghaft und zurückhaltend, aber auch mindestens genauso neugierig.

Biohof Casutt in Tenna Puten_Urlaub in der Schweiz_Safiental Highlights

Mich jedenfalls haben die Zeit auf dem Biohof Casutt und die Gespräche mit Anne doch einiges über Tierhaltung gelehrt und mir auch Hoffnung gemacht. Denn wenn Tiere so gehalten werden, wie hier, dann kann man tatsächlich sagen, dass sie ein gutes Leben haben.

Wie vorhin schon erwähnt, haben viele Biobauernhöfe auch kleine Hofläden, in denen die regionalen Bioprodukte direkt einkaufen kannst. Möchtest du eine möglichst große Auswahl haben, mach doch mal Stopp in Safienplatz. Dort findest du den Spensa – ein kleiner Selbstbedienungsladen mit diversen Produkten aus dem gesamten Safiental.

Die Rheinschlucht – Kanada Feeling im Safiental

Eines der landschaftlichen Highlights im Safiental ist definitiv die Rheinschlucht. Mit einer Länge von 15 Kilometern und einer maximalen Tiefe von 350 Metern wird sie auch gern als der Grand Canyon der Schweiz bezeichnet. Durch diese beeindruckende Schlucht schlängelt sich der Rhein und je nach Wetterbedingungen leuchtet er sogar in smaragdgrün. Es lohnt sich das sowohl im Panorama als auch im Detail zu sehen.

Rheinschlucht Safiental Ausflüge

Für einen schönen Blick von oben gibt es einige Aussichtsplattformen. Eine Übersicht findest du hier. Ich selbst war auf der Islabord in der Bahnhofsstraße in Versam, um diese malerische Kulisse in ihrem vollen Ausmaß zu sehen.

Doch auch ein Blick von nah lohnt sich, schon allein weil man dann auch gleich mal die Füße zur Abkühlung ins eiskalte Wasser halten kann. Gerade an heißen Sommertagen ist das nach einer Wanderung eine wahre Belohnung. Aber Achtung, das Ufer um den Rhein herum ist teils Schutzzone für die dort lebenden Vögel. Also schau genau hin, wo du ans Ufer treten darfst und wo nicht.

Rheinschlucht Graubünden_Highlights im Safiental_Wanderung

Ein schöner Wanderweg, um die Gegend in kurzer Zeit zu Fuß zu erkunden, ist der 4,5 Kilometer lange Weg von Valendas nach Versam.

Du kannst die Rheinschlucht aber auch vom Wasser aus erkunden. Am besten steigst du dafür in ein Kajak oder ein Funjak. Für beides bietet dir die Kajakschule Versam Ein- oder auch Mehr-Tages-Touren an.

Zu Fuß unterwegs im Safiental – schöne Wanderwege

Wo wir gerade bei sportlichen Aktivitäten sind: im Safiental gibt es auch fernab der Rheinschlucht diverse schöne Wanderwege. Von mehrtägigen Weitwanderwegen, die einen durch das ganze Tal führen, bis hin zu Kurzstrecken, die eher einem Spaziergang gleichen und bequem auch mit kleinen Kindern absolviert werden können.

Auf dieser Reise habe auch ich meine Wanderstiefel geschnürt und bin in verschiedenen Ecken auf Wanderung gegangen.

In Tenna hat mir die Tenner Chrüz Wanderung zum Sonnenaufgang sehr gut gefallen. Nicht nur, dass man einen Überblick über das rund 100-Seelen-Dorf bekommt, am Chrüz (Kreuz) angekommen hat man auch einen schönen Ausblick auf die umliegende Landschaft und Bergwelt. Außerdem ist der Weg abwechslungsreich und führt sowohl an Wiesen und Ställen vorbei als auch durch einen Wald hindurch. Wer ihn früh morgens geht, hat vielleicht sogar Glück und sieht – wie es bei mir der Fall war – Gämse.

Tenna Chrüz Wanderung _Highlights Safiental

Ein netter Spaziergang für groß und klein ist hingegen der Weg zum Wasserfall in Tenna. Familien können direkt noch einen Stopp auf Valentins Naturspielraum einlegen und mit den Kleinen die verschiedenen thematisch aufgebauten Stationen entdecken. Auch ein großer überdachter Tisch sowie eine Grillstation wurden gebaut, wodurch sich wunderbar ein gemeinsames Barbecue einrichten lässt. Frisches Fleisch gibt es schließlich im Ort bei den Biobauernhöfen.

Tenna Wasserfall Wanderung_Highlights Safiental

Auch in Thalkirch habe ich die frühen Morgenstunden für eine Wanderung genutzt. Kurz nach fünf Uhr morgens habe ich meine Wanderstiefel geschnürt und mich zuerst Richtung Gasthaus Turrahus und dann hoch zum Tomülpass gemacht.

Schweiz Urlaub - Tipps für das Safiental_ Wanderung Tomülpass

So früh morgens diente der Weg noch als Schlaflager der Kühe und ich musste ein wenig um die gemütlichen Rinder des Safientals herum kraxeln. Dafür wurde ich noch auf dem ersten Streckenabschnitt mit einem schönen Sonnenaufgang über dem noch wolkenverhangenen Tal belohnt. Weiter oben wartete dann eine nette Versorgungsmöglichkeit. Denn einer der ortsansässigen Biohöfe belädt hier regelmäßig eine mit kaltem Bergwasser gefüllte Wanne mit Buttermilch in Gläsern. Eine Vertrauenskasse daneben ermöglicht den Erwerb. Eine nette Idee, die ich doch gern genutzt habe, um mein Frühstückspaket noch um eine frische Bio-Buttermilch zu erweitern.

Buttermilch am Tomülpass

Als die letzten Höhenmeter geschafft und ich auf dem Pass angekommen war, warteten bereits einige freundliche Ladies auf mich. Erst etwas scheu, doch neugierig, sobald ich mein Frühstück ausgepackt und Platz genommen hatte. Eine nach der anderen kam, ihre um den Hals hängende Glocke läutend, auf mich zugelaufen.

Schweiz Urlaub - Tipps für das Safiental_ Wanderung Tomülpass

Doch statt meinem Frühstück fanden sie vor allem meinen Rucksack und meine Schuhe spannend. Alles wurde erst beschnuppert und dann abgeleckt. Eine von ihnen befand meine Wanderschuhe sogar als perfekte Kratzgelegenheit und fing an, ihren Kopf daran zu schrubben. Mein Fuß wippte in ihrem Rhythmus. Ich musste lachen.

Schweiz Urlaub - Tipps für das Safiental_ Wanderung Tomülpass
Schweiz Urlaub - Tipps für das Safiental_ Wanderung Tomülpass

Auf dem Rückweg bin ich dann noch einigen Murmeltieren begegnet, aber dazu gleich mehr.

Überraschendes im Safiental

In einer Region in der weniger als 1.000 Einwohner leben, erwartet man als Großstadtmensch nicht allzu viele Sehenswürdigkeiten, kulinarische Highlights oder Veranstaltungen. Doch da wird man im Safiental eines Besseren belehrt. Denn die Region lässt sich immer wieder was einfallen, um ihre Besucher zu überraschen.

Oder hättest du mit einer großen in der Natur verstreuten Kunstausstellung, einer Pop-Up-Bühne und Lamas gerechnet? Ich jedenfalls nicht und so hat mich das Safiental so einige Male staunen lassen.

Die kulinarische Überraschung

Tomaten-VanilleSuppe, Auberginenkaviar und Rindstatar mit Avocado und Safranschaum – sind nur drei der ausgefallenen Gerichte, die man auf der Speisekarte vom Gasthaus am Brunnen in Valendas findet. Wer sich kulinarisch mal was richtig Gutes gönnen möchte, den Gaumen mal wieder überraschen, die Geschmacksknospen mit raffinierten Details verwöhnen – der muss hier einfach einen Tisch reservieren.

Gasthaus am Brunne_Kulinarik im Safiental

Besitzer und Küchenchef Matthias Althof kreiert nicht nur ausgefallene und fantasievolle Gerichte, er serviert sie teils auch selbst und das stets bestens gelaunt. So flitzt er summend durch die Gegend, fragt gern persönlich nach, ob es mundet und auch alles in Ordnung ist und freut sich über jeden kleinen Plausch, der sich zwischen den Gängen ergibt. Für die süßen Gaumenfreuden – die dir garantiert in Erinnerung bleiben werden – sorgt seine Partnerin in der Geschäftsführung Elvira Sòler. 

Zusammen haben sie mit dem Gasthaus am Brunnen eine Lokalität erschaffen, in der sich alle wohlfühlen. Verschwitzte Wanderer wie ich, Dorfbewohner, die sich dort auf ein Bier treffen und auch die feiernde gehobene Gesellschaft, wie sie am Nebentisch saß. Genuss vereint eben!

Die tierische Überraschung

Zwischen Yaks und Kamelen im Safiental

Stell dir vor, du stehst auf einer saftig grünen Wiese und kraulst ein Kamel hinter dem Ohr. Daneben strecken neugierige Lamas ihre Hälse über einen Zaun und einige hundert Meter weiter stehen Yaks auf einer Weide. Du befindest dich aber weder in einem Tierpark noch in einem Zoo. Klingt absurd, weil all diese Tiere doch niemals an einem Ort sein können? Habe ich auch gedacht. Yaks verbinde ich mit Nepal, Lamas gehören für mich nach Südamerika und Kamele kenne ich beispielsweise aus Marokko. In meiner Vorstellung leben diese Tiere also auch noch auf verschiedenen Kontinenten.

Hof Gädemli Lamas und Kamele im Safiental

Doch im Safiental teilen sie sich ein Zuhause – im Stall und auf den Weiden vom Yak- und Lama-Hof Gädemli. Und so unwirklich diese Kombination aus Tieren auch klingen mag, so absurd ist sie gar nicht.

Bio-Bäuerin Angelika hat sich zusammen mit ihrem Mann Erwin mit diesen exotischen Tieren die große, weite Welt nach Hause geholt und mir erzählt, wieso diese Artenkombination gar nicht so unnatürlich ist, wie ich zuerst dachte. Yaks leben nicht nur in Nepal, sondern beispielsweise auch in der Mongolei. Und dort gibt es auch Kamele. Also diese beiden Tierrassen begegnen sich auch durchaus in natürlichem Gefilden. Lamas wiederum sind artverwandt der Kamele und so schließt sich der Kreis.

Schlussendlich sind die Yaks eine Rinderart, die im Safiental genauso den Sommer auf der Alm verbringen, wie es die herkömmlichen Rinder tun. Auf dem Biohof Gädemli werden sie nach Demeterstandard gehalten und geschlachtet. So bekommt man die typischen Salzis (Würste) hier mit Yakfleisch.

Hof Gädemli Lamas und Kamele im Safiental

Die Lamas erfreuen die Touristen beim gemeinsamen Trekking. Dabei geht es nicht um Leistung, sondern um bewussten Genuss. Jede/r Teilnehmer/in der kleinen Gruppen führt ein Lama durch die Landschaft des Safientals. Die lustigen Tiere sorgen mit ihrer Gemütlichkeit für eine entspannte Stimmung. Da der Hof Gädemli großen Wert auf Nachhaltigkeit legt, besteht die Verpflegung während des Lama-Trekkings aus Produkten direkt vom Hof. Nebst Yakfleisch kann das auch Obst und Gemüse aus dem eigenen Anbau sein.

Der wird mindestens mit genauso viel Leidenschaft wie die Tierhaltung betrieben. Von Kräutern, über Zucchini bis hin zu verschiedensten Heidelbeersorten – die Familie Bandli baut beinahe alles an, was es zur Selbst- und Gästeversorgung braucht. Frisch geerntet und serviert schmeckt es schließlich am besten!

Ein Lamatrekking im Safiental ist also direkt ein doppelter Genuss.

Wildtierbeobachtungen

Neben den Tieren der Bauernhöfe kommen im Safiental auch reichlich Wildtiere vor. Kein Wunder, in den idyllischen Bergen und auf den weiten Wiesen fühlen sich eben nicht nur Menschen und Rinder wohl, sondern auch Hirsche, Steinböcke, Gämse, Murmeltiere und sogar Luxe und Wölfe.

Wer gerne möglichst viele wilde Tiere sehen möchte, sollte seine Wanderung in die frühen Morgenstunden verlegen.

Sonnenaufgangswanderung Safiental

Wildhüter Paul Gartmann verriet mir, dass die wilden Tiere im Safiental vor allem vor und während des Tagesanbruchs zu sehen sind. Schon eine Stunde nach dem Sonnenaufgang stehen die Chancen deutlich schlechter.

Gämse sind mir selbst während meiner Wanderung in Tenna kurz nach Sonnenaufgang begegnet. Sie sind jedoch so flink davongerannt, dass ich nicht nur keine Zeit hatte die Kamera zu zücken, sondern auch gerade so noch erkennen konnte, was es überhaupt war.

Murmeltiere sieht man hingegen in ausgewählten Gegenden häufiger. Die Wanderung von Turrahus hoch zum Tomülpass führt beispielsweise durch ein von Murmeltieren besiedeltes Gebiet. Die kleinen Pelztiere sieht man vor allem, wenn sie gerade Ausschau nach möglichen Gefahren halten oder aber schnell in ihren unterirdischen Bau flitzen.

Murmeltiere in Thalkirch _Safiental Urlaub

Wer kein Teleobjektiv dabei hat und dennoch eine Aufnahme der scheuen Nager machen möchte, der braucht vor allem Geduld. Weiß man wohin das Murmeltier verschwunden ist, sollte man sich leise mit angemessenem Abstand auf die Lauer legen und warten. Irgendwann kommen sie nämlich wieder aus ihren Löchern heraus.

So habe ich ca. zehn Minuten in der Nähe eines der vielen Murmeltierlöcher verbracht und mich bemüht so leise wir möglich zu sein. Um dann tatsächlich ein knuffiges Murmeltier aus nächster Nähe sehen zu können. Als es mich dann registrierte, verschwand es wieder in seinem Bau und ich machte mich leise davon. Schließlich gilt wie imme ein respektvoller Umgang mit der heimischen Tierwelt.

Die kulturelle Überraschung

Und als wäre die Ruhe, die viele Natur, die wunderschönen Bergpanoramen, die exotischen Bewohner und die Kulinarik noch nicht genug, so überrascht das Safiental auch noch kulturell. Es lohnt sich immer mal wieder einen Blick in den aktuellen Veranstaltungskalender zu werfen, denn da tauchen wirklich coole Events auf.

Nicht nur geführte Touren durch die Bergwelt oder die Orte des Safientals, auch Pop-Up Musikbühnen und Kunstausstellungen mitten in der Natur sind darunter. Noch bis Ende Oktober 2020 findet beispielsweise die Biennale Art Safiental statt. Diese dezentrale Kunstausstellung, die sich durch das gesamte Safiental zieht und zumeist mitten in der Natur zu finden ist, widmet sich dem Jahresthema „Analog – Digital“ und damit dem Zusammenspiel von Natur, digitaler Welt und Technik. Künstler aus aller Welt wurden eingeladen, etwas zu diesem Thema beizutragen. Dabei sind die unterschiedlichsten Werke entstanden. In Valendas wurde der Umriss einer Drohne, wie sie heute oft von Regierungen genutzt wird, in Originalgröße auf den Boden gezeichnet. In Tenna kann man dagegen in einem Heuschuppen mithilfe einer VR-Brille in eine andere Welt abtauchen. Die 17 Werke sind vornehmlich zu Fuß zu erreichen, denn auch die „Anreise“ soll Teil der Ausstellung sein. Viel mehr möchte ich gar nicht verraten. Mach dich einfach selbst auf den Weg und lass dich überraschen! Infos zur Biennale Art Safiental findest du auf der Website.

Art Safiental VR Brille in Tenna

Du siehst, das kleine beschauliche Safiental hat allerhand zu bieten. Hier kann man nicht nur zur Ruhe kommen, frische Luft atmen, Kuhglocken und Wasserfällen lauschen, auch versorgen dich Biobauernhöfe und Gourmet-Restaurants mit kulinarischen Hochgenüssen. Für ordentlich Action gibt es ebenso genug Gelegenheit, wie für kulturelle Beschäftigung. Wer hätte es gedacht, dass eine Region mit nicht einmal 1.000 Einwohnern so viele Möglichkeiten bietet.

Safiental Blogger Tipps von PASSENGER X

**Werbung /bezahlte Kooperation: Dieser Artikel ist im Rahmen einer bezahlten Kooperation mit Graubünden Ferien, Schweiz Tourismus und Safiental Tourismus entstanden. Meine Meinung bleibt von dieser Kooperation jedoch unbeeinflusst und wie immer empfehle ich nur, was ich auch wirklich gut fand. Das Safiental hat mir so gut gefallen, dass ich mir gut vorstellen kann wieder zu kommen. Immerhin möchte ich gern noch mit dem Kajak durch die Rheinschlucht fahren, noch einige Wanderungen machen und das schöne Tal einmal im Winter erleben.

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