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13 Dinge, die du als Südamerika Backpacking Anfänger wissen musst (Teil 2)  

Im ersten Teil der Südamerika Backpacking Tipps ging es um die besten Tipps zu den Themen Sicherheit, Essen und Kosten. Im zweiten Teil des Südamerika Backpacker Wissens geht es nun um die Mentalität der Südamerikaner. Außerdem wollte ich wissen, wie es mit den erforderlichen Sprachkenntnissen steht? Ich habe immer wieder gehört, dass man mit Englisch nicht weit kommt und ausschließlich Spanisch gesprochen wird. Was aber, wenn man diese Sprache nicht beherrscht? Welche Unterschiede erwarten einen grundsätzlich zu Deutschland? Kann man in Südamerika eigentlich auch spontan reisen? Oder sollte man doch alles schon vorher planen? Und bevor es dann wirklich losgeht: Gibt es etwas, was man beim Packen beachten sollte? Die Experten Daniel vom Southtraveler, Johann & Saskia von travellus und Rebekka stehen wieder Rede und Antwort.    

Was unterscheidet Südamerika von Deutschland am meisten? 

Saskia & Johann: Tatsächlich stellen sich viele Südamerika-Klischees als gar nicht mal so unwahr heraus: „Mañana“ und „tranquillo“ haben wir in den letzten Monaten wahrscheinlich öfter gehört als uns lieb ist. Auch das Essen ist in den meisten Ländern tatsächlich ziemlich fleischlastig und gemüselos. In vielen Punkten unterscheiden sich die südamerikanischen Staaten allerdings gehörig: Während wir im bolivianischen Straßenverkehr zeitweise um unser Leben fürchteten, haben wir jede einzelne Busfahrt in Kolumbien genossen. Mit den Menschen in Peru und Bolivien sind wir während unserer Wochen dort nie so richtig warm geworden, in Argentinien und Kolumbien begegnete uns dafür fast jede Straßenbekanntschaft mit unglaublicher Freundlichkeit. Wenn uns etwas länderübergreifend aufgefallen ist, dann, dass alle sehr spontan sind. Da wird im Vornherein auch weniger überlegt als bei uns daheim. Das hat dann seine Vorteile und eben auch seine Nachteile. 

Rebekka: Die Menschen sind einfach unglaublich herzlich und hilfsbereit. Und gerade die, die am wenigsten haben, teilen am Häufigsten. Sehr interessant zu beobachten. Darüber hinaus geht es hier viel lebhafter als bei uns in Deutschland zu. Der Großteil des Tages findet auf der Straße statt. Eine Sache, die ich absolut liebe ist, dass man hier einfach Alles an der Straße kaufen kann. Überall gibt es Straßenstände, die Essen verkaufen aber auch sonst Alles was man braucht oder auch nicht braucht. Sehr praktisch! Und ich liebe die sogenannten „Kombis“, die Minibusse, die eigentlich überall verkehren. Man kann überall auf der Strecke zu- und aussteigen – was natürlich die Dauer der Fahrt verlängert aber auch sehr praktisch ist.  

Daniel: Es gibt nicht nur „den“ Südamerikaner, genauso wenig wie es “den” Europäer gibt. Während Kolumbianer und Brasilianer generell sehr offen, heißblütig, spontan und feierwütig sind, sind z.B. Chilenen, Peruaner und Bolivianer wesentlich zurückhaltender und introvertierter, gerade die mit indigenen Wurzeln. Aber was man generell sagen kann ist, dass die Menschen in Südamerika warmherzig, hilfsbereit und zugänglich sind. Es wird großer Wert auf das Miteinander, die Gemeinschaft und die Familie gelegt. in der Bahn oder im Bus wird für ältere Menschen und Kinder ganz selbstverständlich aufgestanden. Es gibt generell mehr Respekt älteren Menschen gegenüber und man passt gegenseitig auf sich auf.  

 

 Welches Land ist am sichersten, mit welchem Tagesbudget muss man rechnen und was sollte man einpacken - hier erfährst du alles, was du als Südamerika Anfänger wissen musst. Die ultimativen Südamerika Backpacking Tipps findest du auf PASSENGER X. Foto von Loic Mermilloid

Gibt es etwas typisch Deutscheswas ihr vermisst, wenn ihr in Südamerika seid? 

Saskia & Johann: Ganz klischeehaft fehlt uns tatsächlich gutes deutsches Brot. Leider haben wir nur an ganz wenigen Stellen in Südamerika in den Genuss eines Vollkornbrots oder eines Brots mit echter Kruste kommen können. Daneben sind auch die vegetarischen Möglichkeiten in Restaurants und Supermärkten ziemlich eingeschränkt, sodass wir uns schon das ein oder andere Mal einen großen deutschen Supermarkt her gewünscht haben. 

Rebekka: Manchmal vermisse ich die Zuverlässigkeit. Wenn man sich verabredet passiert es eigentlich immer, dass man wartet. Auch das Bezahlen kann sich gerne in die Länge ziehen, weil einfach zwischendurch noch drei andere Kunden bedient werden. Aber im Allgemeinen habe ich mich daran gewöhnt, dass hier eben Alles etwas langsamer geht. Das ist ja auch irgendwie schön.

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Mal im ErnstKann man Südamerika wirklich nicht ohne Spanisch Kenntnisse bereisen?  

Daniel: Klar kann man. Viele Tourveranstalter und Hostel-Betreiber sprechen Englisch und sind natürlich auf Gäste eingestellt, die kein Spanisch sprechen. Du wirst allerdings nur schwer mit Locals in Kontakt kommen, nicht richtig in die Kultur eintauchen können und dich in einigen Situationen unsicher fühlen (Bustickets kaufen, Taxi fahren, Essen bestellen etc.) Unter uns: Einige wichtige Wörter & Sätze kann man sich vorab auf jeden Fall auf die Festplatte packen 😉  

Saskia & Johann: Auch wenn viele Tour Guides Englisch sprechen, gibt es Orte(z.B. Bolivien), wo man seine neu gelernten Spanischbrocken anwenden MUSS, weil sonst nicht viel geht. Da musst du eben irgendwie eine spanische Floskel finden. Ich finde allein die Anzahl der Länder, in denen man Spanisch anwenden kann, rechtfertigen gerade bei einer längeren Reise schon den Aufwand. Aber klar, du wirst auch mit Englisch überleben können, man sollte die Kunst des Gestikulierens nicht unterschätzen. 

 Welches Land ist am sichersten, mit welchem Tagesbudget muss man rechnen und was sollte man einpacken - hier erfährst du alles, was du als Südamerika Anfänger wissen musst. Die ultimativen Südamerika Backpacking Tipps findest du auf PASSENGER X.

Südamerika Backpacking: Was sollte man einpacken?   

Daniel: Angenommen, du reist für längere Zeit durch Südamerika und klapperst mehrere Länder ab. Dann benötigst du auf jeden Fall für alle klimatischen Gegebenheiten entsprechende Kleidung. Du wirst verschiedene Klimazonen bereisen, wo es von sehr heiß bis sehr kalt alles geben wird. Hier bietet sich gute Funktionskleidung an.  

Dabei habe ich auf jeden Fall immer meinen Geldgürtel.  

Saskia & Johann: Warme Sachen! Als wir an unsere Südamerika-Reise dachten, hatten wir nicht im Kopf, dass wir mehr als zwei Drittel der Zeit mit Pullover, Daunenjacke und langer Jeans unterwegs sein würden. Die Anden und auch der Süden Südamerikas sind kälter, als du vielleicht denkst. Wenn du deine warme Kleidung vergessen hast, kann es richtig teuer für dich werden: Outdoorartikel müssen importiert werden und sind deshalb deutlich hochpreisiger als in Europa. Budgetoptionen existieren nur in ganz wenigen Fällen und sind oft nicht aus der Qualität, die wir von zu Hause kennen.  

Rebekka: Was hier sehr teuer ist, sind Sonnencreme sowie Duschgel und Shampoo. Ansonsten gehört auf jeden Fall eine Regen- sowie eine dicke Jacke ins Gepäck, da die Abende hier doch ziemlich frisch werden. An sich ist hier Zwiebellook angesagt, da es meistens tagsüber sehr warm ist aber abends deutlich abkühlt. Hängt natürlich auch sehr von der Jahreszeit ab und welche Länder du bereist. In Kolumbien z. B. war es im Norden im August sehr heiß. Im Hochland von Peru wiederum ist es immer eher kühl. Man sollte also quasi vom Bikini bis zur Daunenjacke Alles dabei haben. 

Um dir das Packen ein wenig zu erleichtern, habe ich dir praktische Listen zum Herunterladen und Ausdrucken erstellt.

 

 Welches Land ist am sichersten, mit welchem Tagesbudget muss man rechnen und was sollte man einpacken - hier erfährst du alles, was du als Südamerika Anfänger wissen musst. Die ultimativen Südamerika Backpacking Tipps findest du auf PASSENGER X.

Gibt es sonst noch etwas zu wissen?  

Rebekka 

Eine Eigenart, die mir hier immer wieder begegnet: Wenn du nach der Richtung zu einem bestimmten Ort fragst, wird man dir nie sagen „weiß ich nicht“. Im Zweifel wirst du irgendwohin geschickt. So habe ich schon des Öfteren eine längere Odyssee hinter mich gebracht, bis ich schlussendlich am Ziel war. Also lieber mehrere Leute fragen, bevor du in die falsche Richtung läufst.  

Macht euch nicht zu viele Gedanken. Es ist sicherer, schöner, atemberaubender, faszinierender und kälter als wir immer geglaubt haben. (Sakskia & Johann)  

 

Nützliches für deine Südamerika Reiseplanung und -buchung: 

Anreise:

Ecuador: Als Flugsuchmaschine finde ich skyscanner.de* sehr praktisch, weil ich dort den günstigsten Flug in den nächsten Monaten sehen kann. Falls du zeitlich flexibel bist, ist das der beste Weg schon bei den Flügen erheblich Kosten zu sparen. Nach Quito (Ecuador) starten die Preise schon ab 590 Euro für Hin- und Rückflug.

Brasilien: Wenn du mit Brasilien starten willst, kannst du nach nach Sao Paulo fliegen, Hin und Rückflug gibt es schon ab  547 Euro. Nach Rio de Janeiro zu fliegen ist ein bisschen teurer, aber auch noch wirklich fair, ab 665 Euro für Hin- und Rückflug machbar.

Argentinien: In Argentinien bietet sich natürlich Buenos Aires (ab 774 Euro für Hin- und Rückflug) an. Bariloche ist mit mindestens 1.045 Euro für Hin- und Rückflug schon etwas teurer.

Peru & Bolivien: Wenn dich dann doch eher Lima und Bolivien interessieren, würde ich dir Flüge nach und von Cusco (ab 740 Euro), Lima (ab 931 Euro), La Paz (ab 927 Euro) oder Bogota (ab 741 Euro) empfehlen.

Unterkünfte:

Zum Buchen von Hostel und Hotels, empfiehlt sich booking.com. Nicht nur, dass du dort eine riesige Auswahl mit praktischen Suchkriterien findest, auch funktioniert die App wirklich super, wodurch du deine Buchungen immer digital bei dir hast.

Für Ferienwohnung hingegen empfiehlt sich Airbnb. Gerade auf längeren Reisen ist es schön auch mal etwas mehr Platz und Privatsphäre zu haben. Eine eigene Küche und eine Couch sind können schon enorm zur Entspannung beitragen, gerade wenn man sonst meist in Hostels schläft.

Wenn du noch nie über Airbnb gebucht hast, dann nutze doch meinen meinen Airbnb Link* und sichere dir ein Willkommens-Guthaben für deine erste Buchung, vollkommen ohne jegliche Nachteile oder Verpflichtungen.

Touren:

GetYourGuide.de* bietet in Ecuador 102 Touren an.

18 Touren findest für in Sao Paulo bei getyourguide.de*. Eine private Stadtführung gibt es zum Beispiel schon ab 26 Euro.

In Rio de Janeiro hast du bei getyourguide.de* mit 203 Touren die Qual der Wahl. Du könntest zum Beispiel die 9-stündige Corvocado, Zuckerhut & Strandtour  für 116 Euro machen oder dir eine der 52 Touren bei rent-a-guide.de* aussuchen. Mit dabei ist auch eine Favela-Tour ab 40 Euro.

Lust Tango in Argentinien zu lernen? Den vierstündigen Kurs kannst du bei rent-a-guide.de für* 40 Euro buchen. Getyourguide.de* bietet sogar 82 Touren in Buenos Aires an. In Bariloche stehen dir 10 Touren und in Puerto Madryn acht Touren zu Verfügung. In Puerto Madryn kannst du über getyourguide.de*  für 209 Euro sogar mit Seelöwen tauchen.

Auch in Peru gibt es reichlich Angebote. Vielleicht willst du ja eine private Sightseeing Tour in Lima* unternehmen (34.55 Euro) oder einen peruanischen Kochkurs (71 Euro) machen.

In Bogota könntest du eine sechsstündige Tour zu Salzkathedrale* ab 69.10 Euro machen oder dir eine der vielen anderen Touren aussuchen. Langweilig wird dir sicher nicht.

Mietwagen:

Wer sich traut mit dem Auto durch Südamerika zu fahren, ist natürlich super flexibel und kommt auch an Orte, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln schwer zu erreichen sind. Deshalb hier mal eine knackige Übersicht, was dich ein Mietwagen pro Woche wo kosten würde:

Reiseführer:

Die Bibel für alle, die nicht nur ein Land sondern direkt mehrere Länder Südamerikas bereisen wollen, ist der Lonley Planet Reiseführer*.

Der beste Reiseanbieter: 
Du möchtest eine Südamerika-Rundreise machen? Dann kann ich dir Journaway* empfehlen. Das führende deutsche Buchungsportal für Gruppen und Privatgurppenreisen stellt dir deine perfekte Rundreise ab zwei Personen zusammen. Das tolle ist, dass du über Journaway Pakete verschiedener Reiseveranstalter wählen und kombinieren kannst, dabei sind auch Individualisierungen möglich. So sparst du dir das ewig lange Rumgesuche nach der passenden Reiseagentur. Denn über Journaway lässt sich super leicht vergleichen. Außerdem bekommst du immer eine/n gut informierten Reiseberater/in an die Seite gestellt, wodurch du vor während und nach der Reise einen Ansprechpartner bei Fragen und Änderungswünschen hast. 

Reiseequipment:
Du weißt noch nicht so recht, was du einpacken sollst? So lang du nicht im Winter nach Rio reist, brauchst du vor allem Shorts und T-Shirts, denn schon der brasilianische Frühling übertrumpft unseren deutschen Sommer. Was sonst in meinem Backpack landet? Meine Reiseausrüstung findest du hier. Außerdem habe ich praktische Packlisten als PDFs zum Runterladen für dich zusammengestellt.

Über die Experten:   

Rebekka hat 2016 schon einmal eine Auszeit vom Job genommen. Während dieser Reise hat sie ihre Leidenschaft für Südamerika entdeckt. Damals war ihr schon klar, dass sie wiederkommen würde. So kam es, dass sie 2017 ihren Rucksack gepackt hat und nun schon seit einigen Monaten für ein soziales Projekt in Peru arbeitet. 

Daniel zieht es schon seit Jahren nach Südamerika. Einige Orte hat er schon über 20-mal bereist. Deshalb dreht sich sein Blog „Southtraveler“ auch ausschließlich um diesen Kontinent.

Hier findest du the Southtraveler:

Saskia und Johann vom Blog travellus sind seit Dezember 2016 auf Weltreise (lese mehr im Sabbatical Interview). Einen großen Teil dieser Zeit haben sie in Südamerika verbracht. Patagonien, Bolivien und Kolumbien haben die beiden Weltenbummler ganz besonders begeistert.

Hier findest du travellus:

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