Reisen, Sabbatical

Sabbatical Interview: In 5 Monaten durch die asiatischen Küchen

Henrik vom Blog Fernweh Koch, ein Foodie aus Nordwestdeutschland, hat sich getraut. Zwischen Bachelor und Master Studium hat er seinen Job an den Nagel gehangen und ist in seiner Auszeit nach Asien ausgebüchst. In Taiwan ist er fast schon sesshaft geworden, hat eine Weile Work & Travel gemacht und sich durch die asiatischen Küchen geschlemmt. Heute verrät er im Sabbatical Interview, was die 5-monatige Reise für ihn verändert hat.

 

Wann fiel die Entscheidung für dein Sabbatical und was hat dir den Anstoß gegeben?

Mein erstes Sabbatical habe ich 2014 gehabt. Es war die Zeit zwischen meinem Bachelor und Master, welche ich sinnvoll nutzen wollte. Zu Beginn habe ich bei einem großen Autohersteller gearbeitet. Jedoch hatte ich schnell festgestellt, dass mir dies zu langweilig war und ich noch einmal die Welt sehen wollte, bevor ich mit einem Masterstudium beginnen würde.

Ich wollte einfach mal raus aus dem platten Nordwestdeutschland und neue Dinge kennenlernen. Die Wahl fiel auf Taiwan. Da dieses Land für die meisten Europäer unterhalb des Radar der möglichen Reiseziele schwebt, war es für mich eine tolle Möglichkeit, komplett abseits von ausgetretenen Pfaden etwas Neues zu entdecken.

Das Ganze war vergleichsweise kurzfristig: Im Dezember fiel meine Entscheidung, im Februar saß ich schon im Flieger nach Taiwan.

Sabbatical Interview auf PASSENGER X: Henrik vom Fernweh koch hat sich in seiner Auszeit vom Job einmal durch Asien gekocht

 Wie hat man auf Arbeit und in deinem privaten Umfeld reagiert?

Meine Kollegen sowie mein Chef haben schnell gemerkt, dass ich Hummeln im Hintern hatte. Deswegen war meine Entscheidung für eine Auszeit sowohl für mein Arbeitsumfeld als auch meine Familie nicht wirklich überraschend. Ich habe eigentlich von allen Seiten nur Zuspruch bekommen.

 

Wann bist du ins Sabbatical gestartet, wie lang ging es und wo warst du unterwegs?

Ich hatte bis zum Masterstudium etwa ein halbes Jahr Zeit. Eigentlich kann man meine Reise auch nicht direkt als Sabbatical sehen, sondern eher als eine Art Work and Travel. Ich wollte viel vom täglichen Leben in Taiwan und auch die Einheimischen kennenlernen. Deshalb habe mir vor Ort einen Job gesucht. So konnte ich einheimischen Studenten Deutsch beibringen oder auch einem Unternehmen für Fahrradteile helfen, auf den deutschen Markt zu expandieren. Das war eine super Möglichkeit, mehr vom echten Alltag mitzubekommen. Während meiner freien Zeit bin ich dann noch nach Hong Kong, Singapur, Malaysia, China, Südkorea und Japan gereist.

 

Der Fernweh Koch in Asien

Was waren die Highlights deiner Asien Reise?

Eine sehr schwere Frage. Eigentlich war die gesamte Zeit ein einziges Highlight, weil ich so viele neue Dinge und Menschen kennenlernen konnte. Eines meiner Highlights war auf jeden Fall das taiwanische Spring Break in Kenting. Eine ganze Kleinstadt ist dann im Ausnahmezustand, wenn die taiwanischen Studenten im Frühjahr einfallen und es sich gut gehen lassen.

Ein weiteres Highlight war der Kontrast zwischen den vorher genannten Ländern. Dazu muss man wissen, dass Taiwan sowohl von den Chinesen als auch den Japanern besetzt war und kulturell daher von beiden Ländern beeinflusst wurde. Als ich die beiden Länder bereist habe, war es schön zu sehen, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede es gibt.

Ein Highlight, welches ich nicht vergessen möchte sind natürlich die Menschen, die ich kennengelernt habe und mit denen ich heute noch befreundet bin.

Reisen verbindet einfach.

 

Was hat dich das Sabbatical gekostet und wie hast du dafür gespart?

Ich glaube die rund 5 Monate haben mich für Wohnung, Flüge, Reisen und Co. etwa 6.000 – 7.000 Euro gekostet. Da meine Auszeit eh etwas kurzfristig war, habe ich nicht explizit dafür gespart, sondern bin einfach so an meine Rücklagen gegangen. Dafür war ich natürlich nach meiner Rückkehr und zu Beginn meines Masterstudiums pleite.

Sabbatical Interview auf PASSENGER X: Henrik vom Fernweh koch hat sich in seiner Auszeit vom Job einmal durch Asien gekocht

Was hat sich nach der Reise für dich verändert?

Ich denke ich bin wesentlich weltoffener und entspannter geworden. Ich habe mir selber bewiesen, dass ich ganz alleine für lange Zeit in einen unbekannten Teil dieser Welt reisen kann und auch dort tolle neue Bekanntschaften finde.

Man lernt so viel über die Welt, die Menschen und letztendlich sich selber, sodass ich jedem nur nahelegen kann, selber ein Sabbatical zu machen.

Sabbatical Interview auf PASSENGER X: Henrik vom Fernweh koch hat sich in seiner Auszeit vom Job einmal durch Asien gekocht

Wo treibt dich deine Reiseleidenschaft als nächstes hin und worauf freust du dich besonders?

Nach dem Masterstudium und meinem Einstieg in den jetzigen Job, steht dieses Jahr im Sommer 2019 die nächste Auszeit an. Es sind zwar leider nur knapp 3 Monate, aber diese möchte ich voll nutzen. Das erste Ziel wird Malaysia sein. Dieses Land habe ich beim letzten Mal nur sehr kurz bereist. Deshalb möchte ich nun die malaysischen Inseln und natürlich auch das leckere Essen kennenlernen.

Ein Kontrast dazu wird das nächste Reiseziel: der Oman. Hier reizt mich das „Abenteuer“, mit einem Mietwagen auf eigene Faust durch das Land zu fahren und im Zelt zu übernachten. Der nächtliche Blick auf die Sterne in der Wüste muss atemberaubend sein.

Um das Zusammenspiel aus Dschungel, Strand, Wüste, Gebirge und Graslandschaft perfekt zu machen, ist das letzte Reiseziel das zentralasiatische Land Kirgistan. Ich denke es ist mindestens so abenteuerlich, zu Fuß oder mit dem Pferd durch das Gebirge zu wandern und in den Jurten zu übernachten.

 

Hast du einen Tipp für diejenigen, die insgeheim auch von einem Sabbatical träumen, sich aber noch nicht trauen?

No risk, no fun. Wobei man von Risiken eigentlich gar nicht wirklich sprechen kann. Ich denke die meisten Reiseziele sind sehr sicher. Wer wirklich solch eine Reise machen möchte, der findet auch einen Weg.

In Deutschland haben wir im Regelfall ein gutes Sozialsystem und auch einen guten Arbeitsmarkt. Wer also durch seinen Arbeitgeber kein Sabbatical machen kann, sollte keine Angst haben, tief zu fallen, wenn man beispielsweise seinen Job für die Reise kündigt. Durch die Reise lernt man sich selber besser kennen, wird selbstbewusster und wird auch danach sicher einen guten Neuanfang finden.

Also: Traut euch! Die Reise wird sicher eine der besten Zeiten eures Lebens.

Henrik in Japan

 

Henriks Sabbatical in Kurzform

Dauer: 5 Monate

Regelung mit dem Arbeitgeber: Henrik hat seinen Job gekündigt.

Budget: 6 – 7.000 Euro

Eine Wohnung musste er daheim nicht finanzieren, da er zum Zeitpunkt des Sabbaticals noch bei seinen Eltern gelebt hat.

Reiseziele: Taiwan, Hong Kong, Singapur, Malaysia, China, Südkorea und Japan

Wer Lust hat mehr von Henriks Reisen zu lesen, der schaut am besten auf seinem Blog Fernweh Koch vorbei. Genauso findet ihr den reisenden Foodie als FernwehKoch auf Facebook, Pinterest und Instagram.

 

 Sabbatical Interview auf PASSENGER X: Henrik vom Fernweh koch hat sich in seiner Auszeit vom Job einmal durch Asien gekocht

 

 

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