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Das atemberaubende Wander Sabbatical: Lenas 5.000 Kilometer zu Fuß auf dem CDT durch die USA

Lena hat sich mit 25 Jahren dazu entschlossen aus dem Alltag auszubrechen und ins Abenteuer zu starten. 5.000 Kilometer ist die gelernte Zahnarzttechnikerin quer durch die USA auf dem Continental Divide Trail (CDT) gelaufen. Ja, richtig gelesen: 5.000 Kilometer! Auf einem Trail, den gerade einmal 200 Menschen pro Jahr gehen. Wie man auf so eine Idee kommt, was die schlimmsten und auch die schönsten Momente waren und wie dieses Abenteuer ihr Leben verändert hat, das erzählt die Thruhikerin im PASSNENGER X Sabbatical Interview.

 

Frage 1: Wann und wie lange war dein Wander-Sabbatical und wie war dein Streckenverlauf?

Ich habe zum 1.1.2019 gekündigt. Erst bin ich durch Jordanien gelaufen – zum warm werden – und dann ging es am 19. April am südlichen Terminus an der mexikanischen Grenze los durch die Rocky Mountains bis zur kanadischen Grenze. Ich bin den CDT – Continental Divide Trail gelaufen. Die ganze Strecke beträgt 5.000 Kilometer – gebraucht habe ich 150 Tage – also ca. 5 Monate. Am 16. September habe ich den Trail dann beendet.

Fernwanderweg wandern während des Sabbatjahr - Lena Matusch erzählt im PASSENGER X Interview, wie der CDT ist

 

Wander-Sabbatical Frage 2: Du bezeichnest dich selbst als Thruhiker. Erklär uns doch kurz, was es damit auf sich hat. Was sind Thruhiker?

Thruhiker leitet sich umgangssprachlich vom englischen „Through“ – kurz „Thru“ ab. Es bedeutet also im Prinzip „Durchwandern“ nicht irgendeinen Wochentrip oder einen kleinen Rundweg, nein man wandert durch. Durch ein ganzes Land.

Die Thruhiker Gemeinschaft hat ihren Ursprung als Sport und Art zu Reisen in Nordamerika. Dort gab es auch die ersten großen Trails dieser Art. Mittlerweile gibt es jedoch weltweit offizielle Thruhikes, die man machen kann – zum Beispiel in Neuseeland, Kanada und Europa. Relativ neu ist der Jordan Trail – der führt einmal durch Jordanien durch – da war ich Anfang des Jahres. Ich persönlich finde aber, dass der nichts für Anfänger ist.

Es gibt auch einige Truhiker, die sich einfach selbst eine Route ausdenken und diese dann quer durch ein Land laufen.

Weitwanderweg Continental Divide Trail

 

Wander-Sabbatical Erfahrung Frage 3: Wie kam es zu der Idee ein Wander-Sabbatical zu machen?

Ich bin vor 5 Jahren zum ersten Mal aufgebrochen, um mir Patagonien anzusehen. Dort war ich dann auch zum ersten Mal auf einer mehrtägigen Wanderung. Im Nachhinein muss ich sagen, war ich extrem unfit, hatte eine Ausrüstung, die nicht meinen Bedürfnissen angepasst war und von vielen Dingen einfach noch keine Ahnung.

Patagonien ist übrigens nicht der perfekte Ort, um mit dem Wandern anzufangen – vielleicht sollte man sich zum Starten lieber erstmal eine etwas weniger anspruchsvolle Landschaft aussuchen.

Jedenfalls bin ich daraufhin immer öfter losgezogen. Die Touren wurden immer länger, extremer, meine Ausrüstung mit jedem Mal leichter und besser. 2017 habe ich dann entschieden, einen „long distance trail“ bestreiten zu wollen und habe dann auch mit den Vorbereitungen begonnen. Unterstützung hatte ich von einem Freund, der bereits ein paar dieser Trails gelaufen ist. Die Wahl stand zwischen dem Pacific Crest Trail (PCT) oder dem Continental Divide Trail (CDT) – der es letztendlich auch wurde. Tatsächlich habe ich aber erst in allerletzter Sekunde die Entscheidung getroffen auf den CDT zu gehen, da ich vor diesem Trail mehr Respekt hatte als vor dem PCT.

Fernwanderweg wandern während des Sabbatjahr - Lena Matusch erzählt im PASSENGER X Interview, wie der CDT ist

 

Wander-Sabbatical Frage 4: Fiel dir die Entscheidung für ein Sabbatical schwer?

Nein! Ich bin kein heimatverbundener Mensch. In der Lebensphase, in der man Heimatgefühle entwickelt, bin ich mit meiner Familie sehr oft umgezogen und generell bin ich nie der Mensch gewesen, der Heimweh oder ähnliches hatte.

Das einzige Zuhause, welches ich brauche, bin ich selbst – und das pflege ich indem ich mir meine Träume erfülle. Für mich war klar: ich mach das – egal wie!

Fernwanderweg wandern während des Sabbatjahr - Lena Matusch erzählt im PASSENGER X Interview, wie der CDT ist

Wander-Sabbatical Frage 5: Wie lange vorher hast du das Sabbatical bei deinem Arbeitgeber angekündigt? Und wie hat man dort reagiert?

Für mich stand von Anfang an fest, dass ich komplett kündigen möchte. Ein Thruhike ist immer etwas sehr Persönliches. Der Charakter und die Einstellung zu allem kann sich währenddessen und danach stark verändern. Ich wollte das Gefühl von kompletter Freiheit und mir alle Türen offenhalten.

Ich wollte keinen Zeitdruck oder einen fixen Termin, wann ich wieder zurück sein muss.

Ich habe meinem Chef also gesagt, dass ich für meinen Traum kündigen werde, da ich ihm nicht versprechen kann, dass ich nach dieser Tour noch in dieser Firma glücklich werden würde. Vielleicht habe ich danach etwas völlig anderes vor? Wer bin ich nach einem halben Jahr Wildnis? Ich wollte mich zu nichts verpflichten und vor allem auch niemanden unnötigerweise enttäuschen. Ich habe dort sehr gerne gearbeitet und mochte auch alle Kollegen sehr gern. Doch etwas anderes als eine Kündigung machte einfach keinen Sinn.

Weitwanderweg Continental Divide Trail

Deshalb habe ich gemeinsam mit meinem Chef gezielt darauf hingearbeitet. Er wusste schon 1,5 Jahre vorher Bescheid, dass ich gehen werde und wir haben gemeinsam nach Lösungen sowie Ersatz für meine Position gesucht. Es war bis zum Schluss sehr schön und harmonisch untereinander.

Ich bin dann einvernehmlich aus der Firma ausgeschieden und wir sind weiterhin freundschaftlich verbunden. Mein Chef war dann einer meiner enthusiastischsten Blog-Leser und war ziemlich fasziniert von diesem Trip. Ich bin generell jemand der auf der ehrlichen Schiene fährt – und bisher war das auch immer der bessere Weg.

Redet mit euren Chefs! Das sind auch nur Menschen!

Eine Fernwanderung ist ein ganz besonderes Abenteuer. Lena Matusch hat den CDT, einen 5.000 Kilometer langen WEitwanderweg in den USA absolviert und erzählt im Sabbatical Interview, wie es war.

Wander-Sabatical Frage 6: Wie hast du dich auf die große Wanderung vorbereitet?

Wie eben erzählt, hab ich nach Patagonien ein wenig Erfahrung gesammelt und war mir definitiv in vielen Dingen sicherer.

Jedoch gab es für diese Herausforderung viel zu tun!

Meine Ausrüstung war meiner Meinung nach nicht geeignet, um damit über Monate zu überleben. Die meisten Thruhiker wandern ultraleicht. Darüber gibt es in Deutschland kaum was zu finden. Weder gute Informationen, geschweige denn gute Läden, wo man was Gescheites kaufen kann.

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Lenas Ausrüstung wog mit Essen max. 13 Kilo, ihre reine Ausrüstung lag gerade einmal bei 5 Kilogramm.

 

Wer etwas über ultraleichte Ausrüstung lernen will muss sich auf amerikanischen Seiten umschauen. Dort kommt der meiste Kram, der was taugt auch her. Das Thema ist eine Wissenschaft für sich und ich habe tatsächlich die ganzen 2 Jahre damit verbracht diese Ausrüstung zusammen zu stellen. Viele Sachen habe ich mir aus den USA bestellt, sind Sonderanfertigungen oder wurden von mir noch nachträglich verändert/umgenäht. Generell gilt aber: ultraleicht bedeutet nicht sich jetzt das leichteste und krasseste Produkt zu kaufen – sondern es beginnt mit der Frage:

Was brauche ich wirklich?

Und wie kann ich es schaffen einem Gegenstand so viele Funktionen wie möglich zu geben?

Trainiert habe ich nicht. Ich geh ab und zu joggen – das war’s. Ich kenne keinen der dafür trainiert ehrlich gesagt. Ein Thruhike beginnt im Kopf. Die eigentliche Leistung findet mental statt – man muss es wirklich wollen. Also wirklich!!! Dann schafft man das.

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Wander-Sabbatical Frage 7: Was waren deine schönsten Momente und Highlights?

Eine schwierige Frage irgendwie. Wenn man 5.000 Kilometer durch fünf Bundesstaaten läuft gibt es eine Menge beeindruckender Dinge. Ich glaube das beeindruckendste Phänomen war tatsächlich wie man – vor allem im letzten Drittel der Reise – mit der Natur verwachsen ist. Man wurde Teil davon und bewegte sich mit dem Wetter und dem Terrain mit, wie es gerade passte.

Einmal wurden wir drei Tage von Wölfen begleitet.

Die waren sehr neugierig und jeden Abend, wenn wir unser Lager aufbauten, saßen sie etwas weiter weg und schauten interessiert zu. Dieses selbstverständliche einfache „gemeinsam hier Sein“ bedeutete mir sehr viel.

Ich mochte auch Montana sehr. Montana ist extrem dünn besiedelt und es gibt haufenweise Grizzlybären. Man muss sein Essen jeden Abend ca. 50 Meter weit entfernt an einem Baum aufhängen, weit entfernt von seinem Zelt kochen und generell ist Montana extrem unwegsam und wild. Dieser Bundesstaat hat mich definitiv viele Nerven gekostet, war aber zeitgleich durch seine Unberührtheit unglaublich schön.

Die Thruhiker Community ist sehr klein auf dem CDT. Man kennt sich irgendwann und manchmal trifft man sich ganz am Anfang mal und dann vielleicht erst 3 Monate später wieder. Das passierte häufig. Das Vertrauen untereinander ist extrem hoch – man teilt sich eben nicht irgendeinen Cocktail in einer Bar – man lebt dort draußen, gemeinsam. Freundschaften werden schnell sehr tief.

Dieses Abenteuer wäre nicht dasselbe geworden, ohne die ganzen Freunde, die ich dort gefunden habe!

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Mit manchen von ihnen habe ich nur einen Tag verbracht. Mit anderen teilte ich hunderte Meilen, unzählige wichtige, lustige oder interessante Gespräche und mit einem, Robert, verbinden mich unglaubliche 3.400 Kilometer und inzwischen auch die Liebe.

Mit manchen habe ich herumgealbert, wir haben uns getröstet, Mut gemacht oder einfach nur versucht, den anderen beim Wettessen zu überbieten. Mit anderen habe ich geflucht, wir haben uns Geschenke gemacht, unseren letzten Schokoriegel geteilt oder waren zusammen in Bergseen baden, die andere nur aus Katalogen kennen… einer hat mir das Leben gerettet.

Aber uns alle hat das große Ziel zusammengehalten und auch, wenn ich mit den meisten nicht so viel Zeit verbracht habe, wie ich gerne gewollt hätte, ist mir jeder dieser Menschen sehr ans Herz gewachsen!

Und das Allerbeeindruckendste ist wohl tatsächlich man selbst.

Ich habe mich selbst auf eine Art und Weise kennengelernt, die ich so nicht erwartet habe. Ich bin zum Beispiel viel geduldiger als ich dachte. Auch mein Körpergefühl hat sich komplett verändert. Es kam so, wie ich es geahnt habe: ich bin nicht mehr die Person, die ich mal war.

 

Wander-Sabbatical Frage 8: Was war der schlimmste Moment?

Das Jahr 2019 war ein extrem hartes Jahr auf dem CDT. Es lag dieses Jahr 300-500% mehr Schnee als üblich in den Rocky Mountains – was uns vor quasi unpassierbare Gebirgspässe und Tonnen von Schneemassen stellte.

Lawinen rauschten die Berge herunter und wir liefen dort herum.

Bis Ende Juni gab es neuen Schnee. Die Stürme in denen ich (damals alleine unterwegs) in meinem Zelt ausgeharrt habe, werde ich nie vergessen. Ich glaub ich habe mich noch nie so einsam gefühlt wie in dieser Etappe.

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4 Tage war ich komplett alleine. Einmal kreuzte der Trail einen Highway. Dort habe ich fast zwei Stunden einfach nur rumgesessen und den Leuten in vorbeifahrenden Autos zugewunken, weil ich einfach nur mit irgendjemanden interagieren wollte. Als die Etappe vorbei war, habe ich dort Dan, einen anderen Hiker getroffen – ich war so froh ihn zu sehen, dass ich Rotz und Wasser geheult habe.

Generell war die Schneesituation gefährlich. Einmal liefen wir durch ein Tal, welches komplett schneebedeckt war. Es gab dort auf der Karte auch einen Fluss. Den haben wir auch gehört, aber gesehen haben wir ihn nicht. Die Schneedecke darüber ließ uns nur vermuten, wo er genau war. Gottseidank ist dort niemand eingebrochen.

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Denn das kann schnell schief gehen. Wenn sich unter der Schneedecke liegende Eisplatten lösen. Dann rutscht man mit denen ungebremst ins Tal. Mir ist das einmal passiert. An einer Stelle, an der das wohl schon vorher vorkam. Mein Glück, denn so hatte jemand eine kleine Schneemauer gebaut, in der ich mich fangen konnte. Wäre die nicht gewesen, wäre das definitiv nicht gut ausgegangen. Die Story sprach sich rum und so habe ich ein paar Wochen später sogar herausgefunden, wer mein Lebensretter war.

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Später, als der Schnee endlich schmolz gab es häufig Überschwemmungen, durch die ich durch musste. Da war man dann aber schon so abgehärtet dass wir das teilweise sogar witzig fanden.

Die Navigation war auch so eine Sache. Das Kartenmaterial stimmte oft nicht mit den vorgefundenen Bedingungen überein. Oftmals war da überhaupt kein Trail – entweder versteckt unter Schnee oder ganz einfach nicht existent – und man lief halt einfach ohne Weg durch die Berge. Da musste man sich auch erstmal dran gewöhnen.

               

Wander-Sabbatical Frage 9: Was hat dich dein Sabbatical all in all gekostet?

Ich habe insgesamt 10.000€ ausgegeben. Mit Flug, einen GPS -Notfallsender (plus Abo) und der Krankenversicherung. Das ist überdurchschnittlich viel Geld – es geht auch deutlich günstiger.

Der erste Thruhike ist immer der teuerste.

Man weiß noch nicht so genau, was man wirklich braucht/will und tauscht Ausrüstungsgegenstände dann doch noch spontan aus (zum Beispiel habe ich mir vor Ort einen anderen Rucksack gekauft und 6 Paar Schuhe verschlissen). Die Schneeausrüstung war auch nicht billig. Zudem habe ich deutlich an Gewicht verloren und dementsprechend öfter mal neue Hosen gekauft, weil die alten rutschten. Die habe ich aber immer im Trift-Shop gekauft und sahen von Mal zu Mal bescheuerter aus – man wird im Laufe der Zeit auch etwas albern. Hikertrash nennt man das. Generell kann man sagen, dass 1.000€ pro Monat eine gute Rechnung sind.

Das reicht normalerweise auch. Einmal die Woche kauft man sich neues Essen und gönnt sich vielleicht auch mal ein Hotelzimmer mit Dusche. Ich habe auch relativ dekadent gegessen, muss man sagen – auch das Essen auf dem Trail war hochwertig und teuer (Bio Gemüse kostet im Amerika unverschämt viel, ebenso glutenfreie Produkte, die mir aber besser bekamen).

Also 10.000€ sind schon sehr übertrieben! Das geht auch günstiger.

Das Geld habe ich privat gespart, indem ich die letzten Jahre immer minimalistischer gelebt habe – das hat gut geklappt!

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Wander-Sabbatical Frage 10: Hat sich nach dem Sabbatical etwas für dich verändert?

Ja – alles. Wie schon von mir vermutet möchte ich nicht in mein altes Leben zurückkehren. Aktuell arbeite ich zwar 40 Stunden die Woche – allerdings ist der Vertrag nur auf wenige Monate befristet und ich bereite gerade alles vor, um ganz in die USA zu gehen. Einen Job habe ich dort bereits gefunden – jetzt muss nur noch das Arbeitsvisum klappen, das sieht aber gut aus. In den USA möchte ich mir dann einen alten Schulbus kaufen, den als Wohnmobil umbauen und darin leben.

Ach ja und ab Februar arbeite ich in Sibirien bei einem Internationalem „Weitstrecken-Hundeschlitten Rennen“ mit.

Naja und dann habe ich auf dem Trail, nach ca. 1.600 Kilometer, meinen Freund Robert kennen gelernt, bin mit ihm den gesamten restlichen Weg gelaufen und hab ihn am Ende einfach mitgenommen nach Deutschland!

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Wander-Sabbatical Frage 11: Hast du einen Tipp für diejenigen, die auch über ein Wander-Sabbatical nachdenken, sich aber noch nicht trauen?

Viele der Freunde, die ich auf dieser Reise gefunden habe, wussten etwas, wovon ich keine Ahnung hatte.

Sie lachten und sagten mir: „Du verstehst den Preis dafür noch nicht, den du zahlen wirst, wenn du das hier durchziehst!“

Ich habe erst gedacht, dass ich mir das schon vorstellen kann, aber da lag ich falsch! Der Preis ist höher, als ich mir jemals hätte vorstellen können und dieser Preis hat nichts mit Euros zu tun! Schaffe dir Freiheit! Damit du, wenn du losziehst und wieder zurückkommst, auch danach noch jeden Weg einschlagen kannst, den du willst. Denn diese Erfahrung ändert einfach alles!

Du magst deinen alten Job und willst dort wieder anfangen? Perfekt – das ist einfach und geht mit den richtigen Worten eigentlich immer! Was einen aber eingrenzt, ist allein der Gedanke, dass man nur ein bestimmtes Zeitfenster hat und dann MUSS man wieder zurück. Das setzt unter Druck und das Gefühl „Ich muss zum Tag X wieder zurück sein“ hindert einen daran, komplett loszulassen. Deshalb denke ich, dass man sich vor solch einem Truhike von den Jobverpflichtungen daheim lösen sollte.

Außerdem solltest du dir auf jeden Fall Regenerationszeit für danach einplanen. Einfach 1-2 Monate in denen du nichts Besonderes machst. Dein Körper braucht diese Erholung und wird dir danken!

 

Lenas Sabbatical in Kurzform:

Fernwanderweg wandern während des Sabbatjahr - Lena Matusch erzählt im PASSENGER X Interview, wie der CDT istDauer: 5 Monate

Regelung mit dem Arbeitgeber: Kündigung

Budget: 10.000 Euro

Reiseroute: Continental Divide Trail, 5.000 Kilometer quer durch die USA

Wer nach diesem Interview auch so geflasht ist, wie ich es bin, der sollte unbedingt Lenas Facebookseite The Hiker Girl besuchen, denn dort findet ihr sehr coole und unterhaltsame Videos vom Trail. Außerdem stellt sie euch dort auch einige ihrer Wanderbekanntschaften vor, die diese fünfmonatige Wanderung für sie so unvergesslich gemacht haben. Dazu gibt es noch mehr Abenteuerluft auf Lenas Blog- The Hiker Girl und ihrem Insta schnuppern.

Ansonsten gilt für Lena „Find me on the trail“.

 

 

Weitere Infos zu Fernwanderungen

Na, angesteckt worden, von der Lust auf Weite, frische Luft und das Gefühl von Freiheit? Vielleicht könnte eine Fernwanderung ja auch was für dich sein? Für den Fall habe ich hier ein paar interessante Links und Bücher für dich.

Die besten Bücher zum Thema Fernwanderungen:

  1. 500 Walks: Legendäre Erlebnis-Wanderungen weltweit*
  2. 1001 Wanderwege*
  3. Fernwanderwege in Europa. 24 Traumstrecken vom Nordkap bis zum Mittelmeer*

Ein guter Einstieg ins Fernwandern:

Sicher eine der coolsten Arten in das Thema einzusteigen, ist zusammen mit jemanden, der es schon einmal gemacht hat. Tony von wirvondraussen hat sich vor ein paar Jahren gewagt den Norge på langs zu gehen. Also Norwegen vom Süden bis hoch zum Nordkapp. Allein. Dieses Abenteuer hat ihn so sehr fasziniert, dass er anschließend nicht nur im PASSENGER X Interview war, sondern inzwischen auch geführte Wandertouren durch Norwegen gibt, in denen man alles lernt, was man für eine Fernwanderung wissen muss.

Die coolsten Fernwanderwege:

Wenn du dir vorstellen könntest eine Ländergrenzen überquerende Fernwanderung in Europa zu machen, findest du hier 12 verschiedene offizielle Wege. Neben dem CDT gibt es in Nordamerika weitere spannende Wanderwege. Der Pacific Crest Trail ist dir sicher aus „Wild“, dem Film mit Reese Witherspoon bekannt. Und dann gibt es da auch noch den Appalachiantrail.

Wer lieber nach Asien möchte, der kann es ja mal mit dem The Great Himalaya Trail versuchen. 1.800 km führt dieser durch das Eindrucksvolle Himalaya Gebirge, welches einem einfach den Atem raubt, das kann ich seit meiner Annapurna Wanderung mit Sicherheit sagen.

Am anderen Ende der Welt, in Neuseeland, wartet der Te Araroa mit einer 3.000 Kilometer langen Strecke durch unberührte Landschaften auf dich. Und wem das alles noch zu kurz ist, der kann ja die 24.000 Kilometer Weg des „The Great Trail“ in Kanada laufen.

 

3 Kommentare

  1. Blogbummel zum Jahreswechsel – buchpost

    14. Januar 2020 at 21:40

    […] Diesen Bericht über eine 5.000 km lange Wanderung fand ich spannend. Hut ab. […]

  2. Christiane

    5. Januar 2020 at 21:20

    Ein wundervolles Interview und tolle Fotos, danke dafür!
    Ich biwakiere selbst gern und auch allein, kein Thema. Aber ich glaub ich hätte in der Gesellschaft von Wölfen kein Auge zu gemacht. Respekt, Lena!

  3. Many

    2. Januar 2020 at 5:25

    Wow! Ein faszinierendes und sehr emotionales Interview. Vielen Dank an Lena für die Einblicke in die fremde Welt. Sehr spannend!
    Liebe Grüße
    Mandy

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