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Kirgistan Urlaub – Unterwegs auf der Seidenstraße

Letzte Aktualisierung: 19.01.2024

Schon mal über Urlaub in Kirgistan nachgedacht? Unberührte Natur, atemberaubende Landschaften und anspruchsvolle Wanderungen. Was ihr innerhalb von 14 Tagen alles in eurem Kirgistan Urlaub erleben könnt und wie unsere Reiseroute aussah, erfahrt ihr im nachfolgenden Beitrag.

Kirgi…was? Das war so ziemlich die erste Frage, die meinem Freund (Luke) und mir gestellt wurde, als wir anderen von unseren Reiseplänen berichteten. Zugegeben, das in Zentralasien liegende, noch weitgehend unbekannte Kirgistan (oder auch Kirgisistan und Kirgisien genannt) steht vermutlich nicht sehr weit oben im Ranking der beliebtesten Reiseziele. Wie kommt man also auf die Idee, dieses Land zu bereisen? Von selbst wäre es uns wohl nicht in den Sinn gekommen, eines der Stans zu besuchen. Vor einigen Jahren jedoch haben wir eine Dokumentation über dieses faszinierende Land gesehen. Für uns als Wander- und Naturliebhaber war sofort klar: Kirgistan Urlaub? Auf jeden Fall! Auch wenn die Umsetzung ein paar Jahre gedauert hat (die Liste ist lang, ihr wisst bestimmt, wovon ich rede), haben wir unser Vorhaben im Juli 2023 endlich umgesetzt.

Die perfekte Route für zwei Wochen Kirgistan Urlaub

Vor der Planung unserer Kirgistan Rundreise stellte sich zunächst die Frage: Wollen wir zwei oder drei Wochen unterwegs sein? Da wir nicht wussten, was uns dort erwartet und wie es uns gefallen wird, haben wir uns für zwei Wochen Kirgistan Urlaub entschieden. Für uns war das völlig ausreichend. 

Ein Teil unserer Route führte uns über die ehemalige Seidenstraße, eine Handelsroute, die den Mittelmeerraum mit Zentral- und Ostasien verband: 

  • Bischkek inkl. Ausflug zum Ala Aracha Nationalpark – 2 Tage
  • Tscholponata – 1 Tag
  • Karakol – 1 Tag
  • Ala Kul Trek – 3 Tage 
  • Karakol – 1 Tag 
  • Tong inkl. Ausflug zum Szkazka Canyon – 2 Tage
  • Song Kul – 2 Tage 
  • Biskek – 2 Tage 

Sehenswürdigkeiten in der Hauptstadt Bischkek

Bis 1991 war Kirgistan noch Teil der Sowjetunion. Heute ist Bischkek mit ca. 1 Mio Einwohnern eine moderne Großstadt. Ich konnte mir unter einer ehemals sowjetischen Hauptstadt nicht viel vorstellen und hatte daher auch keine großen Erwartungen. Umso überraschter war ich dann vor Ort. Aber eins nach dem anderen.

Nach einem langen Nachtflug kommen wir ziemlich übermüdet am Morgen des 9. Juli am Manas Airport in Bischkek an. Der Flughafen ist nicht groß, unsere Koffer haben wir schnell eingesammelt und nun folgen wir dem Menschenstrom in Richtung Ausgang.

Unseren Mietwagen nehmen wir nicht, wie sonst, bereits am Flughafen entgegen, sondern werden zunächst von einer Mitarbeiterin der Autovermietung empfangen und zum Büro in Bischkek gebracht. Der Flughafen liegt etwas außerhalb, die Fahrt dauert 30 Minuten. Vor Ort erledigen wir alle Formalitäten und bekommen eine kurze Einweisung zum Auto, einem Toyota 4-Runner. Ein wahres Monstrum! Zum Glück muss ich nicht selbst fahren. Das übernimmt Luke. Ich würde wahrscheinlich alles und jeden über den Haufen fahren.

Unser Hotel liegt recht zentral, sodass wir alle Sehenswürdigkeiten zu Fuß erkunden können. Allzu viel gibt es in Bischkek jedoch nicht zu sehen. Trotzdem bin ich positiv überrascht. Die Stadt ist sauber und nicht überfüllt. Zudem gibt es viele Parks, die als grüne Oasen in der sonst recht tristen Betonwüste dienen. Direkt ins Auge sticht mir der Kontrast zwischen halb verfallenen Wohngebäuden und den riesengroßen, prunkvollen Plätzen mit Statuen verschiedenster Volkshelden oder Politiker aus der Sowjetzeit. 

Besonders begeistert bin ich von den vielen hübschen Restaurants und Cafés, von denen es hier einige gibt. Sowas hätte ich in der Landeshauptstadt von Kirgistan wirklich nicht erwartet! Eines davon, das Social Coffee, testen wir direkt aus, denn wir haben Hunger und es ist heiß. Mit 28 Grad haben wir allerdings noch Glück, in Bischkek können die Temperaturen im Sommer auf bis zu 40 Grad ansteigen!

Wir sind ziemlich planlos und nur mit Hilfe von Google Maps durch Bischkek geschlendert. Eigentlich hatten wir gehofft, uns nach der langen Anreise erstmal frisch machen zu können und noch etwas Zeit für eine kurze Tagesplanung zu haben, bevor wir uns ins Großstadtgetümmel stürzen. Allerdings waren wir zu früh im Hotel und konnten noch nicht einchecken. So haben wir erst hinterher erfahren, wie die ganzen Orte hießen, die wir auf unserer kurzen Sightseeing-Tour besucht hatten.

Damit ihr für euren Kirgistan Urlaub besser vorbereitet seid, hier eine kurze Zusammenfassung der wenigen Sehenswürdigkeiten, die es in Bischkek zu entdecken gibt:

  • Ala Too Square
  • Osh Basar (haben wir erst am letzten Tag unserer Reise erkundet)
  • State Theatre of Opera and Ballet
  • Panfilov Park
  • National Philarmony

Meine Restaurant-Empfehlung für Bischkek: Navat Tea House (https://navat.kg/en/)

Wir waren hier zweimal essen, da es fußläufig vom Hotel aus erreichbar war. Es gibt eine große Auswahl an leckeren Gerichten. Englisch wird leider nur vereinzelt gesprochen, obwohl eine englische Speisekarte vorhanden ist. Kartenzahlung ist möglich.

Wandern in Kirgistan: Ak-Sai Wasserfall im Ala-Archa Nationalpark

Gerade mal eine Stunde Fahrt von Bischkek entfernt befindet sich der Ala-Archa Nationalpark. An den Wochenenden ist der Park auch bei den Einheimischen sehr beliebt, um den heißen Temperaturen in der Hauptstadt zu entfliehen. 

Wir waren an einem Montag dort und es war ebenfalls gut besucht. Die Besucher verteilen sich aber gut und so haben wir es nicht als überfüllt wahrgenommen.

Meine Empfehlung ist dennoch, frühzeitig dort zu sein. So vermeidet ihr es, am Eingang des Parks (Gebühr von ca. 7 Euro für zwei Personen) im Stau zu stehen und müsst nicht lange nach einem Parkplatz suchen. Die sind zwar reichlich vorhanden, aber je später ihr kommt, desto weiter hinten müsst ihr parken.

Ein beliebtes Ziel für eine Tageswanderung ist der Ak-Sai Wasserfall. Vom Parkplatz des Nationalparks, der sich bereits auf 2.200 Metern Höhe befindet, bis zum Wasserfall sind ca. 3,7 Kilometer und 650 Höhenmeter zu bewältigen. Solltet ihr vorhaben, im Kirgistan Urlaub viel zu wandern oder sogar, so wie wir, eine Mehrtageswanderung planen, kann ich euch das als Akklimatisierung nur empfehlen. Wir konnten auf diese Weise schon mal erahnen, was uns erwartet und wie wir mit der Höhenlage zurechtkommen.

Der Weg zum Wasserfall führt entlang eines ausgetretenen Pfades stetig bergauf, mal knackig, mal sanft. Zwar ist die Wanderung wegen des Anstiegs und der Höhe etwas anstrengend, aber dennoch gut machbar und einfach zu gehen. Zwischendurch werden wir mit einer wunderschönen Aussicht auf das Ala-Archa-Tal belohnt. Haltet außerdem die Augen und Ohren offen, hier gibt es einige Murmeltiere!

Sobald der erste Anstieg geschafft ist und sich das Tal auf der rechten Seite erstreckt, zeigt sich auch schon das Ziel: Der Wasserfall. Keine Sorge, es ist weiter weg, als es scheint und ihr dürft ab hier noch ein ganzes Stück laufen.

Herrschte bei unserer Ankunft im Nationalpark noch strahlender Sonnenschein, schiebt sich nun eine dunkle Wolkenfront vor uns über den Berg. Wir beobachten das Wetter genau und überlegen, was nun zu tun ist. Denn wenn wir eines hassen, ist es, eine Wanderung nicht zu Ende zu führen. Was wir aber ebenfalls nicht cool finden, sind Gewitter in den Bergen. Daher entscheiden wir uns widerwillig, umzukehren. Wie sich herausstellt, ist es eine gute Entscheidung, denn auf halbem Weg zurück nach unten fängt es hinter uns auch schon an, zu donnern. 

Falls ihr schon mal während eines Gewitters in den Bergen wart, wisst ihr, wie laut das ist. Richtig bedrohlich klingt das! Wir nehmen die Beine in die Hand und laufen im Eiltempo nach unten. Uns kommen trotzdem noch einige Wanderer entgegen. Nicht ungefährlich!

Im Tal angekommen, erleben wir wieder ein sehr gutes Beispiel dafür, wie schnell sich das Wetter in den Bergen ändern kann. Das Gewitter hat sich verzogen (oder hängt noch irgendwo in den Gipfeln fest) und es herrscht wieder strahlender Sonnenschein.

Es ist erst Mittag, also laufen wir noch hinunter zum Fluss, um uns ein hübsches Fleckchen zum Entspannen zu suchen. 

Hier muss einiges los gewesen sein, uns kommen Scharen von Menschen entgegen, die (zum Glück!) aber alle auf dem Weg nach Hause sind.

Am Rande des betonierten Fahrwegs, der zum Tal führt, auf welches wir von oben so einen schönen Ausblick hatten, gibt es immer wieder Sitzgelegenheiten und Picknickplätze. 

Je weiter man läuft, desto leerer wird es. Wir verlassen den Fahrweg und finden im Flussbett einen schönen Rastplatz. Eine kleine Holzbrücke dient uns als Bank, von wo aus wir die Füße im eiskalten Wasser abkühlen können. 

Unglaublich erfrischend!

Das Ärgernis über die unvollendete Wanderung ist an diesem paradiesischen Ort schnell vergessen. Wir sind umgeben von Bergen, vor uns schlängelt sich der Fluss plätschernd das Tal entlang. Ich bin vollkommen zufrieden damit, einfach die Natur genießen zu können und bin in diesem Moment unendlich dankbar dafür, meinen Kirgistan Urlaub genießen zu können.

Auf dem Weg zurück zum Parkplatz werden wir noch von einem neugierigen Eichhörnchen überrascht, das anscheinend denkt, ich hätte Nüsse dabei. Ich muss es leider enttäuschen! 

Zum Abschluss gibt es dann noch einen Kaffee im Kirgistan-Style, direkt aus dem im Kofferraum eingebauten Vollautomaten eines Toyotas. Das nenne ich mal Stauraum!

Schon ist unser erster Wandertag in der wunderschönen Natur Kirgistans vorüber. Einen besseren Start für den Kirgistan Urlaub hätte ich mir kaum wünschen können!

Tipp: Der Weg am Fluss entlang hinunter ins Ala-Archa Tal ist komplett betoniert. Solltet ihr also vorhaben, dort nur ein Picknick zu veranstalten, braucht ihr kein besonderes Schuhwerk. Für alle anderen Wanderungen zieht bitte feste Schuhe an!

Kurzinfo zur Wanderung zum Ak-Sai Wasserfall

Diese Wanderung mag auf den ersten Blick aufgrund der kurzen Strecke zwar entspannt erscheinen, lasst dabei aber nicht die Höhenmeter außer Acht! Belohnt werdet ihr dafür mit tollen Ausblicken ins Tal und auf die umliegende Bergwelt. Und – wenn ihr die Wanderung zu Ende führt – mit einem Wasserfall belohnt. 

  • Länge: ca. 3,7 km bis zum Wasserfall (keine Rundwanderung!)
  • Höhenmeter: ca. 650 
  • Startpunkt: Parkplatz im Ala Archa NationalparkKosten: ca. 7 Euro pro Auto 

Kirgistan Urlaub am Strand: Der Issyk-Kul

Der Issky-Kul See (oder auch Yssykköl) ist Kirgistans größter See und nach dem Titicacasee der zweitgrößte Bergsee der Welt. Er darf in keinem Kirgistan Urlaub fehlen und war unser erstes Ziel nachdem wir Bischkek verlassen haben.

Der Ferienort Tscholponata liegt auf halber Strecke nach Karakol (unser nächster Halt), weswegen sich das gut für einen Zwischenstopp angeboten hat. Wir hatten keine Lust, die komplette Strecke von 400 Kilometern nach Karakol an einem Tag zurückzulegen, also haben wir uns die Strecke aufgeteilt.

Tipp: 400 Kilometer mögen sich für deutsche Verhältnisse nach nicht viel anhören. Bedenkt dabei aber die Straßenverhältnisse in Kirgistan. Nicht jede Straße ist asphaltiert und außerdem gilt auf Landstraßen eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h. Das solltet ihr bei der Routenplanung stets beachten und euch nicht auf die Zeitangaben von Google-Maps verlassen!

Endlich geht er richtig los, unser Kirgistan Urlaub in Form eines Roadtrips!

Nachdem wir die ersten beiden Nächte in Bischkek verbracht haben, kann ich es kaum erwarten, den Rest des Landes zu entdecken. 

Während der Verkehr in der Stadt sehr lebhaft ist, wird es ruhiger, sobald wir das Ballungszentrum verlassen. Die Straßen sind okay, bisher ist zumindest alles asphaltiert. Während der Fahrt bekomme ich schon mal einen ersten Eindruck von den Landschaften, die uns auf unserer Rundreise erwarten werden. Mal ist es grün, mal erinnert die Umgebung eher an Wüste oder Steppe. In der Ferne ragen die schneebedeckten Gipfel des Tian-Shan Gebirges empor. Beeindruckend! 

Die Strecke führt zudem ein ganzes Stück weit an der Grenze entlang. Zu unserer Rechten sehen wir Kirgistan, zu unserer Linken Kasachstan. Irgendwie verrückt!

Nach drei Stunden Fahrt erreichen wir das Tagesziel. Unser Gästehaus befindet sich in einer unscheinbaren Seitenstraße, die auf den ersten Blick nicht wirklich befahrbar aussieht. Davon sollte man sich aber nicht täuschen lassen. Die Suche nach den Unterkünften gestaltet sich in Kirgistan generell interessant, daran gewöhnen wir uns aber schnell.

Tscholponata ist im Sommer ein beliebter Badeort der Russen. Dementsprechend gibt es hier nur eine Hauptattraktion: Den Strand. Dort geht es, wie erwartet, sehr lebhaft zu. Hier gibt es alles, was das Strand-Urlauber Herz begehrt: Strandbars, Sonnenschirme zum Mieten, einen aufblasbaren Wasserparcours. Sogar Parasailing wird hier angeboten. Wow! 

Auch im Ort wird alles geboten, was Touristen lieben: Souvenirshops, unzählige Restaurants, Shops mit verschiedenem Strandzubehör usw. 

Kaum haben wir ein geeignetes Plätzchen am Wasser gefunden, bekommen wir haarige Gesellschaft. Zwei Straßen- (oder Strand?) Hunde haben sich zu uns gesellt. Die beiden Fellnasen sind lieb und freundlich. Wir als Hundemenschen können ihrem Charme nicht lange widerstehen, sodass ein paar Streicheleinheiten für sie drin sind, Wasser bekommen sie ebenfalls von uns. 

Falls ihr euch jetzt fragt: Warum zur Hölle gibt die Bekloppte am größten See Kirgistans den Hunden Wasser? Ganz einfach, der See ist salzhaltig. Zwar nur gering, aber zum Trinken ist das trotzdem nicht optimal. Ich hoffe, das ist den anderen Badegästen ebenfalls bewusst, ansonsten halten sie uns Deutsche jetzt wahrscheinlich für verrückt.

Übrigens: Das Wasser des Sees hat Badetemperatur und ist unfassbar klar. Generell fühlen wir uns hier eher wie am Meer. Durch die Größe sieht man das andere Ufer kaum, der Sandstrand und der Salzgehalt tut sein Übriges. Mittelmeer-Feeling im Kirgistan Urlaub!

Auch, wenn solche touristischen Orte nichts für uns sind, war es trotzdem interessant, auch diese Seite von Kirgistan zu sehen. Man kennt solche Ferienorte sonst nur von bekannten Urlaubszielen. 

Meiner Meinung nach könnt ihr Tscholponata trotzdem getrost auslassen. Am Issyk Kul gibt es definitiv ruhigere und schönere Ecken. Außer ihr mögt den Trubel, dann seid ihr hier genau richtig. Wir waren jedenfalls froh, am nächsten Tag weiterzuziehen.

Offroad durch die Grigorievka Schlucht

Ein Highlight während unserem Kirgistan Urlaub war für mich definitiv die Fahrt durch die Grigorievka Schlucht! Den Tipp hatten wir von der Autovermietung bekommen, von alleine wären wir wohl nie auf die Idee gekommen. Die Schlucht lag praktischerweise genau auf unserem Weg von Tscholponata nach Karakol. Bisher haben wir Schluchten immer nur durchwandert, aber nicht mit dem Auto durchfahren. Klar, dass wir uns diesen Ausflug nicht entgehen lassen wollten!

Der Eingang der Schlucht liegt am Ende der gleichnamigen Ortschaft Grigorievka. Die asphaltierte Straße endet hier. Jetzt wird’s spannend!

Landschaftlich ist die Fahrt ein absoluter Traum. Ich habe das Privileg, Beifahrerin zu sein und kann alle Eindrücke in Ruhe auf mich wirken lassen. 

Wir folgen dem Weg entlang des Flusses, hohe Felswände ragen zu beiden Seiten empor. Luke hat es weniger gut, er muss sich auf die holprige Straße konzentrieren. Die Schlaglöcher sind teilweise echt fies!

Tipp: Macht diesen Ausflug nur mit einem Allradler! Mit unserem Toyota hat das wunderbar geklappt. Wir haben zwar auch genügend „normale“ Autos durch die Schlucht fahren sehen, wirklich spaßig stelle ich mir das aber nicht vor.

Nach und nach wird der Weg breiter. Bald fahren wir aus der Schlucht heraus auf eine kleine Anhöhe, von wo aus wir eine richtig tolle Aussicht auf das Tal haben, das sich nun vor uns erstreckt. Sattes Grün, durchzogen vom Blau des Flusses. Wie aus dem Bilderbuch!

Schon nach kurzer Zeit nähern wir uns dem Talschluss, wo wir hinauf auf einen Pass fahren. Wir werfen nochmal einen letzten Blick hinunter, bevor wir auf der anderen Seite des Passes wieder bergab fahren. Unten angekommen habt ihr die Möglichkeit, entweder rechts abzubiegen, um ein Nomadencamp zu besuchen oder direkt weiter zum „Ausgang“ zu fahren. 

Wir fahren geradeaus weiter (das Camp ist für uns zu touristisch). Den interessanten Teil der Fahrt haben wir bereits hinter uns. Nun geht es auf einer gut befahrbaren Schotterpiste auf direktem Weg zurück in Richtung Issyk-Kul.  

Wie ist es denn nun, mit dem Auto durch eine Schlucht mitten in Kirgistan zu fahren? Meine Vorstellung: Einsame Landschaften, kaum Verkehr, wenige Menschen. Wir können nach Belieben anhalten und ich genieße die Fahrt am offenen Fenster. Blökende Schafe, muhende Kühe, ein rauschender Fluss. Ein typischer Tag im Kirgistan Urlaub eben!

Die Realität: Viel Verkehr, Ausflugsbusse, Menschenansammlungen, Yurt-Camps alle Hundert Meter, überall wird Pferdetrekking angeboten. Das Fenster musste ich während der Fahrt die meiste Zeit geschlossen halten, weil es zu staubig war. Schafe und Kühe gab es aber tatsächlich.

Das hört sich womöglich erstmal gar nicht so toll an, aber wisst ihr was? Ich fand es trotzdem cool! Klar, es war vielleicht nicht so einsam, wie ich mir das vorgestellt hatte, landschaftlich lohnt es sich aber dennoch! 

Ich hätte zwischendurch gerne an einem der Yurt-Camps angehalten, die sich am Fluss entlang gesammelt haben. Die sahen eigentlich echt einladend aus und man hätte bestimmt auf einen Tee bleiben können, aber genau dort haben sich die meisten Menschen versammelt. 

Da wir nun mal ein wenig menschenscheu sind, war das für uns in diesem Moment einfach nicht sehr reizvoll. Natürlich haben wir ein paar Mal für Fotos angehalten, wirklich lange aufgehalten haben wir uns aber nie. 

Für uns als Wanderer war es eine ganz neue Erfahrung, einen solchen Ausflug nicht zu Fuß, sondern auf Rädern zurückzulegen. Der Weg durch die Schlucht ist ca. 30 km lang, wir haben dafür ca. 1,5 Stunden gebraucht (mit kurzen Fotostopps). Das war ein wirklich toller Tipp!

Bergsteiger-Stadt Karakol

Nach unserem kurzen Offroad-Abenteuer ging es auf direktem Weg weiter nach Karakol. Karakol ist mit etwa 80.000 Einwohnern die größte Stadt am Issyk-Kul See. Meist wird sie von Reisenden nur als Ausgangspunkt für die Mehrtagestour zum Ala-Kul See genutzt. So auch von uns.

Dementsprechend haben wir von Karakol nicht viel gesehen. Wir scheinen allerdings nichts verpasst zu haben, denn außer einer Moschee und einer Kirche scheint es trotz der Größe der Stadt nichts Sehenswertes zu geben.

Dafür gibt es hier einige Hotels und Gästehäuser. Beim Kaufhaus „Globus“ findet ihr außerdem eine große Auswahl an allen möglichen Lebensmitteln. Hier decken wir uns für die kommenden Tage ein, für unser Outdoor-Abenteuer brauchen wir nämlich noch ein paar Snacks.  

Fun Fact: Bei uns zu Hause gibt es ein gleichnamiges, großes Kaufhaus. Das Logo in Kirgistan sieht zwar ein wenig anders aus, die Farben sind allerdings die gleichen. Sachen gibt’s!

Unser Gästehaus ist schnell gefunden. Dort heißt es nun: Rucksäcke packen! 

In fußläufiger Distanz gibt es nur eine Möglichkeit zum Essen gehen. Das Sierra Coffee, eine internationale Kette, begeistert uns direkt. Mal wieder hätten wir eine derart moderne Lokalität nicht hier in Kirgistan erwartet. Das Essen ist gut und günstig. Mit einem lokalen Bier stoßen wir auf den morgigen Tag an.

Abenteuer Ala-Kul Trek

Als große Wander-Fans wollten wir es uns natürlich nicht nehmen lassen, intensiver in die Natur des Landes einzutauchen und sind dabei auf den mehrtägigen Ala-Kul Trek im Tian-Shan Gebirge gestoßen. Uns war sofort klar, dass er auf gar keinen Fall auf unserer Rundreise fehlen darf! Ihr wollt wissen, was wir dort alles erlebt haben und wie ihr eine solche Mehrtageswanderung selbst organisieren könnt? Das alles erfahrt ihr in meinem Beitrag über das Abenteuer Ala-Kul Trek

Zurück am Issyk-Kul: Entspannen in Tong

Ich war wirklich froh, dass wir nach unserer Mehrtageswanderung ein paar Tage zum Entspannen eingeplant haben! Dafür haben wir zwei Nächte im Örtchen Tong, direkt am Issyk-Kul, verbracht. Ich war erleichtert, dass wir nach diesen Strapazen nichts Anstrengendes mehr vorhatten! Von tatsächlichem Urlaub waren die letzten Tage nämlich weit entfernt gewesen.

Nach drei Tagen zu Fuß in der Bergwelt Kirgistans sind wir nun wieder mit dem Auto unterwegs. Das ist meinen müden Beinen nur recht. Nach etwa der Hälfte der Strecke nach Tong ist die asphaltierte Straße verschwunden und es geht auf einer breiten Schotterpiste weiter. Grund dafür ist eine Baustelle. Scheinbar soll die Straße erneuert werden. Klar, dafür muss natürlich erstmal der Asphalt runter, Umleitungen braucht kein Mensch. Typisch Kirgistan eben!

Auch in Tong brauchen wir wieder einen Moment, um unser Gästehaus zu finden. Dieses befindet sich wieder gut versteckt in einer holprigen Seitenstraße. Die neue Unterkunft liegt etwas erhöht auf einer Hügelkuppe, was uns einen herrlichen Blick auf die Berge und über einen Teil des Sees beschert. Super!

Der Strand ist in nur wenigen Gehminuten zu erreichen. Das passt uns wunderbar, denn es ist ein warmer Tag und bestes Strandwetter! Wir finden eine kleine Bucht ohne andere Menschen, wo wir den Rest des Tages genießen. Genau das, was ich jetzt brauche! Einfach mal nichts tun. Willkommen zurück im Kirgistan Urlaub. 

Am Abend sitzen wir noch ein bisschen draußen. Als das muslimische Abendgebet durch den kleinen Ort schallt, bekomme ich Gänsehaut. Ich bin nicht gläubig, trotzdem verleiht das dem Moment etwas ganz Besonderes und führt mir nochmal vor Augen, dass ich mich weit weg von zu Hause befinde. Ein schöner Tagesabschluss.

Tipp: In Tong gibt es keine Restaurants. Fragt also am besten in eurer Unterkunft nach, ob dort etwas zu Essen angeboten wird.

Mars oder Kirgistan? Ausflug zum Skazka Canyon

Wenn ihr während eurem Kirgistan Urlaub gerade in der Nähe seid, lohnt sich ein Abstecher zum Skazka (übersetzt: Märchen) Canyon. Dieser macht seinem Namen nämlich alle Ehre!

Um zum Canyon zu gelangen, müssen wir die Hauptverkehrsstraße verlassen und ca. 2 Kilometer über einen unbefestigten Weg fahren. Das sind wir aber mittlerweile gewohnt, also kein Problem. Am Eingang wird eine Eintrittsgebühr von 50 Cent pro Person fällig, danach dürfen wir die Schranke passieren.

Der Parkplatz ist nicht groß und es ist bereits einiges los. Wir haben Glück, es fährt gerade jemand weg, sodass wir noch einen Parkplatz bekommen. Seid also unbedingt früh da!

Schon als wir aus dem Auto aussteigen, sind wir umgeben von rotem Gestein. Einen bestimmten Wanderweg gibt es hier nicht, wir laufen einfach darauf los. Möglichst weit weg von den ganzen Menschen. Je weiter wir uns vom Parkplatz entfernen, desto leerer wird es und bald sind wir komplett allein. Ich kann die Landschaft kaum in Worten beschreiben. Bizarre, rote und bunte Felsformationen. Ich fühle mich wie auf einem anderen Planeten. Wer hätte gedacht, dass solch eine Landschaft in Kirgistan zu finden ist?

Wir verbringen ca. eine Stunde im Farytale-Canyon, ihr könnt aber beliebig viel Zeit mitbringen. Verlaufen kann man sich meiner Ansicht nach nicht. 

Wenn ihr hoch genug steigt, könnt ihr auf einer Seite den Issyk Kul erblicken. Diesen müsst ihr einfach immer im Blick behalten, dann wisst ihr auch immer, wo ihr seid.

Direkt am Eingang/Ausgang des Canyons befindet sich auf einem kleinen Hügel der Skazka Park. Dort gibt es ein kleines Café, ein paar Schaukeln und Sitzgelegenheiten und man hat eine tolle Aussicht auf den Issyk-Kul. Außerdem wird hier gerade ein neues und modernes Yurt-Camp gebaut. Sogar Bubble-Tents gibt es hier! Sieht richtig nett aus und wenn es etwas früher fertig gewesen wäre, hätte ich das echt gern gebucht. Dann eben beim nächsten Kirgistan Urlaub!

Eintauchen ins Nomadenleben am Song Kul

Ein absolutes Must-See in jedem Kirgistan Urlaub ist der Song Kul (oder auch Songköl). Er ist der zweitgrößte See Kirgistans und liegt auf etwa 3000 Metern Höhe. Er ist nur zwischen Juni und September zu erreichen. In dieser Zeit gibt es hier einige Jurtencamps, viele davon bieten Übernachtungen für Touristen an.

Die Jurte ist das traditionelle Zelt der Nomaden in Zentralasien. Für die meisten Kirgistan-Reisenden ist eine Übernachtung in einer solchen Jurte Pflichtprogramm. Wir haben zwei Nächte fernab der Zivilisation in einem solchen Camp verbracht. Ich kann euch sagen, allein die Fahrt dorthin ist ein Abenteuer für sich! Neugierig? Hier könnt ihr in Kürze mehr über unseren Ausflug ins Nomadenleben erfahren. 

Zurück in Bischkeks Großstadtdschungel 

Jedes Abenteuer hat mal ein Ende. So auch unser Kirgistan Urlaub. Der Song Kul war unsere letzte Station der Rundreise. Nun geht es für uns zurück nach Bischkek.

Um zurück zur Hauptstraße zu kommen, müssen wir den gleichen abenteuerlichen Weg hinauf zum Pass nehmen, wie schon zwei Tage zuvor. Nur ist heute alles nass vom Regen. Herausforderung angenommen!

Auch diese wilde Fahrt durch Bachläufe und über die rutschige Straße meistert unser Toyota wieder, ohne zu jammern. Wir erreichen die Hauptstraße und somit auch die Zivilisation unbeschadet und ohne besondere Vorkommnisse. Geschafft!

Die restliche Fahrt nach Bischkek ist ziemlich eintönig. Das schlechte Wetter ist in den Bergen des Song-Kul hängen geblieben. Habe ich heute Morgen bei 10 Grad und Regen noch gefroren, schwitze ich bei der Ankunft in Bischkek bei sonnigen 35 Grad vor mich hin.

Dafür kann ich mich an einem Sandwich mit Pommes erfreuen und die heiße Dusche im Hotel ist auch nicht zu verachten. So gern ich mich in der Natur aufhalte, ich bin einfach ein großer Fan von heißen Duschen!

Trubel auf dem Osh Bazar

Unseren letzten Tag in Kirgistan haben wir zunächst damit verbracht, über den Osh Basar zu schlendern. Da wir bei unserer Ankunft vor zwei Wochen nicht dazu gekommen sind, wollten wir das nachholen. Irgendwie gehört ein Marktbesuch ja zu einem Kirgistan Urlaub dazu, auch wenn sich meine Motivation an diesem Tag in Grenzen hielt. 

Um die Mittagshitze zu vermeiden, sind wir schon morgens unterwegs. Es ist aber trotzdem bereits sehr heiß und wirklich fit fühle ich mich auch (immer noch) nicht. Anschauen will ich mir den Bazar aber trotzdem. Wie erwartet ist es natürlich voll. 

Hier scheint es nichts zu geben, was es nicht gibt. Von Toilettenpapier bis hin zum neuesten iPhone kann man hier einfach alles kaufen. Darüber, ob die angebotenen Markenprodukte wirklich echt sind, lässt sich wohl streiten. Neben frischen Lebensmitteln wie Fleisch, Obst und Gemüse gibt es auch ein paar Essensstände. Wir haben gerade erst gefrühstückt und daher keinen Hunger. Aber selbst mit großem Hunger würde mich hier vermutlich nichts wirklich anlachen. 

Haben wir uns bisher immer ohne Bedenken durch die Marktstände in Thailand gefuttert, schrecken uns hier die hygienischen Zustände ehrlich gesagt ab. Ich kann nicht genau erklären, warum, aber ich vermute, unsere dauerhaften Verdauungsprobleme, die wir schon seit unserer Ankunft in Kirgistan haben, tragen dazu bei. Wir verzichten also auf Salmonellen in der Waffel aka Softeis und machen uns schon nach kurzer Zeit wieder auf den Rückweg zum Hotel.

Mein Fazit zu zwei Wochen Kirgistan Urlaub

Kirgistan war auf jeden Fall unsere bisher spannendste und abenteuerlichste Reise! 

Die Landschaft dort ist ohne Zweifel spektakulär und vor allem auch sehr abwechslungsreich. Von (Hoch)gebirge über Steppe bis hin zu Mittelmeer-Feeling am Issyk-Kul See war alles dabei. 

Ein großer Pluspunkt sind die fehlenden Menschenmassen. Auch, wenn an ein paar Orten doch mehr los war, als ich dachte, ist Kirgistan vom Massentourismus noch weit entfernt. Außerdem bildet ein Großteil des Landes Berglandschaften. Zwei Drittel Kirgistans liegen auf einer Höhe von über 3000 Metern, weswegen es ein perfektes Ziel für Wanderfans ist. 

Der einzige Wermutstropfen waren die Verdauungsprobleme, die uns fast die gesamte Reise über begleitet haben. In einem solchen Ausmaß haben wir das tatsächlich bisher in keinem anderen Land erlebt. Das war auf Dauer leider etwas anstrengend. 

Ein weiterer Punkt, der uns etwas enttäuscht hatte, war die vorher so hoch angepriesene kirgisische Gastfreundlichkeit. Davon haben wir in unserem Kirgistan Urlaub leider nicht viel gespürt. Wir haben die Kirgisen eher als zurückhaltendes Volk erlebt und oft schien man auch wenig begeistert davon, dass wir kein Russisch sprechen. Ich möchte den Kirgisen diese Eigenschaft keinesfalls absprechen. Ich kann lediglich von meinen eigenen Erfahrungen berichten. Möglicherweise hatten wir einfach eine falsche Erwartungshaltung. 

Nichts desto trotz ist Kirgistan ein tolles Land, das sich super bereisen lässt und für Naturfans keine Wünsche offen lässt. Ich kann jedem empfehlen, es selbst auszuprobieren und seine eigenen Erfahrungen in diesem noch unentdeckten Teil der Erde zu machen. Auch für uns wird es sicher nicht der letzte Kirgistan Urlaub gewesen sein!

So organisierst du deinen Kirgistan Urlaub

Na, Lust auf Kirgistan bekommen? Hier erfahrt ihr, wie ihr euren Kirgistan Urlaub organisieren könnt. Wir haben die komplette Reise eigenständig auf die Beine gestellt und waren ohne Guide unterwegs.

Flüge nach Kirgistan

Wenn ihr nach Flügen für euren Kirgistan Urlaub sucht, werdet ihr höchstwahrscheinlich nur Flüge mit Zwischenstopp in Istanbul finden. Wir sind ab Frankfurt geflogen. Von dort aus fliegt ihr ca. 3 Stunden nach Istanbul, dann sind es nochmal ca. 5 Stunden bis nach Bischkek. Wir hatten in Istanbul nicht mal zwei Stunden Zeit zum Umsteigen, das hat aber locker gereicht. Solltet ihr einen längeren Aufenthalt haben, werdet ihr euch die Zeit garantiert gut vertreiben können. Der Flughafen ist riesig! 

Tipp: nutzt am besten verschiedenen Vergleichsportale, um die besten Angebote zu finden. Bucht aber am besten direkt bei der Airline. Manchmal ist das sogar ein wenig günstiger oder die Konditionen sind besser. Wir haben direkt über Turkish Airlines gebucht und dabei ein paar Euros sparen können.  

Mietwagen buchen in Kirgistan

Wenn ihr euren Kirgistan Urlaub als Roadtrip planen wollt, braucht ihr erstmal einen Mietwagen. Wir haben unser Auto über Travelland gebucht. Hier werden auch organisierte Rundreisen in Kirgistan und generell Zentralasien angeboten. Wir waren vollkommen zufrieden und ich kann Travelland uneingeschränkt weiter empfehlen! 

Sowohl bei der Online-Buchung als auch vor Ort lief alles reibungslos. Uns wurden einige hilfreiche Tipps für unsere Reise gegeben. Bezahlen könnt ihr in Euro, Dollar oder der Landeswährung, Som. 

Achtung: Die Übergabe findet nicht am Flughafen statt, sondern im Büro in der Innenstadt von Bischkek. Den Transfer vom Flughafen könnt ihr bei der Buchung des Mietwagens dazu buchen. Außerdem benötigt ihr eine Kreditkarte.

Tipp: Mietet unbedingt ein Fahrzeug mit Allradantrieb! Das ist bei den Straßenverhältnissen in Kirgistan auch bitter nötig. Gerade, wenn ihr auch mal Offroad unterwegs seid, ist das unverzichtbar. Auch, wenn es teurer ist, ist es das Geld absolut wert, denn ihr werdet sicher in eurem Kirgistan Urlaub keine Lust auf eine Panne haben. Wir hatten einen Toyota 4-Runner mit V8 Motor (Automatik) und haben ihn geliebt. Das Auto war super zuverlässig und wir hatten kein einziges Mal Probleme.

Unterkünfte

An Unterkünfte habe ich eigentlich nur einen Anspruch: Sauber müssen sie sein. Wir waren mit allen Unterkünften vollkommen zufrieden. Luxus dürft ihr im Kirgistan Urlaub keinen erwarten (wobei “Luxus” immer Definitionssache ist). Neben dem Hotel in Bischkek (das übrigens ziemlich modern war) und dem Jurtencamp am Song Kul haben wir ausschließlich in Gästehäusern übernachtet. Das sind kleine, familiär geführte Häuser mit einfachen Zimmern. Frühstück ist nicht immer im Preis inbegriffen und muss manchmal extra gezahlt werden. 

Um die Übersicht zu behalten, haben wir fast alle Unterkünfte für unseren Kirgistan Urlaub über booking.com gebucht. Sofern die Unterkunft eine eigene Homepage hat, lohnt es sich oft, hier nochmal Preise zu vergleichen. Hier findet ihr nochmal eine Zusammenfassung aller Unterkünfte: 

Visum

Kurz und knackig: Als deutsche Staatsbürger benötigt ihr kein Visum, um nach Kirgistan einreisen zu dürfen.

Was kostet ein Kirgistan Urlaub

Kirgistan ist ein wirklich günstiges Reiseland. Habt ihr erst einmal Flüge und Mietwagen bezahlt, kommen keine hohen Kosten mehr auf euch zu. Ich habe hier mal alles für euch aufgeführt: 

  • Flüge: 700 Euro pro Person
  • Mietwagen: 1.100 Euro für 13 Tage 
  • Unterkünfte, Essen, Benzin und sonstige Ausgaben: 750 Euro 
  • Pro Person haben wir für die komplette Reise also etwa 2.000 Euro ausgegeben. 

FAQ zum Kirgistan Urlaub

Während meiner eigenen Recherche hätte ich mir zu einigen Punkten im Voraus mehr Infos gewünscht. Damit ihr euch besser auf euren Kirgistan Urlaub vorbereiten könnt, habe ich die wichtigsten Themen hier nochmal zusammengefasst.

Wie ist Autofahren in Kirgistan?

Zum Thema Mietwagen bzw. Autofahren in Kirgistan habe ich fast keine Informationen gefunden. Meist waren die Beiträge schon ziemlich veraltet und oft wurde dabei auch davon abgeraten, in Kirgistan selbst zu fahren. Das hat mich anfangs sehr verunsichert. Vor Ort hat sich herausgestellt, dass meine Bedenken völlig unbegründet waren. Daher möchte ich darauf gerne etwas genauer eingehen. 

Bezüglich Mietwagen hatte ich ja bereits erwähnt, dass ihr euch unbedingt ein Fahrzeug mit Allradantrieb mieten solltet, wenn ihr einen angenehmen Kirgistan Urlaub verbringen wollt.  Damit wäre der erste Schritt schon mal geschafft. Vorab möchte ich nochmal erwähnen, dass ich auf unseren Reisen nur Beifahrerin bin. Am Steuer sitzt immer Luke. Seine Erfahrungen kann ich hier aber genauso gut wiedergeben. Wir sind schon in einigen Ländern mit dem Auto unterwegs gewesen, daher kann ich sagen: Macht euch keine Gedanken, in Kirgistan fährt es sich genauso gut (oder schlecht) wie in anderen Ländern. Sicher, an die Fahrweise der Kirgisen muss man sich erst mal gewöhnen, so wie in jedem anderen Land der Welt auch. Und falls ihr schon mal in Italien oder Griechenland selbst gefahren seid: Keine Sorge, schlimmer wird es nicht. 

Solltet ihr in eine Polizeikontrolle geraten, keine Panik. Wir sind in Kirgistan tatsächlich das erste Mal überhaupt von der Polizei angehalten worden. Die Polizisten waren freundlich, haben unsere Papiere kontrolliert und einen Alkoholtest gemacht. Dummerweise hat dieser angeschlagen (was überhaupt nicht sein kann, Luke hat natürlich nichts getrunken). Nach einer längeren “Diskussion” (Hände, Füße und ein paar Brocken Russisch) durften wir zum Glück weiterfahren. Ob das Messgerät kaputt war oder ob es ein kläglicher Bestechungsversuch war, wissen wir bis heute nicht. Die Polizisten haben sich uns gegenüber aber nicht aggressiv verhalten, also tippen wir einfach mal auf ein Missverständnis. 

Kurz zu den Verkehrsregeln: Innerorts sind 60 km/h erlaubt, Außerorts 90 km/h und auf der Autobahn 110 km/h. Haltet euch immer an die Geschwindigkeitsangaben, wir haben sehr viele Polizeikontrollen gesehen. Die Promillegrenze liegt bei 0,0, lasst also am besten die Finger von Alkohol, wenn ihr selbst fahrt. 

Tankstellen gibt es in Kirgistan mehr als genug. Wir hatten nie Probleme, bei Bedarf eine zu finden. Tankt am besten nochmal voll, wenn ihr an abgelegene Orte wie z.B. den Song Kul fahrt. Ein zusätzlicher Kanister war für uns nicht nötig. Das Benzin hat bei unserem Aufenthalt im Schnitt 60 Cent pro Liter gekostet. Also ebenfalls sehr günstig! 

Achtung: Um in Kirgistan Autofahren zu können, benötigt ihr einen internationalen Führerschein. Diesen könnt ihr ganz unkompliziert bei der Zulassungsstelle beantragen. Danach steht eurem Kirgistan Urlaub nichts mehr im Wege! 

Welche Sprache spricht man in Kirgistan und sprechen Kirgisen Englisch?

Stellt euch schon mal darauf ein, dass die Kommunikation in Kirgistan eher schwierig wird, wenn ihr kein Russisch könnt. Englisch wird nur vereinzelt gesprochen, in zwei Unterkünften sprach man überraschenderweise sogar Deutsch! Am besten, ihr lernt ein paar Worte Russisch, bevor ihr euren Kirgistan Urlaub durchführt. Das hat uns immerhin ein klein wenig weiter geholfen, wenn auch nur vereinzelt. Ansonsten könnt ihr auch den Google Translator benutzen, das hat bei uns aber leider nur bedingt funktioniert. 

Hat man Netz in Kirgistan?

Wir haben uns direkt am Flughafen SIM-Karte vom Anbieter Beeline für 5 Euro besorgt. Am besten, ihr nehmt euch dafür ein extra Handy mit. So könnt ihr eure eigene SIM-Karte nicht verlieren und habt auch immer ein Ersatz-Handy dabei. Wir hatten in Kirgistan erstaunlich oft Netz, nur an abgelegenen Orten in den Bergen gab es keinen Empfang. Navigiert haben wir mit Maps.me, hierfür ist kein Internet nötig. Oder ihr ladet euch einfach die Karten im Voraus bei Google Maps herunter.

Muss ich Geld wechseln für meinen Kirgistan Urlaub?

Klares Ja! Ich empfehle, einen kleinen Betrag direkt am Flughafen umzutauschen. Der Wechselkurs war in Ordnung. Den besten Wechselkurs bekommt ihr bei offiziellen Banken, wo ihr dann einen größeren Betrag umtauschen könnt. Es gibt auch Wechselstuben, dort ist der Kurs aber sehr schlecht. Kartenzahlung ist in Kirgistan nicht überall möglich, aber doch häufiger verbreitet, als erwartet. Bargeld solltet ihr trotzdem immer dabei haben!

Was isst man in Kirgistan?

Eine unserer liebsten Beschäftigungen auf Reisen: Die einheimische Küche ausprobieren. So natürlich auch im Kirgistan Urlaub. Als Vegetarier werdet ihr wahrscheinlich Probleme haben, denn die Küche ist sehr fleischlastig. Wir fanden das Essen ziemlich lecker und haben schnell unsere Favoriten entdeckt: 

  • Pilaw – Reisgericht mit Gemüse und Fleisch
  • Lagman – Nudeln mit Fleisch und Gemüse in einer leckeren Brühe
  • Manti – Kleine Teigtaschen gefüllt mit Hackfleisch 

Was wir (leider) ebenfalls probiert haben, ist Kumys. Das ist nichts anderes als vergorene Stutenmilch. Ich kann versichern, es ist genauso widerlich, wie es sich anhört. Als Beschreibung des Geschmacks habe ich oft “Jogurt mit Bier” gelesen. Ich persönlich kann den Geschmack nur schwer beschreiben. Ich weiß nur, dass ich froh bin, dieses Getränk nie wieder trinken zu müssen. Überzeugt euch doch aber am besten selbst!

Ein weiteres kirgisisches Getränk ist Kwas. Es wird durch die Gärung von Brot hergestellt. In Bischkek wird es überall in bunten Kanistern angeboten, die bei gut 35 Grad ungekühlt in der Sonne rumstehen. Da unsere Mägen aber ohnehin schon zu kämpfen hatten, haben wir es in unserem Kirgistan Urlaub nicht gewagt, es zu probieren. Ich habe Kwas kurz nach unserer Heimkehr in einem deutschen Supermarkt gefunden und probiert. Es hat geschmeckt wie Malzbier. Ob das originale Kwas in Kirgistan genauso schmeckt, kann ich leider nicht beurteilen.

Ist Kirgistan ein sicheres Reiseland?

Wie oft mussten wir uns vor unserem Kirgistan Urlaub vor Freunden und Verwandten bezüglich der Sicherheit in Kirgistan rechtfertigen. Immer wieder fielen Sätze wie “Herrscht da kein Krieg?” oder “In ein Land mit einer solchen politischen Situation würde ich nicht reisen wollen.” Zunächst einmal: Nein, in Kirgistan herrscht kein Krieg, auch wenn das Land auf “-stan” endet. Was die politische Situation betrifft: Ja, es gibt immer wieder Auseinandersetzungen mit dem Nachbarland Tadschikistan. Hätten wir allerdings Urlaub in beliebten Urlaubsländern wie der Türkei oder Ägypten gemacht, hätte sich wohl aber niemand um die politische Situation im Land Gedanken gemacht (und die ist mindestens genauso instabil). Wir haben uns in Kirgistan immer sicher gefühlt. Augen und Ohren solltet ihr natürlich, wie überall, immer offen halten. Das Grenzgebiet zu Tadschikistan solltet ihr meiden. Wir waren ausschließlich im Norden unterwegs und haben dort keine schlechten Erfahrungen gemacht. Informiert euch vor einer Reise grundsätzlich immer auf der Internetseite des Auswärtigen Amts. 


Gastautorin Lena

Lena (Gastbloggerin)

Wenn Lena reist, darf eines nicht fehlen: die Wanderschuhe. Denn Road Trips, Camping und vor allem Mehrtageswanderungen sind ihre Leidenschaft! Ganz nach dem Motto “Am besten entdeckt man ein Land zu Fuß”. Geht es erstmal in die Natur, darf es für Lena beispielsweise beim Rafting auch gern den einen oder anderen Adrenalinkick geben. Damit die Outdoor Sehnsucht gar nicht erst zu groß wird, schiebt Lena bis zum nächsten großen Urlaub auch gern Wochenendtrips innerhalb Deutschlands ein. 

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