Reisen, Sabbatical

Sabbatical Interview: Gereist, in Argentinien verliebt, Job gekündigt

Magdalena ist 24 Jahre alt und wie es in dem Alter so vielen geht, war sie nicht so recht zufrieden mit sich selbst. Selbstbewusster wollte sie werden. Sie begann Ratgeber zu lesen, sich mit sich selbst auseinander zu setzten. Dann kam ein Einschnitt in ihrem Lebe, doch zeitgleich tat sich eine Chance auf.  Sie zögerte nicht lang, packte diese und ging auf große Reise. Wie sie diese Auszeit verändert hat und warum sie ihren Wohnsitz nun nach Argentinien verlegt, dass erzählt sie dir hier im Interview. 

 

Frage 1: Wie kam es zu der Idee ein Sabbatical zu machen?

Ende 2015 habe ich mich mit einer Freundin unterhalten und wir stellten fest, dass ich absolut kein Selbstbewusstsein hatte. Daran wollte ich unbedingt etwas ändern. Ich begann Bücher zu lesen, Videos zu Persönlichkeitsentwicklung zu schauen und mich generell intensiver mit dem Thema auseinanderzusetzen. Dadurch fing ich an, mich zu verändern und lernte, mich und mein Leben, so wie es ist, zu akzeptieren. Im darauffolgenden Januar, direkt in meiner heißen Veränderungsphase, trennte sich mein damaliger Freund von mir. Natürlich war ich traurig und bin in ein Loch gefallen. Doch schon nach kurzer Zeit ging es mir wieder besser. Ich habe gemerkt, dass mein Leben super ist, ich machen kann was ich möchte und ich mich mit niemandem absprechen muss. Mir wurde klar, dass mich die Beziehung eingeschränkt hatte.

Kurz vor der Trennung erzählte mir eine Freundin, dass sie ihren Job gekündigt hatte und auf Reisen gehen wollte. Nach der Trennung schrieb ich ihr: „Nimmst du mich mit?“ Und aus diesem einfachen, im Spaß geschriebenen Satz wurde dann Wirklichkeit.

 

Frage 2: Wie lange vorher hast du das Sabbatical bei deinem Arbeitgeber angekündigt?

Ich ging im Februar 2016 zu meinem Chef und fragte, ob ich sechs Monate unbezahlten Urlaub haben könne. Er meinte, dass es in ein bis zwei Jahren vielleicht besser wäre und dass sich die Firma im kommenden Jahr total verändern würde. Niedergeschlagen ging ich aus dem Gespräch. Ein bis zwei Wochen später bin ich allerdings wieder auf ihn zugegangen und sagte, dass es mir Ernst sei und ich gerne im Oktober/November desselben Jahres gehen wolle. Er willigte schließlich doch ein. Bis alles mit der Personalabteilung geregelt war und ich die finale Unterschrift hatte, war es dann September. Ganze sieben Monate hat es gedauert, aber es hat geklappt!

Das PASSENGER X Sabbatical Interview mit Magdalena_Fidschi

Frage 3: Wann und wie lange hast du dein Sabbatical genommen?

Mit zwei Wochen Resturlaub ging es am 13. Oktober 2016 los. Das Sabbatical begann offiziell im November. Ende April 2017 kehrte ich zurück.

 

Frage 4: Wo warst du überall und was waren deine Highlights?

Ich war in vielen Ländern, da meine Lust auf das Reisen wirklich groß war. Es war die erste große Reise für mich. Ich startete in Namibia, dann ging es weiter nach Südafrika, Sansibar und ein paar Tage nach Dubai, wo ich dem dortigen Treiben zuschauen konnte. Dann war Asien an der Reihe: Thailand, Myanmar, Malaysia und Indonesien. Weiter ging es auf die Fidschi Inseln und Neuseeland. Abgeschlossen habe ich die Reise in Argentinien, Kolumbien und einem Überraschungsbesuch bei meiner besten Freundin in London. Insgesamt war ich also in 13 Ländern.

Meine Highlights waren der Lionshead in Kapstadt. Dort kann man auf der einen Seite den Sonnenuntergang beobachten, sich umdrehen und auf der anderen Seite beobachten, wie die Lichter in der ganzen Stadt angehen.

Ein weiteres Highlight war El Calafate, Patagonien im Süden Argentiniens. Die Stadt liegt am Lago Argentino, einem See, welcher je nach Sonnenlicht
die Farbe ändert. Auf der einen Seite sieht man schneebedeckte Berge, etwas weiter viele Hügel und die patagonische Steppe. Hinter der Stadt liegen die Calafate Mountains mit tollen Felsen zum Bouldern Wenn man diese erklimmt, hat man auf der einen Seite einen atemberaubenden Ausblick über Calafate und auf der anderen nach Chile.

Auch Gili Meno in Indonesien war super toll! Nicht so überlaufen, super schöne Strände und sehr nette Menschen. Man kann hervorragend schnorcheln gehen und es gibt viele kleine Restaurants am Strand. Sehr zu empfehlen.

Am besten hat mir Südamerika gefallen. Der Unterschied der Kultur(en) zu Deutschland, die aufgeschlossenen Menschen, welche sehr hilfsbereit und
zuvorkommend sind und sich recht wenig aus Geld machen. Sie tanzen viel und genießen das Leben. Das hat mir super gefallen.

Das PASSENGER X Sabbatical Interview mit Magdalena _Neuseeland

Frage 5: Was hat dich das Sabbatical gekostet?

Insgesamt hat mich die Reise ca. 10.000 Euro gekostet. Die Hälfte davon war ausschließlich für die Flüge.

 

Frage 6: Was hat sich nach dem Sabbatical für dich verändert?

An Argentinien, die Menschen, die Kultur, habe ich mein Herz verloren. Deswegen habe ich auch meinen Arbeitsvertrag in Deutschland gekündigt, um dorthin auf unbestimmte Zeit zurückzukehren.

 

Frage 7: Würdest du es wieder tun?

Auf jeden Fall! Ich möchte jedem ans Herz legen, zu reisen. Es verändert einen (ausschließlich positiv) und man nimmt einen ganzen Koffer voller Erfahrungen mit. Die kann einem keiner mehr nehmen. Also ganz klares JA!

Das PASSENGER X Interview mit Magdalena_ Perito Moreno Gletscher in El Calafate Argentinien

Letzte Frage: Hast du einen Tipp für die, die noch überlegen, ob sie ein Sabbatical machen sollen?

Hör auf dein Herz, das weiß den Weg. Für jedes Problem gibt es mindestens drei Lösungen. Plane deine Träume im Kopf und trickse dein Gehirn aus. Das weiß nämlich irgendwann nicht mehr, ob es nur ein Traum oder Wirklichkeit ist. Just do it! Denke an dich und deine Gesundheit. An das, was dich glücklich macht.

 

Magdalenas Sabbatical im Überblick:

Dauer Sabbatical:
6 Monate

Regelung mit dem Arbeitgeber:
unbezahlter Urlaub

Kosten Sabbatical:
10.000 Euro Reisekosten, Wohnung gekündigt, Versicherungen pausiert

Reiseziele: Namibia, Südafrika, Sansibar, Dubai, Thailand, Myanmar, Malaysia, Indonesien, Fidschi Inseln und Neuseeland, Argentinien, Kolumbien und London.

Wenn du Lust hast mehr von Magdalenas Abenteuern zu erfahren, dann ist ihr Blog die richtige Adresse für dich.

 

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10 Kommentare

  1. Saskia

    30. Mai 2017 at 9:26

    Tolles Interview!

    Ich finde sowas immer sehr mutig! Das man den Job kündigt um zu Reisen… Aber das Leben ist kurz und
    wenn die Möglichkeit besteht sollte man es auf jeden Fall durchziehen. Man erlebt schöne und nicht so schöne Dinge was man „zu Hause“ nie mitbekommen würde.

    Gruß

    Saskia

    1. Magdalena

      4. November 2017 at 0:10

      Liebe Saskia,
      da hast du Recht! Das Leben ist zu kurz um alles auf Morgen zu verschieben!
      Liebe Grüße,
      Magdalena

  2. Michaela

    26. Mai 2017 at 20:07

    Schönes Interview. Da ich selbst ja auch schon seit einem Jahr und acht Monaten am Reisen bin, kann ich es nur bestätigen, dass man sich durchs Reisen verändert – und ich würde behaupten ausschließlich zum Positiven 🙂
    Liebe Grüße aus Peru,
    Michaela

    1. Magdalena

      4. November 2017 at 0:11

      Liebe Michaela,
      ich bin auch davon überzeugt dass man sich beim Reisen ausschließlich zum Positiven verändern kann. Eine schöne Vorstellung. 🙂
      Grüße aus Argentinien,
      Magdalena

  3. scarlet the red

    24. Mai 2017 at 10:35

    Wow, was für eine Reise! Klingt echt super! Irgendwie träumen ja eine ganze Menge Menschen davon mal länger zu verreisen, immer wieder schön davon zu hören oder zu lesen, wenn sich jemand diesen Traum erfüllt!
    LG scarlet (von https://scarlettheredsite.wordpress.com/ )

    1. Magdalena

      4. November 2017 at 0:14

      Hallo Scarlet,
      das stimmt, viele sprechen davon aber ziehen es nicht durch. Ich wünsche es einfach allen, dass sie diese Erfahrung machen können!
      Grüße,
      Magdalena

  4. Monika und Petar Fuchs

    24. Mai 2017 at 10:24

    Wie sehr das Reisen einen verändert, kenne ich aus eigener Erfahrung. Ich kann mich noch sehr gut an meine erste Reise über den großen Teich erinnern. Da war ich drei Monate allein unterwegs und bin als neuer Mensch zurück gekommen. Das war zwar nicht meine erste Reise, aber diejenige, die mich dazu veranlasste, das Reisen zu meinem Lebensinhalt zu machen.

    1. Magdalena

      4. November 2017 at 0:15

      Hallo,
      es ist so schön zu hören dass es noch mehr Menschen gibt die das erlebt haben. Diese Veränderung und Erfahrungen kann einem auch keiner mehr nehmen. Alles Gute!
      VG,
      Magdalena

  5. Christiane

    24. Mai 2017 at 10:06

    „Plane deine Träume im Kopf und trickse dein Gehirn aus. Das weiß nämlich irgendwann nicht mehr, ob es nur ein Traum oder Wirklichkeit ist. “ – haha, der Hammer! Du hast so Recht, Magdalena.
    Wir sind jetzt seit reichlich einer Woche zurück in Deutschland nach 13 Monaten in Lateinamerika und ich komme mir manchmal vor als ob ich alles nur geträumt hätte. Dann merke ich wieder wie anders ich über vieles denke und weiß sofort, dass dem nicht so ist 🙂
    Toi toi toi für Deine Zukunft! Wir kommen nach 🙂

    1. Magdalena

      4. November 2017 at 0:17

      Hallo Christiane,
      sehr cool!! Wie schön dass man sich doch an die Bilder und die ganzen Erfahrungen erinnern kann. 🙂 Alles Gute euch und eine gute Wiederausreise 😉
      Liebe Grüße,
      Magdalena

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