Reisen, Sabbatical

Sabbatical Interview mit Daniela, die drei Monate bezahlt durch Italien reiste

Daniela von Sinne und Reisen ist bereits vor 10 Jahren in ein dreimonatiges Sabbatical gestartet. Damit war sie ihrer Zeit ein wenig voraus. Heute sind Sabbaticals in vielen Unternehmen Thema, vor zehn Jahren war davon in Deutschland noch keine Sprache. Doch ein langweiliger Job und der sehnsüchtige Wunsch durch Italien zu reisen, waren Grund genug, die Regelungen für eine Auszeit einfach selbst runter zu schreiben. Wie die aussah und warum sie nur jedem raten kann, ein Sabbatical zu machen verrät sie heute im Interview.

 

Frage 1: Wie kam die Idee ein Sabbatical zu machen?

Als die Idee zu meinem Sabbatical aufkam, war ich unzufrieden mit meinem Job. Ich hatte dort ca. 4 Jahre gearbeitet und mich langweilte irgendwie alles. Ich hatte Lust auf was Neues, ein neuer Job war allerdings nicht in Sicht und so kam irgendwann die Idee auf, meine Liebe zu Italien mit einer kleinen Auszeit zu kombinieren.

Frage 2: Wie lange vorher hast du das Sabbatical bei deinem Arbeitgeber angekündigt und wie hat man dort reagiert?

Puh, ich kann mich gar nicht mehr so genau erinnern. Das Ganze ist jetzt schon gut 10 Jahre her und damals waren Sabbaticals auch noch gar nicht populär. Ich hatte meinem Arbeitgeber ungefähr ein halbes Jahr vorher Bescheid gegeben bzw. mit ihm gesprochen. Ich war die Erste im Unternehmen, die Auszeit nehmen wollte, daher gab es Vorbehalte. So nach dem Motto „Wenn jetzt einer ankommt, dann wollen das alle machen.“ Ich wurde auch zunächst etwas ungläubig angeschaut. „Was wollen Sie machen? Sowas kennen wir ja gar nicht.“ Mein Unternehmen war sogar so unerfahren damit, dass ich selbst alle Informationen zusammengesucht habe und für meinem Vorgesetzten auch einen konkreten Vorschlag für einen Vertrag, der diese Zeit regelte, aufgesetzt habe. Dieser wurde genauso übernommen. Mein Vorteil war vielleicht auch, dass ich als Assistentin des Geschäftsführers einen direkten Draht zur Geschäftsführung hatte. Da wir uns ansonsten ganz gut verstanden haben, musste ich dann doch nicht mehr so viel Überredungskunst anwenden.

Frage 3: Wann und wie lange hast du dein Sabbatical genommen?

Wie gesagt, ist mein Sabbatical nun schon gute 10 Jahre her. Damals war ich 30 und empfand dies als genau die richtige Zeit, um mal auszusteigen und den Job Job sein zu lassen. Meine Auszeit ging über drei Monate. Ich hatte mit meinem Arbeitgeber eine extra Vereinbarung geschlossen, die besagte, dass ich für ca. ein dreiviertel Jahr Teilzeit angestellt war und dementsprechend bezahlt wurde. Faktisch habe ich aber weiterhin Vollzeit gearbeitet und konnte so die gesammelten Überstunden plus meinem Jahresurlaub für das Sabbatical ansammeln. Ich erhielt also auch während meiner Auszeit mein Teilzeitgehalt weiter und stieg nach meiner Rückkehr wieder mit meinem Vollzeitgehalt ein.

Frage 4: Wo warst du überall und was waren deine Highlights?

Damals stand für mich gar nicht im Vordergrund, möglichst viel von der Welt zu sehen, sondern vielmehr mal rauszukommen. Daher habe ich mich größtenteils in Italien aufgehalten und am meisten davon auf Sizilien. Ich kannte Sizilien schon von einigen Urlauben und wollte unbedingt wieder dorthin zurück. Wer auch einmal auf Sizilien war, kann mich vielleicht verstehen. Eine wahnsinnig schöne Insel, die mich sofort in ihren Bann gezogen hatte. Und da ich Italien ja sowieso mochte, „musste“ ich dort eben hin. Ich bin zunächst für zwei Wochen in eine Sprachschule gegangen, um mein Italienisch aufzupeppen und war danach als Reisebegleitung mit unterschiedlichen Reisegruppen unterwegs. Zwischen den einzelnen Reisen, bin ich immer wieder nach Hause gekommen. So bin ich dann nicht nur in Italien gewesen, sondern auch auf den griechischen Inseln Rhodos und Kreta. Mein absolutes Highlight waren allerdings meine Aufenthalte auf Sizilien.

Frage 5: Was hat dich das Sabbatical gekostet?

Das ist schwierig, daran kann ich mich gar nicht mehr erinnern. Im Nachhinein gesehen hätte ich aber gerne noch früher mit den Planungen angefangen, um noch mehr Geld zu sparen und zur Verfügung zu haben. Meine Verpflichtungen in Deutschland liefen ja weiter, vor allem ja auch, weil ich immer wieder zurückgekehrt bin. Ich hatte zwar mein Teilzeitgehalt, aber das finanzierte ja auch meine Reisen.

Frage 6: Was hat sich nach dem Sabbatical für dich verändert?

Die Zeit danach war erst einmal schwer, da es wieder in den weniger „geliebten“ Job ging. Einige Monate danach hatte ich einen anderen Job gefunden, der mir mehr Spaß machte und der mehr zu mir passte. Das Sabbatical hat mich insofern verändert, als dass danach weniger Angst vor Neuem hatte. Ich bin heute aufgeschlossener, unabhängiger geworden und mache Dinge einfach. Ich überlege nicht mehr so lange.

Frage 7: Würdest du es wieder tun?

Unbedingt! Ohne Nachzudenken. 😉

Letzte Frage: Hast du einen Tipp für die, die noch überlegen, ob sie ein Sabbatical machen sollen?

Einfach machen. Es gibt nichts, was dich aufhält, außer dir selbst. Wenn du etwas unbedingt machen möchtest, dann mache es. Es wird IMMER Wege geben, die dich deinen Wünschen nahebringen. IMMER.

Es ist auch nicht nötig, deinen Job zu kündigen. Wenn du deinem Arbeitgeber gute Argumente lieferst, die auch ihm nutzen, dann lässt er bestimmt mit sich reden. Ansonsten gibt es bestimmt auch ein Leben nach deinem aktuellen Job, wenn du ihn für ein Sabbatical kündigen möchtest. Manchmal ergeben sich neue Wege auch erst dann, wenn wir die alten verlassen. Nur Mut, es lohnt sich so oder so.

 

Dauer Sabbatical: 3 Monate

Regelung Arbeitgeber: 9 Monate Vollzeit arbeiten zu 75% Gehalt, dafür in den drei freien Monaten auch 75% Gehalt

Reiseziele: hauptsächlich Italien mit Schwerpunkt Sizilien, aber auch Griechenland

 

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Dort erzählt sie euch, wie sie auf Reisen versucht ihr Bedürfnis nach Ruhe und Entspannung in Einklang mit ihrer Neugier auf fremde Länder zu bringen.

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1 Kommentar

  1. 10 Gründe, warum du Italien lieben wirst | Sinne und Reisen

    27. Mai 2017 at 23:21

    […] Wenn du mehr über mein Sabbatical auf Sizilien erfahren möchtest, kann ich dir auch mein Interview bei Passenger X ans Herz […]

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