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Surfer Paradies Peru – Wie ich in Lima zum Surfer Girl wurde

Als ich an meine Südamerika Reise und Peru gedacht habe, ist mir nicht in den Sinn gekommen, dass ich ausgerechnet hier Wellenreiten werde. Dabei ist Peru ein wahrer Surfer Hotspot, hier gibt es die längsten Wellen der Welt und sogar in der Hauptstadt Lima eignet sich die Küste hervorragend zum surfen. So haben am Playa Makaha diverse Surfschulen ihre Zelte aufgebaut und warten darauf, willigen Touristen das Vergnügen näher zu bringen.

Sufen in Lima? Ja das geht und PASSENGER X verrät euch, warum sie diesen diesen Ort liebt.

Foto: Anastasia Hofman

Nur ich und das Surfen, wir sind irgendwie bisher nicht so wirklich Freunde geworden.Vor gut zwei Jahren war ich in einem Surf & Yoga Retreat Urlaub. Das war richtig klasse gemacht. Früh morgens gab es eine Yogastunde, anschließend fantastisches Frühstück und dann ging es in der Gruppe mit zwei Lehrern zum Strand. Dort wurde das Surfen bis zur Erschöpfung geübt. Am Nachmittag wieder zurück zur Villa, bevor am Abend erst noch eine Yogastunde folgte, bevor der Surflehrer unsere Tagesleistung per Video mit uns auswertete und Tipps zur Verbesserung gab. Eine Woche lang ging das so. Man sollte meinen, dass man am Ende einer solchen Woche sicher auf den Wellen reiten würde. Für ein paar aus der Gruppe galt das. Mein Held war sogar schon von den kleinen Wellen, die der Surflehrer für uns aussuchte, gelangweilt und suchte sich eigenständig größere. Und ich? Ich war nach vier Tagen fix und fertig und genervt. Mich ständig von den Wellen durchspülen zu lassen und dann vom Strand aus wieder reinzukämpfen, hat mir alle Kraft und Motivation geraubt.

Damals habe ich mir gesagt: das ist einfach nicht mein Sport. Und trotzdem liege ich hier in Lima wieder auf dem Brett. 

Mein Körper gehüllt in Neopren, das Haar in Meereswasser getränkt und neben mir Carlos, mein hochmotivierter Surflehrer. Aber wieso? Ich hatte dem Surfen doch good bye gesagt. Tja, mein Held gehört zu diesen Typen, die alle Sportarten lieben, besonders die Brettsportarten und so fand er das Surfen in Portugal dermaßen toll, dass er unbedingt wieder auf’s Surfbrett will. Mitte Februar werden wir uns in Bogota treffen und von dort aus unseren Road Trip durch Kolumbien starten. Als erstes geht es an die Küste im Norden, die, man mag es kaum glauben, wunderbar zum Surfen geeignet ist. Und da ich es unfassbar langweilig finde, tagelang nur am Stand rumzuliegen, dachte ich mir, gebe ich dem Surfen noch eine Chance. Und außerdem, mal ganz ehrlich:

Wir Mädels wären doch alle gern ein bisschen Surfergirl. Oder?

Sufen in Lima? Ja das geht und PASSENGER X verrät euch, warum sie diesen diesen Ort liebt.

Foto: Remi Bedora

Eine von denen, deren Haar von dem Salzwasser und der Sonne ausgeblichen ist, deren Gesicht diesen tollen Teint hat und die mit dem Surfbrett unterm Arm einfach enorm lässig aussieht. Ja, zumindest ich finde diese Vorstellung cool. Also liege ich hier in Lima auf dem Surfbrett und warte darauf, dass Carlos „paddle“ ruft. Dann rudere ich mit meinem Armen so kräftig ich nur kann, versuche Geschwindigkeit aufzubauen, bis er ruft „Stand up“. Arme an die Taille, Oberkörper hochdrücken, linken Fuß anziehen, in einem Schwung aufstehen und den vorderen Fuß richtig positionieren. Tief in die Knie gehen, die Hände in Position und immer nach vorn schauen.

Wusch… zu spät, die Welle spült mich vom Board.

Ich tauche unter, salziges Wasser läuft durch meine Nase und mein Board taucht einen Meter weiter wieder auf. Ich war mal wieder nicht schnell genug in Position.

Sufen in Lima? Ja das geht und PASSENGER X verrät euch, warum sie diesen diesen Ort liebt.

Carlos wird gleich wieder sagen, ich solle das Wasser nicht immer trinken. Schon klar Carlos, ich würde das auch gern nicht machen, aber das passiert alles viel zu schnell und ich habe irgendwie einfach gar keine Kontrolle. Ich kämpfe mich zurück auf’s Board und paddele weiter auf’s Meer raus, da wartet er auf mich. „Deine Knie, achte darauf tiefer in die Knie zu gehen.“ Ja, ich weiß das, aber mein Körper ist einfach überfordert. Ich verliere so langsam die Energie, während seine Motivation fast zu steigen scheint. Ein bisschen ausruhen bitte, nur ein bisschen. Ich liege wie scheintot auf dem Board und versuche mich zu erinnern, warum ich das nochmal mache.

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Ach ja, mein Held und seine Leidenschaft. Und dieser coole Surfer Girl Look. Und da ist noch ein anderer Grund: ich liebe das Meer. Ich schwimme gern, ich tauche und der Wal, da bin ich mir sicher, ist mein Krafttier. Ich finde das Meer einfach einen unfassbar faszinierenden und schönen Ort. Also würde ich gern auch beim Surfen mit ihm Freund sein.

Nagut, also das sind doch genug Gründe, weiter zu machen. 

Noch ein paar Mal werde ich mein Bestes geben, wenn Carlos meint, die nächste Welle sei perfekt für mich und ein paar mal werde ich kurz stehen, aber das Gefühl von Kontrolle habe ich an diesem Tag nicht.

Sufen in Lima? Ja das geht und PASSENGER X verrät euch, warum sie diesen diesen Ort liebt.

Foto: Teddy Kelly

Zwei Tage später: ich will es noch einmal wissen. 

2017 bin ich zum ersten Mal einen Halbmarathon gelaufen und obwohl mir joggen schon immer Spaß gemacht hat, hat mich das Training ganz schöne Qualen gekostet. Schlussendlich hat es mich aber fit genug gemacht, um den Lauf nicht nur zu überstehen, sondern sogar eine ganz passable Zeit zu laufen und in den Tagen danach nicht einmal doll Muskelkater zu haben. Wieso diese Anekdote vom Joggen? Weil ich eines in der Trainingszeit gelernt habe: es braucht eine gewisse Regelmäßigkeit und im richtigen Moment auch Pausen, um sich ernsthaft steigern zu können. Wenn man das richtig macht, springt die eigene Kondition sogar direkt mehrere Stufen. Was für’s Joggen gilt, gilt eigentlich für jeden Sport und so dachte ich, wird das wohl auch für’s Surfen sein. Also habe ich einen Tag Pause eingelegt und diesen Tag genutzt, den Ablauf des Aufstehens auf dem Board zu verinnerlichen. Dann, noch einen Tag später, bin ich wieder am Playa Makaha.

Und dieses Mal stehe ich – ja ich surfe.

Und zwar jede Welle. Die sind noch sehr klein und auch nicht besonders schnell und meine Haltung ist noch weit weg von „perfekt“, aber ich stehe. Wenn ich stürze, dann kontrolliert, weil ich nicht bis zum Strand rausgleiten möchte. Und dann ist er da: der Spaßfaktor. Wenn es nur noch halb so anstrengend scheint, man auf dem Brett steht und die Welle so klein sie auch sein mag, surft, dann gibt es ein Hochgefühl, das es wert ist, durchgespült zu werden.

Wer hätte es gedacht, in Peru habe ich doch tatsächlich den Gefallen am Surfen gefunden. 

Dafür brauchte es den richtigen Strand, die richtige Stimmung, einen guten Lehrer und eine gute Portion Motivation. Aber jetzt, endlich, fühle ich mich ein bisschen wie ein Surfergirl, lach. Und Kolumbien kann kommen. Mein lieber Held, ich werde mir auch ein Board schnappen und du wirst staunen.

PASSENGER X verrät dir, warum Peru das richtige Land ist, um endlich surfen zu lernen.

 

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4 Kommentare

  1. Diana

    4. Februar 2018 at 15:59

    Liebe Nicole,
    was für eine schöne Beschreibung. Bei vielen Dingen gehört ja etwas Durchhalten, wieder Versuchen und auch die Pausen dazu. Das hast Du fürs Surfen schöne beschrieben. ich bin gespannt, was Dein Held sagst, wenn Du neben ihm hinauspaddelst!
    LG Diana

  2. Saskia

    31. Januar 2018 at 0:26

    Hallo Nicole,

    ich kann dich verstehen, ich hatte mit Surfen bisher nichts am Hut und habe die gedacht das mir das Spaß bringen würde. Meine erste Surfstunde hatte ich letztes Jahr in Nicaragua. Ein absoluter Geheimtipp gerade für Surfer! Nicht soooooo viel los, tolle Wellen, schönes Wasser! Perfekt geeignet für Anfänger!

    Allerdings muss ich Monika Recht geben, dass ich Peru mit Surfen nie in Verbindung gebracht hätte…. 😀 Aber „good to know“
    Vielleicht schaffe ich es auch wieder aufs „Brett“

    Liebe Grüße

    Saskia

  3. Anke

    30. Januar 2018 at 20:08

    Hey Nicole – echt krass. Lima war bei unserem Besuch im August 2014 nur grau und kalt, genauso auch weiter unten im Süden bei den Islas Ballestas. Ich wusste absolut nicht, dass man dort auch surfen kann! Man lernt eben nie aus! LG Anke

  4. Monika und Petar

    30. Januar 2018 at 17:58

    Wenn ich an Peru denke, dann kommen mir eher die Anden, Macchu Picchu, der Titicaca-See und Städte wie Lima oder Cusco in den Sinn. Mit Surfen hätte ich Peru auch nicht in Verbindung gebracht. Hut ab, dass Du es geschafft hast.
    Liebe Grüße,
    Monika

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