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Packliste Grönland – welche Klamotten du im Sommer wirklich im brauchst

Grönland ist die größte Insel der Welt. Klingt nach Sonne, Strand und Palmen. Halt, aufhören zu träumen. Ich sagte Grönland. Nichts mit Palmen. Das bizarre Land ist dafür bekannt, monatelang komplett im Eis zu versinken. Wen wundert’s, es gehört ja zur Arktis. Aber keine Sorge, deshalb musst du deine Reisepläne nicht verwerfen, denn die besiedelten Küstengebiete sind in den Sommermonaten landseitig größtenteils eisfrei und per Schiff oder Flugzeug gut erreichbar.

Das habe ich nicht nur gelesen, sondern auch selbst erlebt.

Fast den ganzen August bin ich durch den Westen und Süden Grönlands getourt. Habe wüstenartige Gegenden aber auch den Eisfjord gesehen. Bin Moschusochsen, Schneehasen und Buckelwalen begegnet. Das war eine fantastische Zeit und definitiv eine der coolsten Reisen, die ich bisher unternommen habe.

Packliste Grönland, Eisfjord in Ilulissat, Aufnahme von CicoBerlin

Vor der Reise habe ich mich lange gefragt, was ich denn nun eigentlich einpacken soll. Bei dem Gedanken an das ewige Inlandeis habe ich schon im heimischen Wohnzimmer gefroren. Der Blick in die Wetter-App prophezeite tagsüber jedoch bis zu 20 Grad, nachts allerdings nur 4. Außerdem schwankten die Vorhersagen je nach Region stark. Oh man oh man, was packt man denn da nur ein? Ein großes Fragezeichen tat sich auf meiner Stirn auf.

Ich vermute, dir geht es vor deiner Grönland-Reise ähnlich. Darum habe ich mir nach meiner Reise noch einmal meinen Backpack-Inhalt angeschaut. Aussortiert, was ich nicht gebraucht habe und überlegt, was mir gefehlt hat. So kann ich dir die Frage nun beantworten und verraten,

wie deine „Packliste Grönland“ aussehen sollte.

 

Drei wichtige Fragen solltest du dir vorab stellen:

  1. Zu welcher Jahreszeit reise ich?
  2. In welche Region reise ich?
  3. Wie oder wieso reise ich?

 

1. Die Jahreszeit

Meine Hinweise gelten für den Sommer. Der arktische Sommer ist zwar noch bei weitem nicht so, wie der Sommer in unseren Breitengraden, jedoch trotzdem schneefrei und auch bedeutend wärmer als der Winter. Wer im Winter reist, tut dies vermutlich eh nicht individuell, denn bei bis zu -40 Grad könnte das eine echte Herausforderung werden. Insofern wirst du dann eher von einem Reiseveranstalter betreut werden, der dir auch sagt, wie man sich so dickt einpackt, dass man nicht erfriert. Wenn du im Sommer reist, dann kann ich dich schon einmal beruhigen: Spezialkleidung brauchst du nicht und meine Packhinweise sind genau richtig für dich.

2. Die Region

Die meisten beginnen ihre Grönlandreise mit Kangerlussuaq, was daran liegt, dass dieser Ort den größten Flughafen des Landes beherbergt. Davon abgesehen, lohnt sich Kangerlussuaq auch um Moschusochsen, Rentiere und Schneehasen zu sehen oder auch um eine Tour zum Inlandeis zu unternehmen. Genauso starten hier aber auch viele Wanderer, die sich auf den Artic Circle Trail begeben wollen. Als Start ist der 550-Seelen-Ort auch deshalb zu empfehlen, weil hier das Wetter am beständigsten ist. Im August konnte ich hier sehr gut mit einer leichten Hose und einen dünnen Langarmshirt den Tag verbringen. Abends wird es kühler, da sollte man dann schon einmal eine Fleecejacke dabeihaben.

In Ilulissat, dem touristischsten Spot Grönlands hingegen, sollte deine Packliste für Grönland ein wenig anders aussehen. Der Eisfjord liegt hier und das verraten einem nicht nur die vor der Küste schwimmenden Eisbrocken, sondern auch die Temperaturen. Obwohl ich meist mit Sonne gesegnet war, gab es durchaus auch feuchte Nebeltage. Da war ich dementsprechend froh, neben meiner dünnen Daunenjacke auch einen Schal und eine Mütze dabei zu haben.

Es gilt also: die Region macht den Unterschied. Schau dir den Wetterbericht für deinen Ort vorab an, um deine Kleidung anzupassen. Mache dich zeitgleich aber auch darauf gefasst, dass, ganz gleich wo du bist, es einen riesigen Unterschied macht, ob gerade die Sonne scheint, es ein Nebeltag ist oder vielleicht sogar der Abend beginnt.

Wer für den Westen und Süden möglichst gut gewappnet sein will, der packt bequeme Hosen ein (bspw. Leggings oder Stoffhosen), die sich auch für kleine Wanderungen eignen, T-Shirts, dünne Langarmshirts und auf jeden Fall einen Fleecepullover, eine dünne Daunenjacke sowie Mütze und Schal nicht vergessen. Nur im T-Shirt allein,wirst du eher selten unterwegs sein. Denn auch wenn die Sonne Grönland ordentlich knallen kann, sobald der Wind etwas zunimmt, merkt man die arktische Kühle wieder. Am besten macht sich tatsächlich das Zwiebelprinzip, so kannst du auch mit schwankenden Temperaturen gut umgehen. Mutti’s Tipps helfen eben überall.

Übrigens auch im Süden, in Narasuasaq beispielsweise, habe ich es nicht anders erlebt. Hätte ich vorher noch gedacht, hier die wärmsten Temperaturen vorzufinden, war es doch recht durchwachsen. Und genauso habe ich auf der befürchtet kalten Diskoinsel auch immer mal wieder auf meine Jacke verzichten können. Auch hier mein Vorschlag: Zwiebelprinzip.

Die ultimative Packliste Groenland im Sommer

3. Was du erleben willst

Warum willst du nach Grönland? Willst du Wandern, vielleicht sogar aufs Inlandeis, möchtest du Jagen oder doch eine individuelle Rundreise machen und einfach das Land erleben? Die Frage ist deshalb für die Grönland-Packliste so wichtig, weil du je nachdem, was du vorhast, in verschiedene Regionen kommen und auch unterschiedliche Arten der Fortbewegung wählen wirst. Diese sollten wiederum Einfluss auf deine Kleidung haben.

Wer vor allem lange wandern will, der muss natürlich die richtigen Schuhe und am besten Funktionskleidung mitnehmen.

Da weiß jeder erprobte Wanderer selbst am besten, was er braucht. In Grönland erwarten dich unterschiedliche Untergründe, von wüstenartig trocken über sumpfig bis zu vollkommen vereist. Ich persönlich habe nur Tagestouren von maximal 28 Kilometern gemacht. Dabei ging es hauptsächlich über trockene Flächen und Wege. Eine lange bequeme Hose, ein dünnes langärmliges Baumwollshirt und meine leichte Daunenjacke haben sich auch dafür wieder bewährt. Da ich keine Wanderschuhe besitze, mussten meine Jogging-Turnschuhe herhalten. Das ging wunderbar. Selbst eine kleine geführte Tour zum Inlandeis war so kein Problem.

Die ultimative Packliste Groenland im Sommer

Wenn du vor allem vorhast viele bezahlte Touren zu unternehmen, beispielsweise auch raus aufs Meer, dann pack dich richtig warm ein. Bei einer Abendtour zu den Eisbrocken in Ilulissat friert es einen schnell. Gleiches gilt, wenn du mit dem Boot zum Walewatching auf die Diskoinsel rausfährst. Um dieses Spektakel richtig genießen zu können, sollten zu deinen langen Klamotten und der Daunenjacke auf jeden Fall auch noch ein Windbraker-/Softshell-Jacke, dicke Socken, Schal, Mütze und auch Handschuhe dazu kommen. Du willst ja nicht frierend unter Deck sitzen, während alle anderen den Wal vor den Eisbrocken bei Sonnenuntergang bestaunen.

Die ganz hart gesottenen übernachten sogar auf dem Inlandeis, auch hierzu gibt es Touren. Das geht dann nicht mehr ohne spezielle Kleidung und Spikes an den Schuhen. Dazu beraten dich aber die Tourenanbieter umfangreich.

Meine Packliste Grönland für eine 2 – 3 wöchige Individualreise inkl. Touren

Wenn du nun weißt, wohin genau und wieso du Grönland bereisen willst, sowie einen Blick auf die Wettervorhersage geworfen hast, dann sollte dir das Packen nun deutlich leichter fallen. Damit aber auch die letzten Zweifel beseitigt werden, kannst du dir hier meine Packliste für eine 3-wöchige Individualreise im Osten und Süden Grönlands inkl. Bootstouren, Eisfjord, Diskoinsel und kurzem Inlandseis-Besuch herunterladen.

Dann mal viel Spaß bei der Vorbereitung auf dein Grönland-Abenteuer! Wenn du deine Vorfreude noch weiter steigern willst, schau doch auch hier rein: 

Weitere Grönland Artikel:

Grönland selber buchen Teil 1: Was du zu Reisezeiten, Flugrouten und Ernährung wissen solltest

Grönland selber buchen Teil 2: Empfehlungen für Orte, Unterkünfte und Touren

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Der schönste Ort in Grönland: wo Schlittenhunde heulen und Eisberge krachen (Ilulissat)

Warum Grönland wirklich langweilig ist – ein Bericht aus Kangerlussuaq

Grönland Videos:

Grönland Vlog 01 – Abenteuer Inlandeis Tour (Kangerlussuaq)

Grönland Vlog 02: Abenteuer pur! Mit dem Helikopter zum Eqi Gletscher.

Grönland Vlog 03: Eine fast gefährliche Buckelwal Begegnung

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Die ultimative Packliste für Grönland im Sommer von CicoBerlin

11 Kommentare

  1. Jessica

    23. Oktober 2016 at 22:10

    Grönland stand gar nicht auf meiner Liste und ich glaube das muss ich nun (auch wegen der tollen Fotos) ändern. Ein toller Artikel, der mir dann vielleicht auch mal die Reise erleichtert.

    Liebe Grüße
    Jessica

  2. Stephie

    20. Oktober 2016 at 13:53

    Mich friert es grad ein wenig und das seitdem ich den Satz mit der Wintertemperatur gelesen. Bis zu -40 Grad? Wtf….. Das kann ich mir grad so gar nicht vorstellen. Ich habe nun grad auf Borneo das totale Gegenteil und eher bis zu +40 Grad. Aber deine Bilder sind so fantastisch, dass du mich schon ein wenig neugierig gemacht hast. Wer weiss, vielleicht trau ich nir dann auch wieder Muetze und Schal zu.

    1. cicoberlin

      20. Oktober 2016 at 15:21

      Liebe Stephie,

      oja, im Gegensatz zu deinen +40 Grad auf Borneo ist das wohl zum Frieren, aber wenn man im Sommer in Grönland unterwegs ist, erlebt man auch keine Minusgrade. Glaube mir, dass ist viel wärmer, als man glauben würde. Und es ist einfach wunderschön. So ganz anders, das viele Eis und die moosige Landschaft, das sieht schon wirklich irre aus. In den nächsten Wochen werde ich auch ein paar Videos hochladen, wer weiß, vielleicht wandert dann Grönland auch auf deiner Zielliste nach oben;)

      Liebe Grüße
      Nicole

  3. Daniela

    19. Oktober 2016 at 21:29

    Bei Lesen habe ich gedanklich schon mal meinen Rucksack gepackt. -40 Grad würden mich auch mal reizen. Da hat man dann anschließend richtig was zu erzählen und der Berliner Winter kommt einem nur noch halb so schlimm vor.

    Ich habe einige Jahre in einem Outoorladen gearbeitet und da kamen immer mal wieder Leute, die sich für ihre Grönland- oder Arktisreise warme Kleidung zulegen mussten. Das Schichtenprinzip ist da wohl die beste Wahl und ohne eine Daunenjacke und Thermounterwäsche durfte keiner den Laden verlassen 😉

  4. Janet

    19. Oktober 2016 at 18:50

    Sehr schöner, informativer Artikel! Grönland scheint wirklich eine Reise wert zu sein!
    Liebe Grüße
    Janet

  5. Monika and Petar Fuchs

    18. Oktober 2016 at 19:32

    Die Arktis kann erstaunlich warm sein. Ich habe am Eismeer in Kanada – in Tuktoyaktuk, einem kleinen Inuitdorf an der Beaufort Sea – schon die Kinder im Meer schwimmen sehen. Natürlich geht das nur im Sommer. Wirklich kalt ist es in der Arktis im Sommer gewöhnlich nur, wo Eis in der Nähe ist. Das ist in Grönland natürlich öfter der Fall als am Nordrand Kanadas, wo es keine Gletscher gibt.

    1. cicoberlin

      18. Oktober 2016 at 23:18

      Liebe Monika,
      das ist ja krass, die sind echt drin geschwommen? Naja, wenn man andere Tiefsttemperaturen gewöhnt ist, braucht man für einen echten Sommer auch keine 30 Grad. Ich wäre da zu sehr Frostbäule:)
      LG Nicole

  6. katja

    18. Oktober 2016 at 19:26

    Ahhh, wann hörst du endlich auf mir Grönland 🙂 ich habe Fernweh.

    Übrigens, ich kann ein Bild nicht sehen, geht es nur mir so?

    1. cicoberlin

      18. Oktober 2016 at 23:15

      Liebe Katja,
      da musst du jetzt noch eine Weile durchhalten, denn die echten Highlights kommen sogar erst noch;) Und danke dir für den Hinweis mit dem Bild. Merkwürdig, dass es nach der Veröffentlichung nicht mehr angezeigt wird, ich lad es neu hoch, dann müsste es gehen:)
      LG
      Nicole

  7. Lisa

    18. Oktober 2016 at 16:55

    Ohhhh wir wollen auch unbedingt mach Grönland. Auf jeden Fall richtig cooles Ziel… danke für deine Gedanken, die du nieder geschrieben hast :-*

    1. cicoberlin

      18. Oktober 2016 at 23:16

      Liebe Lisa,
      bitte bitte und ich verrat nicht zu viel, wenn ich dir schonmal sage, dass demnächst auch noch ein paar Videos zu meiner Grönlandreise online gehen, dann kannst du schonmal vorschmecken:)
      LG Nicole

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