Belgien, Europa, Reisen

Reisevorbereitung für Belgien und die Niederlande

Seit zwei Monaten bin ich nun im Sabbatical. Ich muss nicht in Termine, frühstücke mitten in der Woche entspannt um 10 Uhr in einem Café, genieße das Zeit-Haben und vor allem das Reisen. Japan und China habe ich schon bereist. Viele schöne, interessante und auch anstrengende Momente habe ich schon erlebt. Nach einem kurzen Zwischenstopp in der Heimat, geht es nun weiter nach Belgien und anschließend in die Niederlande.

Die Unterkünfte sind schon einmal reserviert, die Reiseführer liegen bereit und auch die Tasche ist gepackt. Zeit einmal drei Worte zur Reisevorbereitung zu verlieren und dir meine Route zu verraten. Außerdem habe ich mir auch  für diese Reise vorgenommen, etwas zu tun, was ich zuvor noch nie getan habe… dazu später mehr.

 

Meine Reisevorbereitung für Belgien und die Niederlande

Die Art des Reisens

In Japan war ich zunächst mit einer Freundin unterwegs, ab Mijayima startete ich zum ersten mal ins Solo-Reisen und bestritt so auch meine China-Reise allein. Auch Belgien und die Niederlande bereise ich größtenteils allein. Denn nur für die letzten fünf Tage bekomme ich Gesellschaft. Das alleine Reisen sehe ich inzwischen sehr entspannt, wer allein als Frau China hinbekommt, der sollte ja wohl in den Beneluxländern keine Probleme haben.

Auch sind die beiden Länder verhältnismäßig klein, was das Weiterreisen vereinfacht. Meist werde ich nicht länger als ein bis zwei Stunden mit der Bahn von Ort zu Ort brauchen. Um mich vor Ort nicht mit dem Kauf von Bahntickets aufhalten zu müssen und weil es sich auch finanziell lohnt, habe ich mir einen Interrail Global Pass für 10 Tage innerhalb eines Monats gekauft. Zwar bereise ich in der Zeit nur zwei Länder und es hätte auch einen Benelux-Pass gegeben, aber nur mit dem Global Pass sind alle meine Reisetage abgedeckt. Stolze 383 Euro hat mich der Spaß gekostet, dafür bin ich sorgenfrei mit der Bahn unterwegs.

Aus der letzten Reise habe ich gelernt, dass das anstrengende am Hostel-Backpack-Reisen das Klamotten zusammenpacken und Weiterziehen ist. Learning für die anstehende Reise: wenn Städte, die ich sehen möchte, in weniger als 2 Stunden zu erreichen sind, habe ich sie als Tagesausflüge eingeplant und die Unterkunft für mehrere Tage in zentraler Lage gebucht, statt für einzelne Nächte weiterzuziehen. Es wird also noch entspannter.

Sprache

Sprachlich muss man sich für Belgien und Niederlande nicht groß vorbereiten. Mit Englisch, meinen minimalen Französischkenntnissen und teils sogar mit Deutsch werde ich wohl schon weit kommen. In Belgien spricht der Norden (die Flamen) einen niederländisch Dialekt (Flämisch), der Süden (die Wallonen) spricht Französisch, ein kleiner Teil an der deutschen Grenze spricht Deutsch und Brüssel ist zweisprachig mit Französisch und Niederländisch unterwegs. Ein niederländisches „Dank u wel“ oder ein flämisches „Goedendag“ werde ich mir aber noch antrainieren, ein paar Basics schaden nie.

Übernachtungen

In Europa zu Reisen ist nicht gerade günstig. Deshalb sind Hotels dieses Mal nicht für mich drin. Meine Nächte werde ich also vor allem in Mehrbettzimmern verbringen. Nur die letzten fünf Übernachtungen geht es mit einer Ferienwohnung und einem Hausboot etwas luxuriöser zu.

Neu für mich: Ich möchte zum ersten mal Couchsurfing ausprobieren. Die Community, über die Locals ihre Couch fremden Reisenden kostenlos anbieten und ggf. auch ein bisschen Zeit mit ihnen verbringen. Warum sie das machen? Lust am Leute kennenlernen und Reisegeschichten teilen ist wohl der größte Antreiber. Ja: einige, vor allem die männlichen Communitymitglieder, erhoffen sich vielleicht auch etwas mehr von ihren Gästen, kann sicher auch vorkommen. Um dies auszuschließen, habe ich vor allem weibliche Hosts angeschrieben und mein Profil entsprechend aufbereitet – hallo Pärchenfoto.

Ein bisschen aufgeregt bin ich ja schon. Wie wird es wohl sein, bei Fremden auf der Couch zu übernachten?

Tulpen Keukenhof 2016

Warum Belgien und Niederlande?

Ja klar, würde ich hier jetzt von meinen Reisevorbereitungen für Südamerika, Korea, Afrika oder Alaska berichten, würden gerade sicher mehr Leser am Start sein.

„Belgien und Niederlande, das kann man doch auch noch machen, wenn man alt ist oder wenn man Kinder hat.“

Stimmt, kann man. Aber mit dem Backpack Solo und in aller Ruhe durch ein Land zu Reisen macht Spaß, egal wo es ist. Und klar stehen die exotischen Ziele auch noch auf meiner Liste, einige wie den Roadtrip durch Kanada habe ich ja auch schon gemacht. Doch ich hatte auch schon lange Lust darauf, mir die naheliegenden Ziele in Europa mal in aller Ruhe anzuschauen. Mich auf die Suche nach den besten Pommes und der leckersten Schokolade Belgiens zu begeben, mich in Kunstmuseen zu verlieren und durch die holländische Landschaft zu radeln. Das sind doch gute Gründe, sich diese Länder gerade jetzt vorzunehmen.

Warum Belgien und Niederlande im Mai?

Der Mai ist einer meiner Lieblingsreisemonate für Städtetrips in Europa. Klare Sache: im Mai und im Juni ist es oft schon sehr warm, aber noch nicht so heiß, dass ich faul werde und nur mit einem Eis im Schatten liegen will. Außerdem blühen in den Niederlande die Tulpen – es ist also eine fantastische Reisezeit!

Die Route

Meine Reisevorbereitung für Belgien und Niederlande hat sich vor allem um die Route gedreht. Was will ich alles sehen, wie kann ich es gut kombinieren ohne unnötige Umwege zu fahren und was muss ich vom Plan streichen. Der Baedeker Reiseführer Belgien und der Marco Polo Reiseführer Niederlande waren meine Basisausstattung, noch ein paar Onlinerecherchen und wupps stand

meine 3 Wochen Route durch Belgien und die Niederlanden:

Alles geht mit einem Tag in Maastricht los. Nach einer Übernachtung auf dem Botel gehts es mit dem Bus nach Hasselt, dann kommt der Backpack ins Schließfach und ich schaue mir die „Hauptstadt des Geschmacks“ an. Abends geht es mit dem Zug weiter nach Brüssel. Dort bleibe ich für drei Nächte. Flohmarkt, Museen und der Comic Walk stehen auf der Wanne-See-Liste. Von Brüssel geht es über Aalst weiter nach Gent. Vielleicht noch einen Tagesausflug nach Kortijik und weiter nach Brügge. Letzte Station in Belgien wird Antwerpen sein.

Dann geht es mit dem Zug über die Grenze nach Rotterdam. Vier Tage habe ich hier geplant, immerhin möchte ich auch einen Ausflug zu den Windmühlen nach Kinderdijik unternehmen und vielleicht schaffe ich noch einen Abstecher nach Gouda. Es geht weiter nach Den Haag. Von dort aus erst mit dem Zug nach Alkmaar zum Käsemarkt und dann ans Meer nach Zandevoort. Ein paar Tage an der Küste entspannen bevor Amsterdam als Abschluss auf mich wartet.

Finanzen

Was die Währung angeht, wird es dieses mal recht einfach. Günstig wird es leider jedoch nicht. Für drei Wochen Belgien und Niederlande, das Interrailticket, Unterkünfte, Essen und Eintritte habe ich knapp 2.000 Euro eingeplant. Eine Übernachtung im Hostel Mehrbettzimmer liegt zwischen 25 – 35 €. In Amsterdam habe ich über AirBnB ein kleines Hausboot gemietet und am holländischen Meer eine kleine Ferienwohnung, Kosten pro Nacht je ca. 100€. Für die tägliche Versorgung inkl. Eintritten rechne ich mit 30  – 45 Euro und das Interrailticket kam 383 Euro. Mal schauen, wie ich hinkomme. Eigentlich habe ich großzügig gerechnet und könnte sogar noch ein wenig im Portmonee über haben, wenn ich zurück bin.

Ich packe meinen Koffer

Auch ein Learning von meiner Japan-China-Reise: man kann nicht zu wenig einpacken. Also wurde mein Backpack dieses mal noch ein wenig erleichtert. So ist nur noch eine Jeans an Board und auch ein paar Oberteile sind rausgeflogen. Wenn du beim Packen auch den Überblick behalten willst, lade dir die PACKLISTE CicoBerlin.

Die Reisevorbereitung für Belgien und Niederlande steht also, nun kann es losgehen…

Belgien Artikel:

Die große Übersicht meiner Holland Belgien Rundreise Tipps: Route, Hostels, Tops & Flops

14 Tops und Flops in Brügge  

Endlich fertig: das Video zu meiner Belgien Rundreise

Ein Tag in Antwerpen – Essen und Fashion

Bezauberndes Brügge

Ein Tag in Gent, was du nicht verpassen darfst

Aalst, das belgische Dorf, in dem ich das Schloss nicht fand

Comic Walk Brüssel – Zurück in deiner Kindheit

Ein Tag in Hasselt – oder wie man es besser macht

  1. Karline Schlenkerbein

    7. Juni 2016 at 21:35

    Wow, das klingt nach Abenteuer und extrem guter Vorbereitung. Wahrscheinlich bist du schon wieder hier und ich sehe in Kürze beeindruckende Bilder. Da fängt mein Reiseherz bestimmt gleich wieder Feuer.
    Mit deiner Erkenntnis „weniger ist mehr“ gehe ich total mit. Irgendwann wird selbst der kleinste Schlüppi zum Übergepäck. Übrigens habe ich auch festgestellt, dass die Menschen immer wieder dankbar sind, wenn man ihnen etwas seiner Sachen schenkt…gut, vielleicht nicht gerade in Belgien und Co, aber du wirst ja weiterhin auf Reisen gehen.
    Wie lange geht denn deine „Freizeit“ noch? Da sind doch hoffentlich noch weitere Ziele drin?

    Die Lust am Reisen entspricht der Lust , dort zu sein, wo es auf uns nicht ankommt 😉

    1. cicoberlin

      7. Juni 2016 at 22:26

      Hey Karline,
      ja das ist echt ein Abenteuer, bisher das größte meines Lebens. In Summe habe ich sechs Monate frei, davon war ich schon vier Wochen in Japan und China (die Videos dazu sind schon fertig, findest du auf meinen Youtubekanal, wenn du Lust hast einen schnellen Eindruck zu bekommen) und Belgien und Niederlande waren der zweite Part. Jetzt bin ich gerade eine knappe Woche zurück und versuche nach und nach alles aufzuarbeiten, du kannst dich tatsächlich noch auf viele fernweherzeugende Posts freuen:) Am Montag gehts in die Schweiz, wo ich dann hoffentlich auch zum ersten Mal paragliden werde. (In Belgien habe ich zum ersten mal couchgesurft und bin per Anhalter gefahren) – alles super aufregend für mich. Dann folgt Frankreich und der krönende Abschluss wird dann Grönland sein. Dann ist die Zeit des langen Reisens erst einmal rum und ich werde mich wieder auf alle normalen Urlaubstage stürzen:) Du hast recht, weniger packen ist mehr und deinen Tipp mit dem verschenken finde ich super. Das ist tatsächlich weniger was für Belgien, aber sicher verschlägt es mich auch in naher Zukunft auf andere Kontinente, wo das Sinn macht. Das behalte ich auf jeden Fall im Hinterkopf! Wo warst du denn bisher so unterwegs?

      Liebe Grüße
      Nicole aka Cico

  2. Leon

    15. Mai 2016 at 6:10

    Viel Spass auf deiner Reise erstmal 😀
    Da ich mehr oder weniger Niederländische Verwandte habe und auch meine Heimat eine Niederländische Kaserne hatte, kenne ich zwar einen großen Teil der Niederländischen Kultur, will aber noch viel mehr sehen da ich bis jetzt nur paar mal über die Grenze nach Enschede gesprungen bin 😀

    Couchsurfing ist echt ne geile Sache, kann das nur weiterempfehlen. Um es ganz kurz zu beschreiben, es ist eine Art Schüleraustausch für Erwachsene. Gibt keinen besseren Weg schnell in eine fremde Kultur einzutauchen. Probleme hatte ich bis jetzt auch nie, einfach die Kommentare über die Hosts checken.

    Habe da grade eben erst noch einen Post von wem anders gelesen, ist vielleicht ganz interessant für dich als Vorbereitung: http://www.thebrokebackpacker.com/couchsurfing-reviews/

    1. cicoberlin

      15. Mai 2016 at 9:21

      Hey Leon,
      na dann werde ich mir Mühe geben, dir mit meinen Posts zu den Niederlande ein bisschen Urlaubs-/Heimatgefühl rüber zu beamen:)
      Danke dir für den Link, das ist echt ein klasse Artikel und eine irre Erfahrung, die der Gute da gemacht hat. Mitten im Nichts in einer Höhle- Wahnsinn. Bei meiner Hostauswahl habe ich mich auch an die Kommentare gehalten. Außerdem sollte man das gesamte Profil gründlich lesen, so konnte ich in dem ein oder anderen Zwischensatz schon Nudisten filtern und aussortieren, wer eindeutig auf der Suche nach weiblichen Abenteurerinnen ist. Jetzt bin ich gespannt wie es wird. Natürlich folgt hier dann ein Bericht, wenn auch sicher nicht aus der Höhle;)

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