Japan, Reisen

Takayama: Hida Rind, Sake und Museen – lohnt sich ein Stopp?

Nach Tokio ging es für mich mit der Bahn nach Takayama. Knapp 90.000 Einwohner bevölkern die Stadt, welche zur Region Hida gehört. Viele Japan Rundreisen sehen einen Stopp in dieser Kleinstadt nahe den Bergen vor, doch lohnt sich der Zwischenhalt auch wirklich?

Am Bahnhof herrscht geschäftiges Treiben, Touristen schieben ihre mächtigen Koffer über den Bahnsteig, versuchen sich zu orientieren. Erster Eindruck: ganz schön was los hier. Das Hostel liegt nur wenige Minuten vom Bahnhof entfernt. Das riesige Tokio noch in den Knochen, freue ich mich mal keine U-Bahn zu brauchen um von A nach B zu kommen. Nach dem Check-In dann die erste Erkundungstour zu Fuß. Traditionelle Geschäfte soll es hier geben, viele Tempel, Sake Brauereien, das alte Japan eben. Die historischen Privathäuser liegen nur ein paar Meter von meiner Unterkunft entfernt. Hübsch sind sie, die kleinen Häuschen.

Takayama Japan - die alten Privathäuser

Man braucht auch gar nicht suchen, die vielen anderen Touristen und die Waren vor den Fenstern weisen einem direkt den Weg hinein, in die Läden mit den traditionellen Waren. Ob Soba Nudeln, getrockneter Fisch, Sake, Keramikschüsseln oder Süßspeisen, wer auf der Suche nach einem klassisch japanischen Mitbringsel ist, der wird hier fündig. Allerdings sind die Preise hier an die Touristen angepasst. Vieles hatte ich in Tokyo schon deutlich günstiger gesehen. Weiter also Richtung Tempel.

Tempel in Takayama

Bereits in Tokio hatte ich viele Tempel gesehen. Allesamt sind sie prächtig und sehr gepflegt. Allesamt sind sie sich aber auch ähnlich. Kennst du einen, kennst du alle? Mmhh, das vielleicht nicht, aber nach dem X-ten ist man doch deutlich weniger beeindruckt.

Die Sonne geht langsam unter und es wird kalt, es ist gerade einmal halb sechs Abends.

Sonnenuntergang in Takayama, Japan

Mir wird bewusst, ich habe bereits einen großen Teil der Dinge gesehen, die es hier zu entdecken gibt. Gut, dass es übermorgen schon weiter geht. Die Zeit wird reichen, sogar um zwischendurch noch zu Entspannen und sich von den anstrengenden Tagen in Tokio zu erholen. Takayama wird meine Kräfte nicht fordern.

Am Tag darauf stehe ich früh auf und nehme auf dem Weg zu den „Jinyamae Frühmärkten“ die rote Nakabashi-Brücke mit – bekannt durch viele Reiseführer-Cover. Klar, dass ich dieses Motiv auch einmal festhalten muss.

Takayama

Die Frühmärkte sind eines der Highlights Takayamas. Zwei gibt es davon. Doch dann das: ich zähle nicht eimal 20 Stände. Winzig klein ist der Markt. Ein paar alte Leutchen verkaufen Chilischoten, Gemüse, Blumen und ortstypische Glücksfiguren.

Takayama Jinyamae Frühmarkt

Niedlich, aber ehrlich gesagt nicht wirklich sehenswert. Besser ist es auf dem zweiten Frühmarkt, dem Miyagawa, denn der befindet sich in einer Einkaufsstraße, direkt am Fluss.

Takayama

Das ist nicht nur optisch schöner, sondern bietet auch viel mehr Möglichkeiten, lokale Erzeugnisse zu Kosten. Wie wäre es mit Milch von der  Hida Kuh oder gefüllte Brötchen? Beides wirklich lecker.

Takayama Milch vom Hida Rind

Takayama Beef Bun

Doch früh aufstehen muss man dafür nicht unbedingt. Es reicht vollkommen am Vormittag über den Markt zu schlendern. Um die Ecke vom Markt befindet sich ein kleiner Imbiss, der Hida Spieße und Sushi mit Hidabeef verkauft – eine lokale Spezialität.

Hida Beef in Takayama

Hoba Miso, heisst das letzte ortstypische Gericht, welches ich bei Suzuya probiert habe. Dabei handelt es sich um Miso-Paste, die mit Gemüse und wahlweise Fleisch auf einem Magnolienblatt über einem Mini Holzkohlegrill erhitzt wird, dazu gibt es Reis. Meine Reisebegleitung hatte sich für Shabushabu mit Hida Rind entschieden. Dafür wird eine Kochplatte + Topf mit heißem Wasser auf den Tisch gestellt, nach und nach Gemüse darin erhitzt und dann das hauchdünne Fleisch darin getunkt, bis es gar ist. Anschließend tunkt man es entweder in Sesam- oder Sojasoße. Beide Speisen waren super köstlich. Meine vegetarische Hoba Miso Variante lag bei 1200 Yen ( ca. 10 Euro) und das Shabushabu bei 3400 Yen (ca. 27 Euro). Für großen Hunger ist das aber nichts, in diesem Fall sollte man schon noch was dazu bestellen. Doch die Qualität war ausgezeichnet und die Zubereitung direkt am Tisch schon ein echtes Erlebnis.

Takayama Miso Hibo

Noch einen Absacker Sake – hossa. Sieben davon werden hier vor Ort gebraut. Aber Achtung: Sake wird nicht in kleinen Schnapsgläsern serviert, sondern in 0,2 Bechern. Immerhin, dann lässt es sich auch wirklich gut schlafen.

Sake Takayama

Der Gaumen freut sich also schon einmal über den Besuch in Takayama.

Der Reiseführer verspricht aber auch kulturell Einiges, sogar ein ganzes Museumsdorf. Das Geschichts- und Kunstmuseum steuerte ich zu erst an. Groß und sehr verwinkelt. Natürlich auch wieder unfassbar sauber. Unter anderem sind hier geschnitzte Holzbuddhas und traditionelle Feuerwehrkleidung ausgestellt. Der Besuch ist schnell beendet. Ab geht es zum Hida-Museumsdorf. Auf dem Gelände angekommen merke ich aber, das lohnt sich für mich nicht wirklich. Für 700 YEN (ca. 5,50 €) kann man (Open Air) durch ein altes erhaltens Dörfchen spazieren. Die Hütten sehen hübsch aus, aber so spannend finde ich es dann auch nicht. Alle Geschichtsfans, die jetzt aufjaulen: Ja, ich bin eben nicht der riesen Museumsfan.

Ich mache mich zurück Richtung Hostel und halte noch kurz am Bahnhof, um meine Sitzplätze für die anstehenden beiden Bahnfahrten zu reservieren. Als nächstes geht es von den Bergen in Takayama ab ans Meer nach Kanazawa.

Würde ich hierher wiederkommen? Ja, vielleicht. Wenn ich eh auf der Durchreise bin für einen Tag. Um ein wenig zu Entspannen zwischen den größeren Städten und zu Schlemmen ist es hier wirklich nett. Einen Aufenthalt länger als zwei Tage würde ich persönlich aber auf keinen Fall einplanen.

Wenn du auch in Takayama halten möchtest, kann ich dir K’s House empfehlen. Ein Privatzimmer für zwei mit Etagenbett hat hier 56€ gekostet.

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Die nächste Reise steht bald an und überlegst noch, welchen Rucksack du am besten kaufst oder welche Hygieneartikel wohl am wenigsten Platz wegnehmen? Lass dich doch auf meiner Equipment- & Toolseite inspirieren. Dort verrate ich dir auch, welche Kamera ich auf Reisen nutze. Und wenn du dann alles hast, hilft dir meine Packliste auch nichts zu vergessen.

  1. Das haben mich sechs Monate Reisen gekostet - CicoBerlin

    12. August 2016 at 16:10

    […] Tokio, Kyoto, Kanazawa, Koya-san, Miyajima, Hiroshima, Takayama […]

  2. Imke

    20. Mai 2016 at 22:18

    Witzig… Shabu Shabu hatte ich noch nie gehört, aber gerade heute hat mein Sohn mir geschrieben, dass sein Host in Tokyo Shabu Shabu gemacht hatte und es sehr lecker war.

    1. cicoberlin

      21. Mai 2016 at 0:39

      dann hat dein Sohn super gespeist, Shabu Shabu ist wirklich klasse:)

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