Asien, Japan, Reisen

Reisevorbereitung Japan und China – das Chaos nimmt Form an

Es ist März und ich bin schon im Sabbatical. In wenigen Tagen geht es dann los: Japan & China are calling. Meine bisher freien Tage habe ich entspannen, Freunde treffen und vor allem meine Reisen vorbereiten können.

Was braucht man, um nach Japan und China zu Reisen, wo bekommt man ein Visum her, was kosten Unterkünfte, welche Route ist die beste – Fragen über Fragen. Die ich mir alle in den letzten Wochen gestellt und inzwischen beantwortet habe. Vielleicht steht bei dir ja auch eine Japan- oder China-Reise an? Dann ist dieser Artikel für dich! Denn vermutlich hast du dir die gleichen Fragen gestellt und vielleicht helfen dir meine Antworten die Recherchezeit etwas zu verkürzen:)

Reisevorbereitung Tokyo

Warum Japan im März?

Tokyo ist das allererste Ziel während meines Sabbaticals. Von dort aus starte ich meine Japanreise. Wie ich auf Japan gekommen bin? Nein, ich wollte dort nicht schon immer mal hin und ich bin auch kein Animefan. Aber als ich über die Weltkarte schaute, um mir zu überlegen welche Destinationen ich mir für die sechs Monate Auszeit vornehmen will, da hat mich Japan irgendwie angelacht. Vielleicht gerade weil ich nicht besonders viel darüber wusste. Inzwischen habe ich so einige Dokus gesehen und auch reichlich gelesen. Deshalb bin ich überzeugt, dass Japan eine grandiose Reisewahl ist. Das Land ist zwar gerade einmal so groß wie Italien, bietet aber eine unfassbare Vielfalt. Von traditionellen Tempeln bis zur größten Stadt der Welt. Von Natur und bitterkalten verschneiten Wintern bis hin zu Inseln mit Traumstränden. Und im März, da lieben die Japaner ihr Land ganz besonders. Denn es ist Hanami – Kirschblüte. Wenn die rosafarbene Pracht die Nation entzückt, heißt es mit der Familie picknicken. Außerdem ist Japan ein Land voller spannender Subkulturen. Anime hatte ich schon erwähnt, aber hier gibt es noch viel mehr. Zum Beispiel diverse Themencafés, wie das Roboter-Café, das Maid-Café, Alice-in-Wonderland-Café, das Eulen-Café oder auch das Katzen-Café.

Klar, warum ich nach Japan will, oder? Diese Vielfalt muss ich einfach erleben.

Warum China?

China stand nie auf meiner Liste. Sicher ist das Land reizvoll, aber für mich gibt es unzählige Länder, die ich beim Reisen bevorzugen würde. Es war schlussendlich die Recherche meiner Flüge, die mich dann doch noch auf China brachte. Immerhin ist der Weg von Japan nach China nur ein Katzensprung und so sind dann zumindest Stopps in Peking und Hangzhou in meiner Reiseroute gelandet. Wenn man schon einmal in der Nähe ist, dachte ich mir, kann man sich auch die Chinesische Mauer, die vielen Galerien Pekings und das Wasserdorf Wuzhen anschauen.

Allein, zu zweit oder als Gruppe?

Noch vor der detaillierten Reisevorbereitung Japan und China stellte sich mir die Frage nach der Art des Reisens. Reise ich allein, zu zweit oder organisiert in einer Gruppe? Da mein Freund aufgrund seines neuen Jobs keinen Urlaub nehmen kann, war eine Pärchenreise direkt ausgeschlossen. So kam es, dass ich durch Japan gemeinsam mit einer Freundin reisen werde und ab Peking bin ich dann (zum ersten Mal in meinem Reiseleben) allein unterwegs. Das ist für mich, für diese Reise perfekt. So kann ich mich erst langsam zurechtfinden, eh ich ganz allein unterwegs bind. Eine organisierte Gruppenreise hingegen, kam für mich nicht in Frage.

Die Vor- und Nachteile der verschiedenen Reisearten sind allgemein bekannt, für die Entscheidung der Art zu Reisen jedoch so bedeutungsvoll, dass ich sie hier noch einmal auflisten möchte:Reisevorbereitung: Vorteile und Nachteile Reisearten

Reiseführer und Reiseblogs – Route festlegen

Es gibt natürlich unzählige Wege, um Japan zu entdecken. Da fällt die Wahl der Route schon einmal schwer. Ich habe zunächst im Internet recherchiert, dabei fand ich zum Einstieg die verschiedenen Routenvorschläge von Japan Rundreise hilfreich. Auch einige Reiseblogs habe ich durchstöbert, besonders geholfen haben mir 8900 km und Daniel daddelt. Nachdem ich mir so eine Vorstellung machen konnte, wurde der Reiseführer noch einmal gewälzt und eine Route festgelegt. Dabei waren meine Kriterien hauptsächlich die folgenden drei:

  • die Route muss innerhalb von 2 Wochen machbar sein
  • möglichst viele von meinen persönlichen “Must See” abdecken
  • die Route muss die Vielfalt des Landes beinhalten

So ist dann folgende Route zustande gekommen:

  • Tag 1 –  6: Tokyo
  • Tag 7 + 8: Takayama
  • Tag 9: Kanazawa
  • Tag 10 + 11: Kyoto
  • Tag 12: Koyasan
  • Tag 13: Osaka
  • Tag 14: Miyajima
  • Tag 15: Hiroshima
  • Tag 16 – 20: Peking
  • Tag 21 – 24: Hangzhou
  • Tag 25: Wuzhen
  • Tag 25 + 26: Rückreise über Hangzhou und Peking nach Berlin

 

Flüge buchen

Wer vor allem günstig fliegen möchte, zeitlich flexibel ist und auch mal einen längeren Flug in Kauf nimmt, der ist gut beraten sich auf Portalen, wie den Urlaubspiraten oder Skyscanner umzuschauen. Denn hier findet man immer wieder sehr günstige Flugangebote für Japan. Da meine Reisezeit fix war und ich aus einem anderem Land zurück wollte, halfen mir diese Angebote leider nicht viel. Ich habe also nur die üblichen Preisvergleichsportale genutzt und vor allem auf kurze Flugzeiten und wenig Umstiege geachtet. So fiel meine Wahl auf Finnair für den Hinflug.

Innerhalb Japans reist man wohl mit der Bahn ganz gut. Als Tourist kann man einen speziellen Railpass erwerben. Dieser kostet bspw. für 7 Tage (über das Reisebüro gebucht) ca. 270 €. Wenn man ihn rechtzeitig online bucht, dann bekommt man ihn auch etwas günstiger.

Die Flüge für China habe ich über Ctrip gebucht. Hier hatte ich allerdings Probleme mit meiner Kreditkarte. Aufgrund der vielen Abbuchungen auch China hat mein Kreditkartenanbieter nämlich direkt mal Alarmsignale gehört und meine Karte vorübergehend gesperrt. Das ist bei denen wohl üblich, da die Erfahrung zeigte, dass es sich bei Buchungen aus China häufig um Kartenbetrugsfälle handelte. Es ist also ratsam, sein Kreditkarteninstitut vor einer Reise nach China zu informieren.

 

Unterkünfte buchen -von Roykan bis zum gemischten 12-Bett-Zimmer

In Japan gibt es vor allem folgende Arten von Unterkünften: Hostels mit Mehrbettzimmern oder privaten Zimmern, Hotels, Business Hotels (gut gelegene Hotels, mit recht kleinen Zimmern) und Roykans. Letzteres ist ein traditionell eingerichtetes Hotel, mit Tatamimatte, Schiebetür und Futon. Preislich sind sie im Mittelfeld. Am günstigsten ist auf jeden Fall das Hostel. Diese sollen wohl extrem sauber sein. Ich werde auf meiner Reise alle Varianten ausprobieren und in späteren Post berichten;) Die Kosten je Unterkunft kannst du im nächsten Abschnitt nachlesen.

 

Finanzen

Japan gilt allgemeinen als teures Reiseland. Damit du dir ein ungefähres Bild von den Reisekosten machen kannst, gebe ich dir hier einmal Einblick in meine bisherigen und geplanten Ausgaben:

  • Flug Nach Tokyo: 633 € (gibt es auf jeden Fall günstiger, wenn du den Hin- und Rückflug über Tokyo buchst)
  • Kosten für ein Bett im Mehrbettzimmer im Hostel pro Nacht: ca. 25€
  • Kosten für ein Zimmer im Roykan pro Nacht: je nach Ort sehr unterschiedlich, ca. 70 – 200€
  • Kosten für ein Hotelzimmer pro Nacht, schwanken enorm je nach Hotelkategorie: 100 – xxx €
  • eingeplante Kosten für Verpflegung + Unternehmungen pro Tag ca. 40 €

Ich werde sehen, wie ich  mit meinem Geld vor Ort zurechtkomme und werde sicher gut haushalten müssen.

In China reist es sich etwas günstiger:

  • Für Peking habe ich mir ein Einzelzimmer in einem schlichten Hotel für 35€ die Nacht gebucht
  • Auch mein Einzelzimmer im Hostel in Hangzhou kostet 35€
  • Für Verpflegung und Sightseeing habe ich 35€ pro Tag eingeplant
  • Der Rückflug von Peking nach Berlin kostet mich 609 €

 

Die Ausrüstung

Was braucht man, um durch Japan zu Reisen und auch in Peking gut ausgestattet zu sein? Die gute Nachricht ist: nichts, was du sonst nicht auch beim Reisen dabei hättest. Also Neuanschaffungen sind nicht notwendig. Da ich bisher noch keinen großen Reiserucksack hatte, habe ich mir den noch besorgt und meine normalen Reiseutensilien habe ich vor Vorfreude direkt ein wenig geupgradet, aber meine üblichen Gadgets hätten es sicher auch getan.

Ausdrucke

Vorsichtshalber habe ich die Buchungsbestätigungen von sämtlichen Unterkünften auch in der Landessprache ausgedruckt. So lassen sich sprachbasierte Missverständnisse hoffentlich vermeiden und sollte ich den Weg mal nicht finden, dann kann ich Passanten mit der japanischen Adresse in der Hand befragen.

Kleidung

Da ich im Frühling reise, können die Temperaturen noch stark schwanken. Von 2 Grad in der Nacht über regnerische 6 Grad  bis hin zu 19 sonnigen Grad, alles ist möglich. Entsprechend praktisch sieht meine Kleiderwahl aus: leichte Dauenenjacke und schnelltrocknender Pullover, Regenjacke und dünne Langarmshirts. Jeans, Turnschuhe und regenfeste Boots – so sollte nichts schief gehen. Sowieso empfiehlt sich bei einer Rundreise eine solche wetterflexible Kleiderwahl, denn in den Bergen Japans sind die Temperaturen eh ganz andere, als in der dem Moloch Tokyo.

Packliste:

Damit ich an alles denke, nutze ich die PACKLISTE . Du kannst sie dir gern downloaden, deine Punkte ergänzen und so auch sicher nichts vergessen.

Im Zweifel ist auch beim Reisen weniger mehr, immerhin musst du deinen Kram auch schleppen können. Also lieber eine Tube Reise-Waschmittel und eine Wäscheleine eingepackt, als ein anderes Outfit für jeden Tag.

Nicht vergessen: Geld umtauschen und einen Adapter für die japanischen und chinesischen Steckdosen einpacken.

Soweit zur Reisevorbereitung Japan und China. Jetzt bin ich voller Vorfreude und gespannt, ob alles reibungslos klappt und vor allem, ob ich sehen werde, was ich erwarte und was mich darüber hinaus überraschen wird.

Japan Artikel:

Die 10 coolsten Tokio Highlights – das darfst du nicht verpassen!

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Tipps für deine Japan Rundreise: Route, Unterkünfte, Tops und Flops

Ein Tag auf Miyajima – touristisch überlaufen, aber trotzdem schön

Hiroshima – Japan einmal zusammengefasst

Regentag in Osaka

Koya-san: In Japan auf dem Berg, oben bei den Mönchen

Kyoto: Wenn mal nicht alles funktioniert

Takayama: Hida Rind, Sake und Museen –  lohnt sich ein Stopp?

Premiere: mein erstes Reisevideo – Japan is calling

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  1. Thomas

    16. März 2016 at 8:31

    Hallo,
    das klingt nach einer schönen Kombination. Ich werde im Mai nach Japan reisen. Ich bin sehr gespannt und bin noch am Planen.
    Falls du Informationen zu China benötigst, findest du diese in meinem Blog. Beijing ist eine meiner Lieblingsstädte auf der Welt und ich war bereits 15 Mal in China. Deine Wahl neben Beijing nach Hangzhou zu reisen ist gut. Hangzhou ist eine meiner Lieblingsstädte in China.
    Lg Thomas

    1. cicoberlin

      16. März 2016 at 8:38

      Hey Thomas,
      wow, 15 mal in China? Irre, dann schau ich mir doch mal direkt deine Pekingposts an, Tipps schaden nie und so viel habe ich mir für Chinas Hauptstadt auch noch nicht vorgenommen:)
      Und dir helfen meine Posts in den nächsten Wochen sicher für deine Reiseplanung. Ich bin auch schon super gespannt und denke, dass Japan einfach unfassbar viel zu bieten hat.
      Liebe Grüße
      Nicole

      1. Thomas

        16. März 2016 at 8:50

        Hallo Nicole,
        ja werde ich mir bei dir ansehen.
        In meinem Blog ist noch lange nicht alles “verarbeitet” zu China. Zu Beijing aber habe ich einiges (was es zu sehen gibt etc.). Falls du die große Mauer besuchst, empfehle ich dir Mutianyu statt Badaling. Badaling ist das Ziel aller Touren und sehr voll. Gibt auch noch andere Mauerabschnitte.
        Zu Zugreisen findest du auch Tipps. Falls du Fragen hast, kannst du mir auch einfach eine Nachricht senden.
        Lg Thomas

        1. cicoberlin

          16. März 2016 at 9:12

          Danke dir Thomas, der Mauertipp ist schon einmal super! Ich werde mich, wenn ich in China angekommen bin an dich erinnern und falls noch mehr Tipps notwendig, auch gern bei dir melden. DANKE für das liebe Angebot!
          Liebe Grüße
          Nicole

  2. Daniela

    16. März 2016 at 8:14

    Hi Cico,
    Da werden gerade Einige Erinnerungen bei mir wach, wenn du so von deinen Reisevorbereitungen sprichst. Die Planung und die Vorfreude sind schon was Besonderes. Genieße es. Ich werde deinen Erlebnissen folgen.

    Ich selbst bin damals auf meiner Weltreise mit den Zug nach China gekommen. Ganz alleine. Alleine Reisen ist super! Du lernst viele interessante Menschen kennen. Und in China bist du nie alleine.

    In Japan bin ich am Ende hängen geblieben. Willst du dazu mehr erfahren, schau doch mal bei mir auf meinem Blog vorbei.

    Ich wünsche dir einen guten Start und kiotsu kette ne (Pass auf dich auf)
    Daniela

    1. cicoberlin

      16. März 2016 at 8:28

      Hey Daniela,
      bin natürlich direkt auf deine Seite gesprungen, welch coole Geschichte du erlebt hast! Ich werde mich auch durch deine Artikel stöbern, da sind sicher viele gute Tipps dabei;)
      Danke dir für die lieben wünsche und ich freue mich, wenn du dran bleibst. Wer weiß, vielleicht erlebe ich ja das ein oder andere, was dir in Japan auch passiert ist:)
      Liebe Grüße
      Nicole

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