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Koya-san: In Japan auf dem Berg, oben bei den Mönchen

Nach Kanazawa und Kyoto ging es für uns weiter nach Koya-san. Wenn man sich diesem Ort nähert, sieht man es schon: es wird grün und hügelig, deshalb muss man auch in die Bergbahn umsteigen, um sein Ziel zu erreichen.
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Bergbahn Koyasan
In Koyasan wird traditionell im Ryokan übernachtet. Der Unterschied zu einem Hotel? Das Zimmer ist bei Ankunft nur mit einem Tisch und ggf. Sitzkissen ausgestattet. Ein grüner Tee ist aufgetischt und wartet darauf getrunken zu werden. Erst wenn das erledigt ist, wird der Raum umgestaltet. Man schläft jedoch nicht im herkömmlichen Bett, sondern auf Futons auf dem Boden. Ja, das ist so hart, wie es klingt. Am Morgen wird das Bettzeug wieder weggeräumt und im Falle meiner Unterkunft vegetarisches japanisches Frühstück aufgetischt. Basics sind der grüne Tee und Reis. Dazu gibt es allerlei Dinge, von denen ich, bis auf den Tofu, nichts optisch noch geschmacklich identifizieren konnte.
Frühstück in Koya-san
Auch ein Besuch im Onsen gehört klassischer Weise dazu. Je nach Unterkunft kann dieses heiße Bad, welches nach Geschlechtern getrennt besucht wird, auch unter freien Himmel sein. Aber Achtung: Tattoos sind hier nicht erwünscht. Das hatte ich bereits vor der Reise gelesen und als ich vor Ort nachfragte, verstummte die Hoteldame, schüttelte den Kopf und deutete an, dass ich das Wort besser nicht verwenden sollte. Ein schräges Erlebnis, welches sich dadurch erklärt, dass Tattoos in Japan vor allem von der Mafia getragen werden.
Besonders schön fand ich die Anlage unserer Unterkunft: ein Garten mit den typischen gehakten Steinen, deren Muster übrigens die Wellen vom Wasser darstellen sollen. Denn ein japansicher Garten muss immer drei Dinge beinhalten: Pflanzen, Steine und Wasser. Außerdem hatten wir in unserem Ryokan sogar die Möglichkeit am frühen Morgen dem Mönchgesang zu lauschen.
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Wer das wahre Japanerlebnis möchte, der sollte also eine Übernachtung im Ryokan auf jeden Fall einplanen.
Koya-san hat aber noch mehr zu bieten, als die traditionellen Unterkünfte. Hier befindet sich auch der größte Friedhof Japans. Klingt erst einmal gruselig? Ist es aber nicht. Denn dieser Friedhof ist voll von Buddhafiguren, riesigen Bäumen und Moosbewachsenen Grabsteinen. Mystisch ja, interessant auf jeden Fall, aber gruselig nicht. Ein Spaziergang über das große Gelände lohnt sich und wird mit einem Tempel am Ende des Weges belohnt.
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Koyasan - der größte Friedhof Japans
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Koyasan - der größte Friedhof Japans
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Tempel neben Tempel, einer älter als der andere. Das ist Koya-san in einem Satz.
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Hier braucht man keine Woche einplanen. Um den Ort zu erkunden, reicht ein Tag. Wer etwas langsamer und stressfreier Reisen möchte, der ist mit zwei Übernachtungen gut beraten. Mehr ist nicht nötig, es sei denn, man plant einen meditativen zu-sich-selbst-kommen-Tripp und vielleicht auch noch Wandern, dann ist eine Woche sicher schön, aber auch teuer. Eine Übernachtung zu zweit im klassischen Ryokan kam pro Person nämlich 80 Euro.
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  1. Nicole

    4. Juli 2016 at 15:52

    Hallöle 😀
    Bin über deinen Eintrag zu Koya-san gestolpert und wollte mal fragen, in welchem Ryokan du denn genau warst und wie das hieß. Bin nämlich im September auch in Japan und überlege dorthin zu fahren. Kannst du das Ryokan empfehlen? Und wie bist du nach Koya-san gekommen?
    Vielen Dank im Voraus und viele Grüße 🙂

    1. cicoberlin

      4. Juli 2016 at 17:10

      Hey Nicole,
      ich war im Koyasan Onsen Fukuchiin (kann man z.B. über Booking.com buchen) und war super zufrieden. Man muss wissen, dass Futonbetten jetzt nicht so super bequem sind, aber das ist eben die japanisch traditionelle Art zu schlafen. Ansonsten ist das Ryokan vor allem deshalb toll, weil es A) gut liegt, B) zwei Onsen beinhaltet C) die Möglichkeit bietet der morgendlichen Mönchstradition beizuwohnen und D) du noch ein traditionelles Frühstück oder auch Abendessen hinzu buchen kannst. Außerdem war das Koyasan Onsen Fukucchiin sehr groß und schön. Kann ich also in der Tat nur empfehlen. Du solltest nur rechtzeitig buchen, die Zimmer sind schnell weg. Die Anfahrt geht nur via Bergbahn und Bus. Die fahren aber super regelmäßig.
      Wo geht es denn sonst noch für dich in Japan hin?
      Liebe Grüße

      1. Nicole

        15. August 2016 at 10:56

        Hallo. 🙂
        Unsere Reiseroute steht inzwischen endgültig fest. 😀
        Neben Tokyo, wo wir die meiste Zeit verbringen werden, gehts noch nach Kyoto, Nara, Koya-san (sind deiner Ryokan-Empfehlung gefolgt :D), Osaka und Okinawa.
        Wo warst du denn überall gewesen? Und hast du noch ein paar Tipps für unsere Reise?
        Viele Grüße
        Nicole

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