Asien, China, Reisen

Hangzhou – drei Tage am Westlake

Eigentlich wollte ich meinem Post zu Hangzhou die Überschrift „Chinas grüne Raucherlunge“ geben. Warum erkläre ich dir später.

Drei Tage war ich in Hangzhou,  fußläufig zum Westlake untergebracht. Und anstatt alle Sehenswürdigkeiten auf meine To Do Liste zu schreiben, hatte ich beschlossen meine Zeit komplett dem Westlake, seinen vielen Parkanlagen, Tempeln und Pagoden zu widmen. Slow Travel mal zur Abwechslung. Eine Sache, die dafür aber richtig. Nagut diese eine Sache ist 6,5 km2 groß (nur der See allein) und bietet mit allem Angrenzendem genug, um mehrere Tage zu füllen, so slow ist dass dann wohl doch nicht. Räusper.

Am Ankunftstag bin ich erst einmal zum See gelaufen, habe mir den Pfingstrosengarten angeschaut und bin über die Querverbindung von einem Ende des Sees zum anderen. Am Abend dann das Ganze zurück. Zu meinem Entzücken werden in den dunklen Stunden Bäume angestrahlt und Wege beleuchtet.

Wirklich sehr hübsch.
Nachdem ich mir einen ersten Eindruck machen konnte, wollte ich am nächsten Tag die Route um den See mit dem Fahrrad bestreiten. Ein mutiges Unterfangen, wenn man sich das Verkehrschaos anschaut.

Beim Hostel noch vor dem Frühstück den richtigen Drahtesel ausgesucht und bezahlt, dann  das „Schweizer“ Frühstück gegessen und los. Nee, nicht los. Mein Fahrrad war weg. Hatte die fleißige Kollegen doch glatt alle Räder rausgegeben, trotz Notiz ihres Kollegens. Hupps, wie peinlich. Hektik brach aus, sie rannte los, den Nachbarn nach einem Rad fragen. So kam es, dass ich meine 30 km Tour mit einem viel zu kleinen, rostigen, wackeligen alten Rad bestritt. Die Pedalen traten sich in Achterform, der Korb drohte vom Rost durchzubrechen, aber es hat seinen Zweck erfüllt. Lustig war’s.

Und wie das dann manchmal so ist, da hat man einen groben Weg, lässt sich hier und da einfach treiben und entdeckt dann ganz zufällig viele unerwartete Dinge. Geplant waren nur drei Sachen: See umrunden, die sechsstöckige Pagode besuchen und irgendwo einen Kaffeehalt machen.
Entdeckt habe ich dann schlussendlich:

Den Tulpengarten

Tulpenfeld im Garten am Westlake, Hangzhou

Dabei war ich doch erst bei meiner nächsten Reise, Belgien und Niederlande im Mai, auf Tulpen eingestellt.

Wie geplant: die sechstöckigen Pagode

Die sechser Pagode in Hangzhou

Nach dem Erklimmen des Wu Shan Hügels und einem Umweg zurück zum Radl

die Qinghefang Ancient Street

Qinghefang Ancient Street in Hanghzhou

Eine traditionelle chinesische Einkaufsstraße, in der man von Teeservice bis Plastikspielzeug alles bekommt.

Hier wurde ich von zwei Schülerinnen angesprochen, welche eine Hausaufgabe von ihrem Englischlehrer bekommen hatten: Einen Touristen einige Fragen beantworten lassen. Hab ich natürlich gemacht, genauso wie ein paar Fotos für ihren Beweis. Schön blöd, dass ich mal wieder vergessen habe auch ein Bild von uns zu machen. Hätte hier jetzt gut ausgesehen.

Dann bin ich noch einen weiteren Hügel hoch und hab danach dieses goldene Rind am Rande des Sees entdeckt. Sorry, ich hab nicht mehr recherchiert, was das bedeuten soll.

Am Westlake in Hangzhou

Natürlich gab es dann Nicole-typisch einen Kaffeestopp und so ganz nebenbei bin ich auf dem Rückweg noch an den

Teefeldern

vorbei geradelt.

Ab durch den Tunnel ging es zurück. Das alles hat gerade einmal bis zum Nachmittag gedauert. Dann war der Drahtesel erschöpft und ich angesichts der Schwüle verschwitzt.

Eine wirklich wunderschöne Gegend, der Westlake in Hangzhou.

Beinahe hätte ich es vergessen, aber mein Husten sollte mich daran erinnern. Es ist eben auch nur eigentlich schön. Denn jeder Atemzug und jeder weitschweifende Blick zeigt es einem deutlich: die Luft ist unfassbar verschmutzt. Das ist kein Nebel, es ist Smog. In einem unvorstellbarem Ausmaß und das hier, wo unzählige Bäume ständig ihr Bestes geben, um frische Luft zu erzeugen. Wenn es nicht einmal hier smogfrei geht, dann ist es nicht mehr zu verblenden, dass China ein extrem großes Problem hat, welches es schnellstens in dem Griff bekommen sollte. Man stelle sich nur vor, wie fantastisch es hier sein könnte, wäre es tatsächlich eine Erholung für den Körper.

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Hangzhou - drei Tage am Westlake

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  1. Leon

    24. April 2016 at 11:42

    Haha, ich habe echt nicht den leisesten Schimmer wie du da durch die Gegend geradelt bist 😀
    Wie bist du von dem goldenen Rind direkt zu den Tee Plantagen gekommen?
    Nur so am Rande: weder ich noch meine Freundin (die hier schon seit 3 Jahren lebt) wissen, was dieses Rind zu bedeuten hat. Vielleicht ist es golden, weil es das einzige Lebewesen ist, das im See baden darf.

    Das mit dem Smog ist schon echt so ne Sache hier – ich weiß nicht wann du genau hier warst aber ja, grade im Winter ist Smog ein echtes Problem. Gleichzeitig gibt es aber auch tatsächlich ne Menge Nebel, den Unterschied kann man aber meistens nur im Wetterbericht sehen.

    1. cicoberlin

      24. April 2016 at 12:00

      Lach, ja du das war so ungefähr eine halbe Seeumrundung. Das sind die Teefelder beim Museum:)
      Schöne Erklärung für die goldene Kuh:) Eines Tages werde ich dieses Geheimnis sicher noch lüften…

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