Berlin, Restaurants und Cafés

Keyser Soze – die Institution in Berlin Mitte

von Björn Leffler

Es gibt Bars und Restaurants, die überleben jeden Trend und jeden Zeitgeist, ohne sich auch nur ansatzweise anpassen zu müssen oder zu wollen. Es sind häufig genau solche Läden, die die Identität einer Stadt oder eines Kiezes prägen und mitbestimmen. Das im jüdischen Viertel in Mitte, in der Tucholskystraße, gelegene Keyser Soze ist ein genau solcher Laden. Seit Jahrzehnten ist dieses gemütliche, schwäbisch-berlinerische Lokal vieles in einem: Anlaufpunkt für intellektuelles Publikum, Heimat für Stammgäste aus den umliegenden Straßen und Stadtvierteln und darüber hinaus eine gern gewählte Einkehr für die ortstypisch zahlreich vertretene touristische Laufkundschaft.

An den großen Fenstern sitzend kann man abends vergnügt beobachten, wie die professionellen Damen der nahe gelegenen Oranienburger Straße ihrem Beruf nachgehen. Man kann sich dabei, falls man sich nicht angeregt unterhalten sollte, von der angenehm gedämpft im Hintergrund spielenden Musik berieseln lassen, die von 80er Jahre Pop bis Indie Rock oder Elektro reichen kann. Also: alles kann, nichts muss.

Keyser Soze

In kulinarischer Hinsicht kann dieses Restaurant insbesondere durch seine vielfältige und sehr gute Weinauswahl punkten, neben einer einfachen, aber köstliche Küche, die sich aus klassischen Berliner und österreichischen Gerichten zusammensetzt.

Das Keyser Soze ist eine Mitte-Institution, die wundervoll unaufgeregt daherkommt und gerade deshalb die Besuche so angenehm macht.